
Das bizarre Zeitalter
( Vorwort)
( Aurora - Tochter des Morgengrauen )

( Begegnung )
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Wie jedes Zeitalter ging auch das der Vampire zu Ende. Ihre Gier wurde ihnen zum Verhängnis. Sie rotteten die Menschen aus! Bis auf eine Handvoll, die in die Berge fliehen konnten. Und sich dort vor den Vampiren versteckten. Sie hatten einen Schutzengel, so dachten sie. Immer wenn sie in eine heikle Situation gerieten und daraus heil hervor kamen, sagten sie:
Mein Engel! Daraus entwickelte sich der Aberglaube, dass jeder einen Schutzengel besaß.
Die anderen Menschen aber wurden nach und nach gebissen. Viele starben und ein paar wenige Opfer wurden zu Vampiren transformiert. Die Untoten überfielen die Menschen auf ihren Arbeitsplätzen. Unter anderem bei den Atomkraftwerken. Das hatte zur Folge, dass das Kühlwasser für die Brennstäbe nicht mehr floss. Die Brennstäbe überhitzte ein Kraftwerk nach dem Anderen und auf dem Kontinent explodierten die AKW s. Die Strahlung veränderte die Flora und Fauna. Jeden Tag veränderte die Strahlung den Wuchs der Lebewesen. Das beschleunigte Wachstum war enorm. Käfer wurden Faustgroß. Bienen, Hornissen, Mücken, und Wespen wuchsen bis ein Meter Größe heran. Schmetterlinge erreichten, wie in der Legende berichtet, eine Flügelspannweite von zwei Metern. Frösche, Kröten und Unken entwickelten eine Größe von zwei bis drei Metern. Das unglaublichste aber waren die Schnecken mit Häusern auf dem Rücken. So groß wie ein Einfamilienhaus. In den Häusern konnten andere Lebewesen einziehen und in einer Symbiose mit ihnen leben.
Dies geschah in einem Umkreis von 50 km um die Kraftwerke herum.
Nachdem die Menschen wieder zahlreicher den Planeten bevölkerten, aber vielfach in Unwissenheit und Aberglaube verfielen. Mussten sie sich einer neuen Herausforderung stellen. Sie kämpften um das Überleben ihrer Spezies. Durch Aberglauben und Mutationen entstanden viele Legenden. Teilweise waren die Texte und Lieder sehr verworren. Wölfe wuchsen bis auf zwei Meter Schulterhöhe und verwandelten sich bei dem roten Mond zum Wolfen! Hunde verwilderten und verhielten sich wie Bestien.
Die Vampire aber bekamen kein Blut mehr zu trinken, so griffen sie sich selber an. Andere transformierten zu „normalen“ Menschen. Dadurch wurden sie sterblich und lebten wie die Einwohner ca. 150 Sonnenumläufe bevor sie eines natürlichen Todes starben.
Der Kannibalen-Vampir feierte nun ein Fest! Wie von Sinnen schlachtete er viele seiner Art ab. In Bildern konnte der Betrachter sehen, wie brutal er zu Werke ging. Er sorgte dafür dass die Rasse der Vampire ausgelöscht wurde. Nur die transformierten Vampire hatten das Vampirgen in ihren Adern. Niemand wusste wann es wieder ausbrechen würde. Sie lebten verborgen in der Bevölkerung. Eine größere Anzahl von ihnen trank nun kein Blut mehr, aber sie essen, nein fressen Fleisch, Menschenfleisch! Solche Spezies wurde gejagt, wenn man sie erkannte. Man tötete sie oder benutzte sie als Köder für die fliegenden Insekten.
Aus diesem bizarren Zeitalter sind nur Zeichnungen, kleine Texte und Lieder erhalten geblieben. Eine chronologische Aufzeichnung ist verschollen.
Manni las die Legende der Schneckenhäuser und den heroischen Kampf gegen die fliegenden Insekten.
1. Schneckenhaus
Ich heiße Alan Wilbour und bin auf der Flucht. Auf der Flucht vor den Wespen. Ich hatte ihr Nest aufgestöbert und ihr Verhalten studiert. Leider verhielt ich mich unvorsichtig und diese Brut bemerkte mich. Eigentlich hatte ich keine Chance, aber der Zufall kam mir zu Hilfe. Ich lief weg und hörte das gefährliche Summen hinter mir. Ich lief ohne mich umzudrehen, dann rutschte ich aus und fiel in eine riesige Schleimspur. Sie roch übel. Die Wespen flogen auf mich zu und ich dachte dass sie jetzt auf mich einstechen würden. Ihre Stacheln waren groß wie unsere Schwerter. Aber als sie mich erreicht hatten drehten sie mit einem wütenden Summen ab. Was war geschehen? Ich stank, aber ich lebte und kratzte mich am Kopf. Ich sagte zu mir selbst: danke mein Engel! Dann verfolgte ich die Schleimspur und vor mir in hundert Metern sah ich es! Eine Schnecke, so groß wie ein Haus. Auf ihrem Rücken trug sie ihr Haus. In dem Haus konnte eine Familie von uns leben, oder wir konnten uns vor den großen Insekten schützen. Ich ging zu der Schnecke. Wieder wurde ich attackiert, aber wieder drehten die Wespen mit bösen Summen ab.
Der Gestank von dem Schleim hielt sie ab. Ich überlegte und kombinierte. Plötzlich vernahm ich ein lautes Brummen und die Schnecke erzitterte. Ohne nachzudenken lief ich zu der Schnecke. Ihre Fühler bewegten sich wie wild hin und her. Ich spürte, dass sie Schmerzen hatte. Da sie keine Anstalten machte mich anzugreifen, siegte die Neugierde über die Vorsicht und ich trat zu ihr hin. Schnell erkannte ich ihr Problem. Sie war von drei Wespen gestochen worden und die Stacheln ragten aus ihrer Haut heraus. Zum Glück war ihre Haut sehr dick und die Stacheln richteten keinen großen Schaden bei ihr an. Aber sie schmerzten wohl sehr. Ich zog vorsichtig Einen nach dem Anderen heraus. Ich sah mich um und entdeckte nicht weit von uns die Allheilpflanze, die überall wuchs. Sie hatte keinen bestimmten Namen, aber jeder erkannte sie an der Form und Farbe. Ich riss ein paar Blätter vom Strauch ab und legte sie vorsichtig auf die geröteten Einstiche. Wieder spürte ich die Schnecke, sie beruhigte sich und ihre Füller hörten sich auf zu bewegen. Sie sah mich mit einem ihrer Augen an und kroch fort.
Indessen kehrte ich zu meinen Leuten zurück und berichtete von dem Vorfall. Wir entwickelten eine Idee…
Wir sammelten den Schleim ein, der lag ja genug in der Gegend herum. Eine neue Art des Bades! Dann versuchte einer von uns, dem Schutz bei den Wespen auszuprobieren. Es klappte! Keine Angriffe, wir konnten uns gefahrlos in dem Gebiet bewegen und nach Nahrung suchen.
Aber einen von uns erwischte es trotzdem, es war eine große Tragödie. Er schmierte sich mit dem Schleim ein, doch sein Körpergeruch absorbierte den des Schleims. Die Wespen bemerkten ihn bei der Nahrungssuche und er wurde vom Stacheln gestochen. Zuerst schwollen die Einstiche an und dann nach und nach sein ganzer Körper. Am Anfang die Arme, dann die Beine und am Ende Körper und der Kopf. Seine Haut wölbte sich. Die Augen traten aus den Höhlen. Sein Kopf schwoll zu einem großen Ball an. Mit einem lauten „Flapp“ explodierte er nun. Sein Blut hatte die Farbe von grün angenommen und spritzte hoch und weit, wie ein Vulkanausbruch. Die Flüssigkeit verteilte sich in mehreren Metern Umkreis. Wenn das Blut Kontakt mit einer organischen Substanz bekam, löste sich die Kontaktstelle auf, wenn die Säure sie berührte. Der Torso fiel zusammen und löste sich auf. Nichts war mehr von unserem Mann geblieben. Kopf, Arme und Beine hatten sich bei der Explosion aufgelöst. Das Ganze geschah innerhalb von wenigen Sekunden und ehe wir begriffen, war alles schon vorbei.
Dann eines Tages veränderte sich unsere Lage schlagartig:
Es begann damit, dass wir den Kampf zwischen einer Hornisse und einer Wespe beobachten konnten. Die Wespe griff die Hornisse an und ihre Zanken gruben sich tief in den Panzer der Hornisse. Diese schüttelte sich mehrfach und die Wespe wurde weggeschleudert. Aber sie griff wieder an. Sie war wie von Sinnen. Die Hornisse wich der Attacke aus. Die Wespe summte wütend. Beim Vorbeiflug riss sie der Wespe einen Flügel aus. Mit letzter Kraft landete sie auf dem Rücken der Hornisse und dann… malten die Backenzangen in den Chinin Panzer. Sie durchdrangen ihn und man hörte das Knacken des Panzers. Die Beiden stürzten zu Boden. Noch bevor sie den Boden erreichten, riss die Hornisse den Kopf der Wespe ab. Das half ihr aber nicht, ein dumpfer Aufschlag war hörbar. Dann Stille! Beide waren tot. Wir waren sprachlos, dann hörten wir etwas. Unser Entsetzen war groß. Die Killerameisen marschierten heran. Nur 15 cm groß, feuerrot, ihre Backenzangen waren scharf wie die Stärkste unserer Klingen. Wenn sie sich zusammen rotten konnten sie einen Körper, der 8 Mal so schwer war wie sie, anheben. Sie waren die biologische Polizei. Sie fraßen das Ass und vertilgten alle toten Lebewesen vom Erdboden. Die Beiden Toten wurden zerlegt und dann aufgefressen. Das dauerte nur eine halbe Stunde. Nicht mehr war von dem Kampf zusehen. Bis auf das letzte Stück wurden die beiden Fluginsekten vertilgt. Nicht eine einzige Spur war von den Beiden geblieben.
Wir verzogen uns ganz schnell, denn gegen diese Killer hatten wir keine Chance. Unser Arsenal bestand aus: Messer, Schwert, Lanze, Schleudern, Axt, Blasrohr und Armbrust. Andere Waffen kannten wir nicht. Die Panzer der Insekten konnten wir nicht brechen, auflösen oder vernichten. Wir liefen schnell weg und kamen zu den Schnecken. Es waren sieben an der Zahl. Ich trat vor und erkannte die Schnecke, der ich geholfen hatte, wieder. Sie erkannte mich auch. Irgendwie versuchten wir zu kommunizieren, eine Sprache entwickeln, so dass wir miteinander reden konnten. Es war beeindruckend. Zwei verschiedene Lebewesen versuchten Kontakt zueinander aufzunehmen. Meine Leute sahen sprachlos und gespannt zu. Ich sah zu den Glubschaugen auf und versuchte es mit beschwichtigen Gesten. Dann brummte das Wesen und ich erkannte, dass die Laute unterschiede aufwiesen. Es dauerte nur ein paar Stunden, dann begannen wir miteinander zu kommunizieren.
Sie waren bereit uns aufzunehmen. Wir durften in ihre Häuser benutzen. Alle Männer, Frauen und Kinder. Sie gewährten uns Schutz vor den Kannibalen-Vampiren und den Insekten. Als Gegenleistung hielten wir ihren Körper und das Schneckenhaus frei von Parasiten. Außerdem reinigten wir ihre Haut und verarzteten sie, wenn sie sich durch ihre Unbeholfenheit verletzte
2. Beratung
Nach kurzer Zeit, bei einer Ratssitzung, beschlossen wir, die Vampire zu vernichten. Wir hatten genug. Es wurde Zeit sie in ihr Schattenreich zu schicken, wo sie für immer und ewig bleiben sollten. Und wir wünschten, dass das Schattenreich sich auflöste.
Zwei Freiwillige begaben sich zu den Vampiren. Sie wollten die Schwachpunkte entdecken. Da die Sauger und Beißer nur bei Nacht aktiv waren, fand diese Operation in der Dunkelheit statt. Drei Tage und Nächte hörten wir nichts von unseren Männern. Sie kamen mit guten Ergebnissen zurück. Einer zitterte am ganzen Körper und wir nahmen an, dass er eine Krankheit ausbrütete. Der Andere von ihnen war merkwürdig still. Der rote Mond stieg über den Horizont, als die Beiden von ihrer Exkursion berichteten. Das Feuer loderte hell und Schattenspiele begannen. Es knisterte und eine angenehme Wärme breitete sich aus. Die Nächte waren doch ziemlich kalt. Zu unserer Gruppe gehörte ein sehr vorsichtiger Kämpfer. Er schlich um uns herum und beobachtete die Gegend. Dann blieb er im Rücken von uns Anderen stehen und beobachtete das Umfeld. Der stille Kundschafter stand auf und setzte zum Sprechen an, als eine Veränderung mit ihm geschah. Wieder ging alles sehr schnell. Tabor hob sein Schwert, lies es dreimal herum sausen und mit einem Wutschrei enthauptete er den Mann. Na, ja, Mann. Das stimmte nicht mehr. Er wollte sich gerade in ein Schattenmonster transformieren, als ihn die sehr scharf geschliffene Klinge traf. Sein Haupt rotierte durch die Luft, mit verwundertem Blick. Dann schlug es auf den Boden auf und rollte noch einen Meter weit. Tabor lief zu dem Kopf und trat ihn ins Feuer. Wo er langsam übelriechend verbrannte. Wiedermal sagten einige: oh, mein Engel!
Wir waren sprachlos und Elmat berichtete:
Zuerst ging alles Gut. Wir konnten uns unbemerkt am Tag, den Vampiren, nähern. Sie schliefen. Wir richteten einen Beobachtungsplatz ein und warteten. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwand, erschienen sie. Irgendwie waren sie unruhig, ich vermute, sie hatten Hunger. Sie stritten miteinander und zwei griffen sich an. Der Kampf dauerte nur Sekunden. Der unterlegene wurde in tausend Stücke gerissen. Alle fielen über die Reste her. Scheinbar bekamen sie keine Nahrung mehr und fraßen einander. Sie warnen richtig ausgehungert. Jeder von uns versuchte nun noch mehr Informationen zu sammeln. So teilten wir uns auf.
Nach zwei Stunden wollten wir uns wiedertreffen. Das taten wir auch. Auf dem Rückweg war mein Begleiter sehr ruhig. Das war ungewöhnlich, denn sonst redete zu viel. Ich wurde misstrauisch, beobachtete ihn und den Rest kennt ihr.
Wir beschlossen uns für die List, die Vampire zu einem Wespennest zu locken. Mal sehen was dann wohl geschehen wird. Trotz der Gefahr meldeten sich mehrere freiwillig, als Lockvogel für die Vampire. Ein Problem mussten wir aber noch lösen, die Bestien waren schneller und stärker als wir. Wie sollten wir sie zu dem Nest locken ohne getötet zu werden. Einer von uns hatte eine genial einfache Idee. Der Schneckenschleim! Vielleicht bewirkte er einen ähnlichen Effekt bei den Vampiren. Toll! Ein Himmelfahrtskommando! Aber es half nichts, einer probierte den Schleim aus. Wer konnte es glauben, ein voller Erfolg.
Es ging um unser Überleben, also setzten wir alles auf eine Karte. Bei Dämmerung zogen wir los.
3. Falle
Die letzten Sonnenstrahlen leuchteten durch die Wälder. Nebel zog auf und leichten Wind spürten wir auf unserer Haut. Ein Kautz rief, die Vögel verstummten. Vorsichtig setzten wir einen Fuß vor den anderen. Einer trat auf einen Ast. Das Knacken durchdrang die beginnende Nacht. Aber kein Feind erschien. Der rote Mond stieg am Firmament auf. Ein Pulk von Fledermäusen kreuzte unseren Weg. Sie flogen nach Westen. Nur ihr Flügelschlag durchdrang die beginnende Nacht.
Es war soweit, die Vampire erwachten! Der Wind heulte lauter als wir den großen Friedhof betraten. Das Eisentor ließ sich schwer öffnen. Wir schritten weiter voran auf dem Hauptweg. Da lagen sie vor uns, die Gräber mit den Marmorsteinen. Einige waren umgestürzt und ungepflegt. Abseits stellten wir uns auf. Die ersten Gesteinsplatten begannen sich zu bewegen. Im Mondlicht sah man Hände, die den Stein verschoben. Zu allem Unglück begann es zu regnen. Der Regen peitschte in unsere Gesichter. Uns fröstelte, aber wir hielten durch. Bald waren wir durchnässt bis auf die Haut.
Nun erschienen sie, die Ausgeburten der Hölle! Einer nach dem Anderen verließ sein Grab. Obwohl der Wind wehte stank es abscheulich und der Geruch nahm an Stärke zu, je mehr von ihnen hervorkrochen. Wir beherrschten uns nicht zu kotzen. Geräuschlos erhoben sie sich. Der Regen stoppte.
Ein paar Leute lagen versteckt im Wald und warteten auf die beginnende Jagd. Es ging los!
Noch einmal durchatmend zeigten wir uns den Vampiren. Und nun rannten wir, wir rannten um unser Leben. Die Untoten folgten uns. Sie genossen die Jagd und johlten. Absichtlich ließen sie uns einen Vorsprung. Das gehörte zu ihrem Spiel dazu. Damit hatten wir gerechnet. Wir erreichten schnell den ersten Posten. Rasch schmierten wir uns mit dem Sekret ein.
Die nächsten Lockvögel zeigten sich und schlugen eine neue Richtung ein und die Treibjagd begann erneut. Wieder jagten die Vampire unsere Leute.
Durch den Wald liefen unsere Männer.
Es funktionierte ganz gut. Das wiederholten wir ein paar Mal. So wurden die Kreaturen zu dem Wespennest geführt. Wir hatten großes Glück. Nicht einen Mann verloren wir. Es war kaum zu glauben. Ausgepumpt, aber erleichtert, legten wir uns in Deckung. Schwer atmend lagen wir da. Langsam normalisierte sich unser Kreislauf.
Was dann geschah war ungeheuerlich.
4. Kampf
Ein Vampir trat gegen das Wespennetz und der Spaß begann. Die Wespen erwachten und summten wütend. Immer mehr schlüpften aus dem Ausgang und griffen die Vampire an. Diese griffen nach den Zangen und Flügeln. Mit lauten Knackgeräuschen rissen sie den Insekten die Greifzangen und Flügel aus. Aber auch ein paar Vampire wurden gestochen. Langsam, unendlich langsam blähten sich die Körper auf. Die Köpfe erreichten die Größe eines Kürbisses. Sie platzten. Da kein Blut vorhanden war, staubte es nur. Die Asche verteilte sich. Nichts blieb von ihnen zurück.
Derweilen schnappten sich zwei Vampire eine Wespe. Einer zog am Kopfende und der Andere am Stachel. Sie setzten ihre Kraft ein und obwohl die Wespe sich wand, nach ihnen mit den Greifzangen schlug und versuchte den Stachel in den Körper zu rammen. Es nutzte nichts mit einem Plop zerriss das Insekt in zwei Stücke. Gierig fraßen die Vampire ihr Opfer.
Eine Wespe jagte im Sturzflug herunter und attackierte mit ihrer Waffe einen der Untoten. Wie ein Maschinengewehr bearbeitete sie den Kopf. Dann stach sie ein letztes Mal zu. Sie riss den Kopf mit Hals ab. Stieg in die Luft und ließ den Kopf herunterfallen. Dieser platzte lautlos auf dem Erdboden. Eine Kreatur umarmte eine Wespe und zupfte die Flügel aus. Ganz langsam fraß sie alles nacheinander genüsslich auf. Manchmal knackte es während des Verzehrs. Die Vampire waren auf den Geschmack gekommen und drangen in die Waben ein. Nach draußen drang nur wütendes Summen und lautes Knacken. Ein besonders großer Untoter schnappte sich eine Wespe und hielt einen Augenblick später zwei Teile in den Händen. Achtlos warf er sie weg. Die Vampire gewannen die Oberhand, so dachten wir. Mit einem Ruck wurden die Facettenaugen ausgerissen. Mehrere Vampire fraßen sich durch den Körper bis nichts mehr übrig blieb. Die Insekten wurden massenweise zerlegt und aufgefressen.
Aber als die Wespenkönigin auftauchte wendete sich das Blatt. Alles geschah so schnell, das man es kaum nachvollziehen konnte.
Im Sturzflug schoss sie über die Vampire. Köpfe rotierten durch die Luft, dann schlugen sie mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden und rollten noch ein paar Meter weit. Bevor die Körper zusammen brachen, metzelte die Königin an ihnen herum. Die Gliedmaßen wurden abgetrennt.
Die Königin summte und flog über ihr Schlachtfeld, inspizierte ihre Tat und begab sich wieder zu ihrem Nest.
Einer der Untoten floh. Damit begann der Krieg zwischen den Wespen und Kannibalen-Vampire.
Der Himmel verdunkelte sich, als die Geschwader der Insekten in großer Zahl nach den Vampiren ausspähten. Als sie den Ort erreichten, griffen sie an.
Ein Summen und Zischeln durchdrang das Gebiet. Immer wieder stürzten die Wespen auf ihre Gegner herunter. In der Schlacht starben auf beiden Seiten viele. Die Schlacht dauerte mehrere Wochen. Die Vampire verloren. Keiner überlebte. Eine Handvoll Wespen siegte. Der Rest war im Kampf gefallen. Es dauerte viele Sonnenumläufe bis sich ihre Population wieder erholte. Allerdings schrumpften sie auf ihre ehemals normale Größe zurück.
So wurde es in den Annalen überliefert.
5. Katze - Nemo
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( Schleicher )

Er wühlte in den Mülltonnen, stieg auf Bäume wo Vögel auf Ästen saßen und schmeichelte sich bei den Menschen ein. Nur um eine Mahlzeit oder einen warmen Schlafplatz für kurze Zeit zu bekommen. Ein Einzelgänger, ja das war er!
Auf seinen weichen Pfoten schlich er sich lautlos an seine Beute heran. Nager! Mäuse und Ratten. Seine Samtpfoten konnten zu tödlichen Waffen werden. Wenn er seine Krallen ausfuhr, schlitzten diese seine Opfer auf. Krallen, sowie ein Schwert mit scharfgeschliffener Klinge.
Heute entdeckte er eine halbgeöffnete Dose in der Mülltonne. Irgendwie schaffte er es sie herauszuholen. Mit seinen Pfoten und Zunge versuchte er an den leckeren Inhalt zu gelangen. Mit einem Trick gelang ihm das. Er kletterte auf ein Hausdach und rollte die Dose auf dem Dach herunter. Sie fiel herunter und platzte auf. Der Inhalt ergoss sich über den Steinfußboden.
Nachdem er fertig war putzte er sich. Mit seinen Pfoten, die zuvor mit seiner Zunge beleckte, strich er sich über sein schwarzes Fell. Wie ein streunender Kater sah er nicht gerade aus. Durch den Kontakt zu den Menschen, wurde sein Fell oft gekämmt. Er sah gepflegt aus und darauf war er stolz.
Nemo, so hieß er. Das stand auf seiner Plakette, die an einem Lederband um seinen Hals gebunden war. Überall wo er auftauchte, riefen die Zweibeiner seinen Namen. Sein Charme erleichterte ihm das Leben auf der Straße. Sein Revier war extrem groß, für eine Katze. So ca. 50 km. Wenn er an einem Ort ankam, setzte er sich auf sein Hinterteil, legte seinen traurigen Katzenblick auf und maunzte. Dem konnte keiner wiederstehen.
Feige war er nicht, denn sein linkes Ohr existierte nur noch zur Hälfte. Also die Überlegung, er wehrte sich, stellte sich zum Kampf und lief niemals davon. Ihn zog es immer wieder zu den Zweibeinern hin. Nicht nur weil sie ihn fütterten. Bei einem Abenteuer lernte er den ersten guten Menschen kennen. Zwischen guten und schlechten Zweibeinern konnte er unterscheiden. Einen Katzenhasser hatte er mal beobachtet und was dieser mit seinem Artgenossen trieb. Abscheulich!
Aber nun zu dem Abenteuer. Als er noch ein Jüngling war und vor Kraft und Energie strotzte, pirschte er sich bei einem kleinen Fluss, an sein Opfer heran. Es saß auf einem Baum am Ufer. Ein dicker fetter Vogel. Und dieser piepste so fröhlich vor sich hin. Nemo schlich zum Baum, fuhr seine Krallen aus und kletterte lautlos den Stamm empor. Der Vogel war so doof, dass er nicht bemerkte, wer sich gerade anschlich. Die leckere Mahlzeit saß auf einem Ast der über dem Wasser des Flusses ragte, ganz am Ende.
Showtime!
Nemo schlich weiter, setzte zum Sprung an und sprang ins Wasser. Der doofe Vogel flog just in dem Augenblick weg, wie der Kater lossprang. Die Katze stürzte ins Wasser. Ein Baumstamm trieb vorbei, trotzdem er sich drehte bekam er einen Schlag vom Holz und war sichtlich benommen.
Katzen können schwimmen! Aber sie mögen kein Wasser. Benommen ertrank er fast. Da stieg eine dunkle Gestalt ins Wasser, fasste ihn am Kragen und zog ihn aus dem Fluss. Die dunkle Gestalt war ein Zweibeiner gewesen. Dieser legte Nemo am Ufer ab und beobachtete ihn. Der Kater erholte sich schnell, schnurrte kurz und verschwand.
Das hatte der Einzelgänger nie vergessen. Immer wenn er auf die Menschen traf und sie nett zu ihm waren, dachte er daran. Als Liebesbeweis jagte er dann die Mäuse und Ratten, legte sie vor die Tür und verschwand wieder für eine kurze Zeit.
So lief er wohl ca. 20 Sonnenumläufe in der Gegend herum. Sein Ruf eilte ihm voraus und man gab ihm den Spitznamen Nemo-der Schleicher. Weil er immer leise auf seinen Samtpfoten herum lief.
Das war noch zu der Zeit wo Vampire, die Menschen noch nicht ausrotteten.
6. Meer
( das Meer )
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Viele kennen Wasser nur zum Waschen und Trinken. Ich aber bin von der Flüssigkeit fasziniert. Bäche, Flüsse, Seen, Meere und Ozean. Alles Begriffe die mich aufregen. Aber nur positiv. Ich würde so gern ins Wasser steigen, untertauchen und mir die Unterwasserwelt anschauen. Fische, die vorbeiziehen, Luftblasen, die an die Oberfläche eilen, Meeresschildkröten, die majestätisch

auf ihrem Weg voran schweben, Wale die ihre Schwanzflosse hoch aus dem Meer heben, Delfine, die durchs Wasser rasen … Ich könnte immer weiter fortfahren.

Tauchen nach alten Wacks mit Truhen und Artefakten. So etwas, das würde ich gern tun. Korallenriffe und Seetang-Wälder besuchen. Dorthin zurückkehren, wo unser Ursprung ist.

Sei es drum. Nun sitze ich am Strand. Am weißen Strand und Sehnsucht nach der Tiefe übermannt mich. Ich sehe auf das Meer und die Wellen spülen an das Ufer. Bis zum Horizont zieht sich der weiße Strand und Dünen fügen sich in das Landschaftsbild ein. Von der See weht ein schwacher Wind landeinwärts und spielt mit meinen Haaren. Die Möwen kreisen aufgeregt über dem Ufergestade. Weit auf dem Meer erkennt man Bis sie Segler, Container- und große Tankerschiffe.

Ich werfe eine handvoller Sand in die Höhe und sehe wie der Wind ihn verstreut. Danach blicke ich auf Spuren. Auf meine Spuren, die am Ufer entlang führen. Weit, ganz weit. Bis sie in den Dünen verschwinden. Aus Richtung der Dünen höre ich Stimmen und einen Augenblick später kommen zwei Personen an den Strand. Mit ihren Füßen im Wasser schlendern sie an mir vorbei. Sammeln Muscheln und werfen kleine Steine in die See. Weit zwischen den Wellen nehme ich eine riesengroße Schwanzflosse wahr. Wale! Wale? Hier bei uns? Wieder überkommt mich der Impuls ins Meer zugehen. Die Sonne erwärmt mein Haupt und ich seufze. Die Schiffe sind mittlerweile am Horizont verschwunden und die Sonne ist in den Zenit aufgestiegen. Ich schaue auf die Uhr. Es wird gerade 12:03 Uhr. Ich wische mir über meine Stirn und reibe mir die Augen. Ein bisschen Hunger und eine kleine Müdigkeit verspüre ich. Das Meer, ja das Meer. Es fasziniert mich. Und trotzdem, ich kann es nicht erkunden. Ich kann nicht schwimmen, geschweige denn tauchen. So wird es immer nur ein Traum von mir bleiben, im Meer zu schwimmen und zu tauchen.
Aber der Wind weht meine Gedanken fort. Ich atme tief durch und genieße die salzige Meeresluft. Es wird Spätnachmittag und ich trinke einen Kaffee. Den ich in einer Thermoskanne mitgebracht hatte.
Langsam versinkt die Sonne hinter dem Horizont. Das Azur des Himmels verändert sich und wird über ein blutrot zu schwarz. Ich stell mir vor, wie den Häusern und Straßen die Lichter angeschaltet werden. Der kühle Abendwind weht nun über die Dünen. Dort, wo auch die Blumen ihre Kelche schließen und ihre Köpfe zum Schlaf senkten.
Der Schatten des silbernen Mondes spiegelt sich auf dem Meer. Am Ufer schwappt das Wasser langsam an den hellen Strand, der mit Muscheln und Tang übersäht ist. Die Wellen hört man kaum, so leise ist die See.
Im Mondlicht sieht man meine Silhouette. Und meine Spuren, die man im Mondlicht kaum erkennen kann, führen in die sternenklare Nacht.
Verträumt zündet er sich eine Zigarette an. Stumm setzte ich mich auf einen dunklen Stein. Und mein Haar wird von Wind sanft umspielt. Als wenn mich der Abendwind liebkosen wollte.
Ich blickte zu den blinkenden und leuchtenden Sternen auf. Ein friedliches Gefühl breitet sich in meiner Brust aus. Ich hatte nur den einen Wunsch, diese Idylle mit jemandem zu teilen. Und der Silbermond scheint auf mich herunter. Als wenn er mich erfreuen wollte.
Nach einiger Zeit treffen ein paar Menschen ein. Sie unterhalten sich lautstark. Es wird viel getrunken, gelacht und lauthals gesungen. Ein Lagerfeuer wird entzündet und die Flammen spielen mit dem Wind. Ich begrüße die Leute und setzte mich zu ihnen. Man fragt mich, ob ich für sie spielen würde. Meine Gitarre habe ich immer bei mir.
Ich nehme meine Gitarre und zupfe zuerst. Nach fünf Minuten sind meine Finger eingespielt. Der Wind trägt die Klänge der Gitarre weit über den Strand hinaus.
Holzscheide glühen in sattem Rot und Knistern laut. Die Funken sprühen und die hellen Flammen tanzen lustig herum. Schatten verändern Form und Größe. Hell lodert das Feuer in dieser Nacht. Nach und nach sacken die Holzscheite zusammen. Einige Leute tanzen und singen um das Feuer herum. So geht es bis tief in die Nacht. Erst kurz bevor es zu Dämmern beginnt, gehen ein paar von ihnen, nach Hause. Die Feuerstelle rauchte noch ein bisschen.
Als dann am Morgen die Sonne über dem Horizont erscheint, sind die Spuren der vergangenen Nacht noch zu sehen. Wenn man genau hinschaut, sieht man die letzten Leute in weiter Ferne verschwinden.
Nur ich bleibe zurück. Ganz allein, aber doch zufrieden. Es war eine schöne Nacht. Auch ich erhebe mich nun, ergreife meine Gitarre und schlendere nach Hause. Das, was bleibt sind seine Spuren, die im Sand, tief eingedrückt, noch zu sehen sind. Und seine Spuren scheinen in die Unendlichkeit zu führen!
Und die Spuren bleiben solange bestehen, bis der Wind sie in alle Himmelsrichtungen verweht! Und Einsicht sich herabgesenkt hat. Wieder sind es Spuren aus der Ahnenlinie des Minnesänges im bizarren Zeitalter.
Dieser Bericht stammt aus der Zeit, als es noch viele Menschen gab.
7. Eingeschlossen!
( Eingeschlossen! )
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Es war ein sonniger Morgen. Die Sonne stieg langsam über den Horizont. Ich sah auf die Uhr, das Display zeigte 07:45 an. Ich stapfte durch den Sand. Mühsam folgte ich der Kompassnadel. Die Temperatur war angenehm. Keine Wolke war am purpurnen Himmel zu sehen. Kein Windhauch zu spüren. Auch keine Vögel flogen am Himmel. Nur Stille. Eine Eidechse huschte vorbei.
Kurz vor 08:00 erreichte ich die Ausgrabungsstelle. Schnell kletterte ich die Leiter hinunter. Ich war gespannt und aufgeregt. Wir hatten etwas entdeckt!
Wir waren aber noch nicht sicher ob es ein Königsgrab oder das eines Priesters war. Nun stand ich vor der Tür. Sie war dunkel, zwei Meter hoch und ein Meter breit. Noch zögerte ich, dann berührten meine Hände den Mechanismus, der die Tür öffnete. Leise quietschend schwang sie auf. Ich trat ein. Es brannten mehrere Fackeln an den Wänden. Der Raum wurde schwach ausgeleuchtet. Überall lagen und standen Artefakte herum. Das
Material bestand aus Silber, Gold, Ton und Granitstein. In der linken Ecke stand ein kleiner offener Schrank. Dort lagen viele Schriftrollen. Ich ging darauf zu und… mit lautem Knall schloss sich die schwarze Tür. Es dröhnte in meinem Kopf.
Ich war eingeschlossen! Es bildete sich ein Kloss in meinem Hals, mein Herz schlug schneller und ich atmete heftiger.
Eingeschlossen! Verdammt! Meine Phobie!
Eiskalt lief es mir den Rücken herunter. Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Ich konnte diesen Raum von innen nicht öffnen. Ich griff nach meinem Mobiltelefon und klappte es auf. Verdammt! Kein Netz!
Langsam geriet ich in Panik. Die Skulpturen sahen mich an. Meine Wahrnehmung spielte mir einen Streich. Ich glaubte die Staturen würden sich bewegen. Auf mich zu bewegen. Die Vogelähnlichen Gebilde spreizten ihre Flügel und flogen im Raum hin und her. Sie kollidierten mit den Wänden.
Es wurde kälter im Raum. Die Steinplatte des Sakophags bewegte sich und Schleifgeräusche drangen an mein Ohr. Mit lautem Getöse schlug die Platte vom Sakophag auf den Boden auf. Eine Mumie erhob sich aus der Öffnung. Unwürdiger, du bist des Todes! Ich erschrak bei der lauten tiefen Stimme.
Dann erloschen die Fackeln, eine nach der Anderen. Bis auf eine.
Eingeschlossen!
Von der Außenwelt abgeschnitten. In dem Dämmerlicht hörte ich seltsame Geräusche. Kratzende, gurgelnde, schleifende und tickende. Mein Verstand begann sich zu vernebeln. Langsam sank ich auf den Boden und mein Rücken lehnte an der Wand. Sie war leicht feucht und ich vernahm tropfende Geräusche. Wassertropfen die auf den Boden auftrafen. Eine Armee von Panzerkäfern marschierte auf mich zu. Ich glaubte ihren Gleichschritt zu hören. Ich war wie gelähmt. Meine Beine, die spürte ich nicht mehr. Meine Arme, meine Hände, die kribbelten. Ich war wie paralysiert. Und machtlos. Und ohnmächtig.
Eingeschlossen! Mein größter Alptraum. Alleine in einem Raum. Wieder hörte ich die Armee. Sie lief auf mich zu. Der Raum wurde zum Tunnel, immer länger und länger und die Armee der Panzerkäfer marschierte auf mich zu. Ihre Schritte erschütterten den Boden. Immer lauter wurde ihr Getrampel. Ich sah in ihre Richtung. 10, dann 100, dann 500, dann 1000, dann 5000 und am Schluss 10000. Alle liefen auf mich zu.
Keine Hoffnung ihnen zu entkommen. Sie formierten sich. Sie wollten alle in meinen Mund. Sie wollten durch meinen Mund in mich eindringen. Vor meinem Gesicht stoppten sie und verharrten.
Eingeschlossen! Ich war immer noch wie gelähmt. Konnte mich nicht wehren. War verzweifelt. Dann gingen die Käfer zur Attacke über…
Wach auf! Ein Schlag ins Gesicht weckte mich. Ich lag im Forschungscamp auf einer Liege. Da man von mir nichts hörte, folgte man mir nach zwei Stunden und fand mich in der Kammer halb erstickt. Gerade noch rechtzeitig. Da die Tür sich geschlossen hatte, wurde die Luft knapp im Raum. Und das Resultat hatte ich erlebt.
Nun war ich nicht mehr eingeschlossen!!!
>>> ENDE <<<
8. Engel!
( Mein Engel! )
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Schon mein Vater sagte mir vor seinem Tod, dass wir einen Schutzengel besitzen. Er würde uns immer auf Schritt und Tritt begleiten. Immer folgen, damit uns keine Gefahr droht. So lief ich nun durch die Welt. Und mein Schutzengel folgte mir unauffällig.
Einmal stieg ich auf mein Zweirad und fuhr wild los. Ich war wütend. Immer stärker trat ich in die Pedale und schoss schnell, für ein Zweirad den Fahrweg entlang. Dieser verlief genau neben der Fahrbahn der Vierräder. Ich schäumte vor Wut. Wieder war ich bei einer Beförderung vergessen worden. Ich atmete durch den Mund und meine Sichtgläser beschlugen. Wie in einem Film erlebte ich das folgende Geschehen.
Meine Sicht war versperrt, den die Gläser beschlugen. Ich verlor die Kontrolle über das Zweirad. Plötzlich lag ich auf der Straße und bewegte mich nicht. Mein Rücken schmerzte und auch mein rechter Ellenbogen. Nicht weit weg hörte ich einen Dieselmotor. Mein Blick wanderte herum. Ich lag unter einem Truck! Die Reifen direkt vor meinem Bauch, wenn er anfuhr dann… Der Truck fuhr los und bremste sofort wieder. Der Fahrer blickte in seinen Rückspiegel und sah mich unter seinem Truck liegen. Er öffnete die Tür und sprang heraus, lief auf mich zu, sprach mich an und zog mich vorsichtig unter seinem Fahrzeug hervor. Nachdem er sich gesetzt hatte, holte er eine Zigarette aus der Schachtel. Auf dieser stand: Rauchen kann zum Tode führen. Ich grinste. Der Trucker zündete sich eine an und blies den Rauch in die Luft. Da hast du noch mal Glück gehabt. Dein Schutzengel hat gute Arbeit geleistet. Ich nickte, war aber noch benommen und konnte nicht darauf antworten.
Ein anders Mal war ich besoffen, stockbesoffen! Es war so schlimm, dass ich die Straße von einem Lichtmast zum Nächsten vermass. Ich torkelte und schwankte. Aber ich konnte mich ja am Fußboden festhalten, so konnte mir kein Unheil wiederfahren. In meinem Zustand lief ich auf ein Vierrad zu. Ich umrundete es. Ich vermass es. Dann kletterte ich auf die Motorhaube, das sie dabei verbeulte, störte mich nicht. Irgendwie schaffte ich es auf das Dach zu steigen. Dort angekommen sah ich mich um. Kein Verkehr und keine Leute um mich herum. Plötzlich kam eine Windböe. Ich strauchelte, rutschte weg und flog vom Dach auf die Straße herunter. Ich landete neben einem Brett, aus dem 10 cm lange Nägel ragten. Ein paar cm nach rechts und ich hätte eine Igelfrisur bekommen. Na, ja oder so ähnlich. Meine Erinnerung sagte mir, dass ich beim Sturz gestoßen wurde. Ich kratzte mich, rieb mir die Stirn und bemerkte, dass ich durch diesen Vorfall stocknüchtern geworden war.
Elektrizität hatte mich schon immer gereizt und ich war neugierig, was für ein Gefühl es wohl wäre, wenn man einen leichten Stromschlag bekäme. Finger nass und in die Dose stecken, das hatte ich vor. Um mich zu inspirieren fuhr ich zum nächsten Stromwerk. Dort angekommen hörte ich es laut knistern und surren. Mir sträubten sich plötzlich die Nackenhaare. Der Gedanke gefiel mir nicht mehr und ich sah respektvoll auf die Stromkabel. Es tauchte ein Wartungsarbeiter auf und peitschendem Geräuschüberprüfte die Akkumulatoren, Transformatoren und Kabel. Zuerst geschah nichts, aber dann. Ein Stromkabel löste sich und sauste herunter. Genau auf den Kopf vom Wartungsmann. Dieser trug einen Helm, der nützte ihm aber nichts. Mit einem peitschendem Geräusch sauste ein zweites Kabel herab. Der Mann wurde gegrillt. Innerhalb von Sekunden verbrannte seine Haut. Er wurde schwarz und qualmte. Noch nicht einmal schreien konnte er. Ich stand wie gelähmt da. Konnte den Vorfall nicht begreifen. Dann schossen die Kabel auf mich zu. Ich lief so schnell ich konnte davon. Ich dachte sie würden mich erreichen, aber etwas hielt sie auf. Nur so lange, bis ich in sicherer Entfernung stand. Ich drehte mich um und sah zurück. Der Mann war eine Fackel und verbrannte lichterloh. Wieder hatte mich mein Schutzengel gerettet.
Und dann war da noch eine Sache: Ich lief an unserer Uni vorbei. Vor dem Eingang stand ein großer Brunnen mit Skulpturen. In den Sommermonaten saßen viele Studenten auf dem Beckenrand und ließen ihre Füße ins Wasser gleiten. Man wollte sich abkühlen. Eine junge Frau stand am Beckenrand und schluchzte. Mein Interesse war geweckt und ich ging zu ihr hin. > Verzeihung, was ist los? < fragte ich sie. Nach einigen Weinkrampfanfällen erwiderte sie. > Meine goldene Kette ist gerissen und ins Wasser gefallen. Ich kann sie nicht wiederfinden. Sie ist sehr kostbar und bedeutet mir sehr viel. Es ist ein altes Erbstück meiner Großmutter. <
Ich überlegte nicht lange, zog Schuh und Strümpfe aus, stieg ins Wasser und suchte
nach der Halskette. Viele Gegenstände lagen auf dem Beckenboden herum, aber nicht die Kette. Ich suchte weiter
und bald näherte ich mich dem Standort von der jungen Frau. Dann sah ich es unter mir glitzern. Beugte mich herab, griff auf den Boden und hielt die Halskette in der Hand, hob sie hoch und zeigte sie der Frau. Diese stieß einen Jubelschrei aus. Eine innere Stimme sagte mir, ich sollte denselben Weg zurück antreten, aber ich ignorierte das und schritt auf sie zu. Plötzlich spürte ich ein starkes Ziehen an meinem linken Fuß. Wieder ignorierte ich das und setzte den kürzeren Weg zu ihr fort. Angekommen überreichte ich der jungen Frau ihre Kette und stieg aus dem Brunnen. Dann sahen wir die Bescherung! Mein linker Fuß blutete stark. Die Blutung wollte nicht stoppen. Sie stieß einen Schrei aus und sagte: < Das tut mir sehr leid. < Schnell suchte sie etwas zum Verbinden und legte mir einen Druckverband an. > Sie müssen zu einem Arzt < Ich nickte. Beim Arzt angekommen untersuchte er gleich die Wunde, versorgte sie, sie musste mit 4 St ichen genäht werden und sagte zu mir: > Hast Glück gehabt! Ein Zentimeter weiter und dein Fuß wäre steif geworden. Oder er hätte sich infiziert und hätte amputiert werden müssen. < Ich schluckte und erinnerte mich plötzlich, dass ich, wie ich zutrat, einen leichten Stoß erhielt. Jetzt weiß ich, was mit mir geschah.
Alle schwiegen, es war nur das Prasseln des Lagerfeuers zu hören, dann begann ein zweiter mit einer Geschichte, die ihm in seiner Kindheit erzählt worden war. So berichtete einer nach dem Anderen über die Engellegenden.
>>> Ende <<<
9. Feuerteufel!
( Feuer! )
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Ja, er war ein Feuerteufel! Er liebte es zu zündeln. Die Flammen zu beobachten, wenn sie nach Nahrung tasteten. Wenn es immer glühender und rauchiger wurde. Wenn alles verbrannte. Wenn sich alles in Asche verwandelte. Gelbe und blaue Flammen züngelten. Knisterndes Gebälk einstürzte. Das liebte er.

Eine Spur der Vernichtung zog er hinter sich her. Eine Feuerbrunst nach der Nächsten. Wie ein Fackelzug, der sich Kilometer weit erstreckte. Hunderte von Kilometern. Auf einer Landkarte konnte man die Standorte der Brandherde miteinander verbinden, das Bild ergab dann eine Flamme, eine große Flamme.

In jeder Stadt wo er auftauchte, brannte es lichterloh. Er legte die Brände mit größter Genugtuung. Er stand schon lange unter Verdacht. Aber man konnte ihm nichts beweisen. Er war sehr einfallsreich und gerissen. Bei jedem Brand stand er als Zuschauer bei den Beobachtern. Das einzige was zu seinem Gunsten sprach war, dass es noch nie Menschenleben zu beklagen gab.

Das war sein letzter Akt in dieser Stadt. Wieder machte er sich auf den Weg. Keiner folgte ihm. Die Reise ging weiter. Es gab noch andere Städte. Viele
Städte. Er rieb sich die Hände. Und verschwand in einer Rauchwolke.
>>> Ende <<<

10. Schnüffelnase
( Schnüffelnase! )
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Man sah sie nur zusammen. Ihn und seinen Hund. Überall tauchten sie gemeinsam auf. Er hatte keine Frau, keine Partnerin, nur diesen Hund. Egal wo er hinging, immer war der Hund bei ihm. In der Kneipe, im Einkaufladen oder beim Spazieren gehen. Der Hund folgte ihm auf Schritt und Tritt.
Am liebsten gingen die Beiden auf’s Feld oder in den Wald. Denn hier konnte der weißschwarze Vierbeiner laufen, jagen, graben und schnüffeln. Und er liebte es zu Schnüffeln! Die Nase auf dem Boden und dann lief er kreuz und quer, hin und her, hierhin und mal dorthin. Das mochte der Mann gerne sehen. Beim Schnüffeln schnaubte der Hund fast. Er schnüffelte und fing an zu graben. Mit seinen Pfoten wühlte er den Erdboden auf und biss nach den Wurzeln. Die weißen Beine wurden schwarz von Erdreich und die Schnauze sah schmutzig aus. Wie bei einem „Dreckspatz!“ Immer wieder sagte der Mann zu seinem Vierbeiner: > Schnüffelnase! Du bist eine Schnüffelnase! < Der Hund sah ihn mit seinen intelligenten braunen Augen an. Legte den Kopf schief, als wenn er die Worte verstehen würde und wedelte mit seinem Schwanz und bellte freudig.
So lebten die Beiden viele Sonnenumläufe bis der Hund starb. Der Mann war allein. Aber kurze Zeit darauf, starb auch der Mann. Er liebte seinen Hund so sehr, dass er kurze Zeit später ihm folgte.
>>>Ende <<<
11. Der Bote
( der Bote )
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Warum sollten Fledermäuse nicht Liebesgrüße überbringen. Sie können auch Boten sein. Wir, Vampire sind auch romantisch! Auch wir brauchen einen Partner für’s Leben!
Wenn wir mal getrennt jagen schicken wir unseren Boten, dass der Andere weiß wie sehr wir ihn vermissen. Einen Liebesgruß auf vampirisch!
Für Jahrhunderte/Jahrtausende. Hand in Hand die Menschen jagen und ihr Blut saugen. Vorher ihren Hals fixieren, dann beißen und ihn aufreißen. Nachts ans Fenster klopfen und warten bis es geöffnet wird. Sie hypnotisieren und dann mit ihnen ins Bett gehen. Aber nur um das Labsal zu saugen. Ihre Angst riechen, ihre Furcht spüren und ihr wimmern hören, ja das gefällt. Gemeinsam das zu erleben.
Wenn man Sehnsucht verspürt, oder wenn man ihn vermisst, dann sollte man seinem Partner eine Mitteilung zukommen lassen. Und Fledermäuse sind für uns wie Brieftauben.
>>> Ende <<<
12. Fee!
( Frau in weiß )
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Die Agathroner berichteten ihren Kindern von den Feen. Und auch von der Frau in Weiß. Denn sie war die Königin.
13. Geisterreiter

Er war nun schon seit hunderten von Sonnenumläufen unterwegs. Er und sein Vierbeiner. Es trieb ihn immer hinaus, wenn es stürmte und regnete. Die Blitze leuchteten ihm seinen Weg. Seine Rufe hallten durch die Nacht. Auch das Hufgetrappel war zu hören. Mit den Gewitterwolken ritt voran. Immer auf der Suche. Doch wonach, das wusste er selbst nicht einmal. Wind und Wetter trieben ihn voran. Immer weiter und weiter durch die Ebenen von Agathron. Die Peitschenhiebe knallten durch die Nacht und das Huftrappeln nahm zu. Sein Gesicht war weiß, markant, hager, mit einer Hakennase. Und – rotglühenden Augen! Der Geisterreiter war wieder auf dem Weg.
Wer ihm zu nahe kam, erstarrte und bekam einen Herzinfarkt. Leichen pflasterten seinen Weg. Immer wenn das Wetter umschlug fürchteten sich die Menschen. Denn durch den Sturm hörte man sein Lachen. Sein Geisterlachen!
>>> Ende <<<
14. Geisterfahrer
( Geisterfahrer )
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Vierbeiner gab es noch, aber nicht mehr um sich von dem einen Ort zum anderen fortzubewegen. Jetzt benutzte man Vierräder und nicht Vierbeiner.
Heute war Vollmond! Es war wieder mal soweit, der Geisterfahrer begab sich auf die Pisten. Er sprang in seinen Vierrad, trat das Beschleunigungspedal, der Motor heulte und mit rauchenden und durchdrehenden Reifen raste er los. 50, 60, 75, 100, 150 und dann 200km. Nur fliegen war schöner! Die Landschaft schoss vorbei. Alles was im in den Weg kam drängte er von der Straße. Er lachte, wenn die Opfer schrien. Dann fuhr er in der falschen Richtung auf die Schnellstraße. Mit aufblendenden Scheinwerfern jagte er dahin. Wie ein Monster mit riesigen Augen raste er durch die Vollmondnacht. Wohin er auch fuhr, er brachte nur Tod und Verderben. Er breitete großen Schrecken.
Es war der blanke Horror, wenn man auf den Straßen fuhr. Keiner wusste, wann man ihm begegnen würde. Doch wenn der Vollmond unterging, verschwand er spurlos von den Straßen. Niemand kannte sein Versteck.
Opa endete mit seiner Geistergeschichte und sah seine Enkel erwartungsvoll an. Die drei Jungen und das Mädchen waren begeistert. Sie liebten ihren Großvater und vor allen Dingen seine Geschichten.
Mehr, Opi, mehr. < Riefen sie ihm zu. Und Opa erzählte…
>>> Ende <<<
15. Angst
( Beschütze mich)
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Viele hatten Angst. Angst vor dem Morgen. Vor den Menschen, vor den Tieren. Überhaupt vor allem. Viele suchten eine starke Schulter an die sie sich lehnen konnten. Der Geborgenheit und Sicherheit gab. Der sie beschützte. Der sie führte. Diese Ängste wurden in einer alten Weise dargelegt. Sie wurde in den vielen Sonnenumläufen von einem zum anderen weiter gegeben. Wenn Trost gesucht wurde, sang man es vor.
>>> Ende <<<
16. Auf der Flucht
1. Wolfen!.mp3 Wolfen!
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Ich hatte mich verlaufen. Hier in diesem Wald, den ich nicht kenne. Dann bin ich noch mit dem Fuß umgeknickt, das tat höllisch weh und ein wildes Tier hat auf meiner Brust Kratzspuren hinterlassen. Ein Rund um „gelungener“ Ausflug! Selbst meine Freunde waren verschwunden. Ich war allein und auf mich selber angewiesen. Und es wurde dunkel.
Irgendwie fühlte ich mich verfolgt, als ich weiter nach dem Ende des Waldes suchte. Hier und da hörte ich ein Knacken des Unterholzes.
Sehen konnte ich ja nichts. Ich tastete mich weiter. Nun vernahm ich ein leises Knurren. Wieder konnte ich nichts erkennen. Aber ich konnte schon besser vorankommen. Dann nahm ich tapsende Geräusche war, gepaart mit einem Hecheln. Das kann doch nicht war sein, das hier ein Hund herum läuft. Meine Nerven waren angespannt
und ich fing an zu laufen. Schneller lief ich, als das Hecheln wieder zu hören war.
Da! Wieder ein Geräusch, diesmal vor mir. Zwei weiße Augen sahen mich an. Nein, vier Augen, nein sechs. Mir lief es kalt den Rücken herunter und ich bekam eine Gänsehaut. Jetzt waren es schon ein Dutzend Augenpaare, die mich verfolgten. Und ich hörte ein Knurren und Winseln. Die Augenpaare liefen neben mir. Egal ob schnell oder langsam, sie folgten mir. Mir wurde mulmig zu Mute und ich rannte so schnell ich konnte durch den Wald. An die Lichtverhältnisse hatten sich meine Augen gewöhnt. Auf einmal stand ich auf einer Lichtung. Ich verschnaufte. Der Mond, war gerade aufgegangen und schimmerte silbern. Von rechts erklang ein Heulen. Links wurde geantwortet. In der Ferne wurde auch mit geheult. Seit wann gibt es denn Wölfe hier? Ich kratzte mich am Kopf. Das ganze war ziemlich dubios. Nun erschien der erste graue Wolf vor mir. Ich erschrak und lief in die andere Richtung davon. Aber auch hier war so ein Geselle. Egal wohin ich auf der Lichtung lief, überall waren die Viecher. Ich setzte mich und überlegte. Das ganze Rudel schlich langsam auf mich zu. In einem Abstand von 10 Metern blieben sie stehen. Sahen nach mir und hechelten. Dann legten sie sich zu Boden. Der Eine winselte, der Andere knurrte und der Dritte grunzte vor Wohlbehagen. Es geschah nichts weiter. Auf irgendetwas schienen sie zu warten. Man ließ mich in Ruhe. Der Mond stieg in der Zwischenzeit immer höher.
Bald wird er ganz oben stehen. Dann ist es Mitternacht. Die Wölfe zogen ihren Kreis immer enger. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden sie mich angreifen und zerfleischen. Ich wühlte in meinen Taschen, ja da war ein Feuerzeug! Ich werde Holz sammeln und es in einem kleinen Kreis um mich legen und anzünden. Der Feuerschein wird sie abschrecken. Denn Wölfe haben Angst vor Feuer. So habe ich eine reelle Chance zu überleben. Schnell sammelte ich Holz. Die Wölfe verfolgten meine Bewegungen, ließen mich aber weiter in Ruhe. Ich riss einen Streifen von meinem Hemd und wollte es für die Fackel benutzen. So konnte ich das Holz anzünden. Als ich die Flamme sah, jaulte ich vor Schmerz, ich hatte mich verbrannt, und warf das Feuerzeug im hohen Bogen in die Dunkelheit. Nun kratzte ich mich wieder hinterm Ohr und sah zum Mond auf. Was blieb mir anderes übrig, als mit den Wölfen zu heulen. Ich setzte mich wieder hin, sah den Mond an und heulte. Er übte eine große Faszination aus, auch auf mich!
Ich heulte weiter, immer lauter und intensiver. Dabei stimmten immer mehr von dem Rudel mit ein. Jedes Mal verwandelte ich mich mehr, bis zum Schluss. Mir wuchs Fell. Mir wuchsen Krallen. Mir wuchsen Reiß- und Fangzähne. Mir wuchs ein Schwanz. Mir wuchsen spitze Ohren und eine lange Schnauze. Dann sah ich so aus wie sie. Nein ich war fiel größer als sie und ich bin jetzt der Leitwolf. Oder auch ein Wehrwolf! Nur das ich mich verwandeln kann, immer dann wenn es Vollmond wird. Und wenn ich es will, eine Nacht davor und eine Nacht danach.
Die Wehrwölfe sind immer auf der Flucht! Auf der Flucht vor ... dem Menschen. Denn er will uns töten mit drei Silberkugeln.
Wir sind für immer und ewig auf der Flucht!!!
>>> Ende <<<

Ende des III. Teils
Der Teil wird fortgesetzt ...
Aurora- Tochter des Morgengrauen.mp3
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