Vampire!  

 

Die Geburt des Schattenreichs  

 

 

 

 

Geschöpfe der Nacht

 

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Das Schattenreich sich über die helle Welt bald legt.

Kommt zu uns und spürt was sich in Euch regt.

Zögert nicht und vergesst den grellen Sonnenschein,

Geschöpfe der Nacht werdet Ihr jetzt sein.

 

 

Öffnet die Fenster und ladet ein,

lasst uns in eure Zimmer hinein.

Herzen werden erkalten, seit bereit!

Tretet den Weg an, wir geben euch Geleit.

 

 

Die Sonne wird für immer untergehen,

spürt dann die kalten Winde wehen.

Eine neue Heimat wird das Schloss

wo so viel Menschenblut einst floss.

 

 

Transsilvanien wird die neue Heimat werden,

ihr lebt dort in einer Burg aus Stein und Erden.

Man erlangt Unsterblichkeit für die Seele,

nur für einen kleinen Ritz in die Kehle.

 

 

Viele Jahrhunderte werdet ihr überdauern,

oft in stiller Nacht auf Opfer lauern.

Ein Spiegel, ob groß ob klein, bleibt nun leer,

zeigt von dir kein Spiegelbild mehr.

 

 

Nach hundert Jahren werden Erinnerungen verblassen

und du wirst die Morgendämmerung hassen.

Viele Jahrtausende würdest du erleben

und dich zum Ruhen in einen Sarg begeben.

 

 

Schleichend steigt Nebel aus jeder Gruft,

dabei Grabesstille erfüllt die Luft.

Ein Hauch vom Tod breitet sich aus,

steigen die Vampire aus den Grüften heraus.

  

 

Man kann den Gestank von Fäulnis und Moder riechen.

Wenn wir hungrig aus den Gräbern kriechen.

Sind stets auf der Suche nach dem schmackhaftem Blut.

Denn der rote Saft mundet uns so gut.

 

 

Die Nacht ist unsere Wirkungszeit

man jagd dann in Dunkelheit.

Der Mond spendet spärlich Licht

verdunkelt die Anzuzapfenden nicht.

 

 

In jeder Mondnacht auf Blutjagd gehen,

auch in Gassen nach Opfern spähen.

Geschöpfe der Nacht, durchdringen die Finsternis.

Kein Fluss, Mauer und Kirche stellt ein Hindernis.

 

 

Schreie hallen in finsterer Nacht.

Für die Jagd sind wir erwacht.

Angst breitet sich überall nun aus,

niemand tritt mehr aus dem Haus.

 

 

Menschen sind unsere Nahrung,

ihr Blut ist die schönste Labung.

Was für ein wunderbares Gefühl, wenn du zubeißt,

saugst das Blut, dabei den Hals aufreißt.

 

 

Wir saugen der Menschen ganze Lebenskraft,

denn das stärkt unsere Vampirkraft.

Was du in unseren Augen siehst,

Begierde! Nach Blut, du in ihnen liest.

 

 

Wehe Dem, dessen  Holzpflock uns pfählt.

Der hat dann seinen Untergang gewählt.

Der Herr der Finsternis wird uns wohl rächen.

Und ihm grausam alle seine Knochen brechen.

 

 

Knoblauch, Kruzifix, Weihwasser und Pflock

Ist für uns doch wie ein großer Schock.

Spiegel, Silber und der grässliche Sonnenschein.

Werden für uns immer furchtbar sein.

 

 

 

Treffen Sonnenstrahlen auf unsere Körper auf,

nimmt so das Verhängnis seinen Lauf.

Werden dann vergehen in züngelndem Feuer.

Zu Ende wäre es mit uns Ungeheuer!

 

 

Nun ist die Zeit, für die Geschöpfe der Nacht gekommen.

Ja, das Lichterreich wird den Menschen weggenommen.

Ungeduldig warten die Kreaturen auf das Zeichen,

um zu töten, und zu sehen wenn sie vor uns weichen.

 

 

Wir überziehen die Welt wie eine schwarze Flut,

 unsere Augen leuchten immer wie  Feuerglut.

Die Armee der Finsternis schreitet voran,

was nur den Tod und Verderben bringen kann.

 

 

Die Sonnenwelt stürzen wir in tiefste Dunkelheit.

So dass kein Wesen bleibt, weit und breit.

Das blanke Chaos wollen wir herauf beschwören

und die Todesschreie unser Opfer hören.

 

 

Wir, die Geschöpfe der Nacht, beginnen diesen Krieg,

und kämpfen sehr grausam für den Sieg.

Es gibt keine Gnade für das menschliche Wild.

Denn unser Durst ist lange noch nicht gestillt.

 

 

Wir sind die Geschöpfe der dunkelsten Nacht.

Solange bis die verfluchte Sonne lacht.

Wir, die Geschöpfe, jagen bis der Letzte von uns fällt.

Oder wir erobern die ganze Welt!

Und wir besitzen die ganze Welt!

 

 

 

Und wir besitzen die ganze Welt!

 

 

 

 

Es war wieder ein schöner Frühlingsmorgen! Ein noch besserer Tag, als der Vorherige...

Manni breitete die alte Schriftrolle aus und begann zu lesen.

 

 

 

1. Die Geburt des Schattenreiches

 

 

 

 

( Intro --

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Hallo Leute! Wir schreiben Heute den achten Planetenumlauf im sechsten Mondzyklus der 5000 Sonnenwende. Dieser Tag wird in die Annalen der Agathrongeschichte eingehen. Der Mensch hat es in seiner Arroganz nun endlich geschafft. Durch die Genmanipulation hat er Geschöpfe, wie aus der Hölle entsprungen, entwickelt. Wie aus dem schlimmsten Alptraum. Nun sind sie da und Gnade uns Gott, das es jemandem wie Henry Mortimer gibt. Denn sonst sind wir verloren. Sobald die Sonne untergeht tauchen sie aus ihren Verstecken auf und machen Jagd auf uns.

Aus ungeweihter Erde, aus Gräbern von den Friedhöfen, aus Gruften und dunklen Verließen, kriechen sie hervor. Die Schattenwesen der Nacht, die Kreaturen der Finsternis, die Untoten, Nosferatu, die Blutsauger. Ja, die Vampire! Und sie kennen kein Mitleid. Ihr Blutdurst ist unermesslich.

Im Labor ist ein Experiment aus den Fugen geraten. Drei Assistenten und eine Professorin wurden infiziert. Und damit begann das Unheil. Die Vier schlachteten das ganze Labor ab. Einige wurden ausgesaugt, andere wurden zerstückelt. Die Dritten hatten nicht so viel Glück, sie wurden festgebunden und dienten als Nahrungsquelle für die vier ersten Vampire. Man saugte ab und zu an ihnen, und wenn nicht zu viel getrunken wurde, regenerierte sich das Blut wieder. Man ernährte die Opfer sogar. Dann ein paar Tage später, als die Nacht herein brach, verschwanden sie spurlos. Und Niemand aus dem Labor, die überlebt hatten, ahnten was da geboren war. Und so nahm das Unheil seinen Lauf.

Dieses Ereignis ist nun schon ein paar Wochen her und die Brut hat sich rasant vermehrt. In jeder Stadt, auf der ganzen Welt sind sie aufgetaucht. Wir, die Menschen müssen, wenn die Sonne untergeht Kruzifixe, Weihwasser, Knoblauch und eine geweihte Silberkugel bereitstellen. Um sie uns vom Leib zu halten. Deswegen hatte der Beruf des Priesters ein Comeback erfahren. Da gab es aber ein Problem: sie rechtzeitig zu erkennen. Sie können sich verwandeln, in Nebel, in Motten, in Ratten, in Fledermäuse und Wölfe. Man muss verdammt gut aufpassen, denn die Vampirfrauen sind gerissen. Ihre äußere Hülle sieht gut aus. Sie locken mit den weiblichen Reizen und wenn ihnen einer zu Nahe gekommen ist, umarmen sie den armen Kerl und schlagen ihre Beißer in den Hals des Opfers. Mit schmatzenden Geräuschen saugen sie den Mann restlos, bis auf den letzten Tropfen Blut, aus. Manchmal stürzen sie sich auch zu dritt auf die Person. Dann sind sie besonders gefährlich und im größten Blutrausch. Sie saugen zu Dritt am Hals. Oder eine Variante: Die Eine saugt aus seinem Hals, die Zweite reißt ihm einen Arm aus und trinkt dort. Die Dritte reißt ihm ein Bein aus, zischt und trinkt.

 Ach, nebenbei, solange die Vampirfrau nicht auf Tuchfühlung ist, wirkt sie ja noch erotisch, aber bei geringer Nähe, stinken sie abscheulich nach Moder und Verwesung. In ihren Bann geraten, riecht man das aber nicht mehr.

Woher ich das weiß? Mir ist Eine von ihnen so nahe gekommen. Ich hatte Glück, sie rutsche mit ihren Zähnen ab. Ich ergriff ihre Haare und schlug den Kopf ab. Zur Sicherheit trieb ich einen spitzen Holzpflock in ihr Herz und steckte ihr dann noch Knoblauch in ihren entzückenden Mund. Von der Vampirfrau habe ich ein Souvenir behalten. Eine schöne lange Narbe am Hals, von ihrem Missgeschick.

Das Dumme ist, das wir bis heute ihre Särge noch nicht gefunden haben. Wir sind darauf vorbereitet ihnen den Rosenkranz auf den Sarg zu legen und sie mit dem Pflock zu töten.

Wir sind nicht viele, die meisten glauben immer noch nicht an diese Brut und die Anderen werden, wenn sie nicht vorsichtig sind, von den Kreaturen abgeschlachtet. Wir wissen auch nicht, ob es eine Fürsten gibt oder vielleicht eine Fürstin? Das Ganze ist ein ungleicher Kampf zwischen den Lebenden und den Untoten. Der Mond war gerade aufgegangen, ein leichter Wind wehte und ich hörte einen einsamen Wolf heulen. Ein einsamer Wolf? Nein, es war ein Vampirakzent dabei. Also Leute es ist wieder soweit, die Jagdsaison hat begonnen. Mit unseren Handys haben wir uns verständigt und warten auf unsere „netten Gäste“. Wenn ich einmal Zeit habe, werde ich Euch vom Herr der Finsternis, Gebieterin der Finsternis, dem dunklen Scheich und den Geschöpfen der Nacht berichten. Es gehen da nämlich so einige Geschichten über sie herum. Na, ja. Wenn ich die heutige Nacht überlebe, erzähle ich Euch vielleicht davon. Das hängt ganz von unseren Gästen ab.

Es war soweit! Sie witterten uns, kamen und lechzten nach unserem Blut. Wir stürzten uns auf sie. Zu zweit stellten wir uns ihnen. Mit unseren Schwertern schlugen wir zu. Wir trennten bei manchen Arme und Beine ab. Die Mistviecher bewegten sich trotzdem weiter. Wie durch Geisterhand schlängelten Arme und Beine auf dem Boden herum .Mit einer Holzkeule schlugen wir ihnen die Köpfe ein. Berstend krachten die Gehirnschalen und es staubte nur ein wenig aus ihren Schädeln. Dann hatten wir eine andere Taktik. Einer von uns, gab sich als Lockvogel, wenn der Vampir ihn angriff, schlug der Andere den Kopf mit einem sehr scharfen Samuraischwert ab. Dieses Mal war alles so leicht! Irgendwie waren die „netten Gäste“ nicht sehr stark. Sonst verloren wir immer einen Teil der Mitstreiter, aber dieses Mal nicht. Irgendetwas stimmte nicht! Sie waren zu schwach! Und so viele. Wir konnten richtig gut üben. Es war eine Lehrstunde für uns. Nach der Enthauptung griffen wir nach den Köpfen der Kreaturen. Am Schopf gepackt und auf den Boden gelegt, steckten wir ihnen Knoblauch in die Münder. Ihre Körper legten wir wie bei einer Hetzjagd nebeneinander auf den Boden. Einer stand davor und bewachte die kopflose Brut mit einer Pumpgun, die Munition auf Silber gegossen. Und wir Anderen, wir gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach. Holzpflöcke zuschneiden, auf dem Brustkorb ansetzen und mit großer Wucht den Pflock, mit dem Hammer, in die abscheulichen Vampirkörper zu treiben. Das Tolle war, die Köpfe hatten wir falschen Körpern zugeordnet, so schrie ein Kopf, der woanders lag, als der dazugehörige Körper. Wir schlossen sogar Wetten ab, welcher Kopf reagieren würde.

Es bereitete sichtlichen Spaß, die Vampire zu pfählen! Mit jedem Schlag, wurde der Frust umgesetzt, den wir unterlagen. Das Aufbäumen und der Schrei, erfüllter uns mit Genugtuung. Und ihr Blut spritzte in alle Himmelsrichtungen auseinander. Jetzt waren wir in einem Blutrausch!

Dann sah ich mich, einer Eingebung folgend, plötzlich um, nicht weit entfernt lauerte er! Der Meister! Er sah zu uns herüber mit seinen blutrotunterlaufenden Augen, bleckte seine Zähne, hob sein Gewand vor den Mund und flog davon. Ein markerschütterndes Lachen war noch zu hören, das sich in der Ferne verlor.

 

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( Herr der Finsternis )

Ich kratzte mir den Nacken und überlegte. Er hatte uns beobachtet, nein, er hatte uns studiert! Das Ganze war ein Schaukampf gewesen. Er hatte seine schwachen Kreaturen geopfert! Er wollte unsere Schwachstelle herausfinden. Unsere Kampftechnik kennen lernen. Oh, Gnade uns Gott! Dr. Mortimer! Wir brauchen Sie dringender, denn je!

Nun warteten wir auf den Morgen. Wir zählten die Vampirkörper und dokumentierten unseren Jagderfolg. Es war erstaunlich! Wir waren nur zu sechst, aber die Vampire waren dreißig! Normaler Weise hätte ihre Übermacht uns abschlachten müssen. Denn ein Vampir war so stark wie zwanzig Männer! Also taugten sie nichts, oder sie dienten einem bestimmten Plan. Na, ja. Wir müssen weiter machen! Unsere Mission zu Ende bringen.

Die Sonne ging auf und das Schauspiel begann! Wir stellten uns zehn Meter neben unsere „Gäste“ und warteten auf die Sonnenstrahlen. Langsam tastend bewegten sich die Sonnenstrahlen auf die Körper zu, schienen sie zu umkreisen und dann zu berühren. Der erste Körper fing an zu rauchen, dann schoss eine Stichflamme aus seinem Körper und in den bunten Farben einer Feuerwerkrakete verbrannte er. Das Gleiche geschah mit den anderen Körpern. Der Eine verbrannte schneller als der Andere. In den buntesten Farben. Die Köpfe vergruben wir in einer zwei Meter tiefen Grube. Wir achteten darauf dass alle noch gut „gefüttert“ waren, denn Knoblauch ist sehr gesund, für Menschen!

 Der Fürst spielte mit uns, aber wir konnten das Spiel noch nicht durchschauen.

Dann ein paar Tage später bekamen wir Post. Ein kleines Paket. Wir öffneten es und hielten eine  Videokassette in den Händen. Auf einem beigelegten Blatt stand mit roter Schrift geschrieben:  Der Fürst.

Nun, ja. Wir waren neugierig und versuchten einen so alten Videorecorder aufzutreiben. Dann wurden wir fündig. Zum Glück war da auch noch ein Monitor, so dass wir uns die Kassette ansehen konnten. Oder hatte er das geplant?

Der Blickwinkel der Kamera war auf das geschlossene Fenster gerichtet, dann wurde ein Schwenk in das Innere des Zimmers durchgeführt. Auf dem Bett lag eine Frau und schlief. Ihre blonden Haare waren Schulterlang. Einen schrecklichen Traum schien sie zu haben. Sie tat unregelmäßige Atemzüge. Sie strampelte ihre Decke bei Seite und man konnte ihre wohlgeformten Schenkel erkennen. Überhaupt war sie eine Augenweide. Dann warf sie sich hin und her und wachte auf. Ihre Augen blickten im Zimmer herum und dann zum Fenster. Vor dem Fenster stand der Herr der Finsternis und seine Augen leuchteten im tiefsten Blutrot. Die Frau erschrak sich, wurde aber in Richtung des Fensters gezogen. Sie ging mit langsamen Schritten auf das Fenster zu. Der Fürst der Finsternis sah sie an und immer schneller hoben und senken sich ihre Brüste. Sie öffnete das Fenster und lies ihn ein. Er trat vor sie und sie riss ihr Nachthemd auf. Seine Augen weiteten sich als er ihren zarten Hals sah. Nun trat er einen Schritt vorwärts und sie schritt auf ihn zu, legte den Kopf zur Seite und sagte: „Fürst, nimm mich! Trink mein ganzes Blut!“ Das ließ sich der Herr der Finsternis nicht zweimal sagen. Er trat auf sie zu öffnete den Mund und schlug seine Zähne in ihren Hals. Sie zuckte unter dem Biss zusammen und stöhnte vor wohlbehagen. Dann saugte er mit schmatzenden Geräuschen. Bei jedem saugen von ihm zuckte ihr Körper. Sie sackte vor ihm auf die Knie, da ihre Beine nachgaben. Der Fürst trug sie zu ihrem Bett und legte sie sanft auf die Decke. Er kniete sich vor das Bett und schlug seine Zähne ein zweites Mal in ihren Hals. Sie bäumte sich ziemlich weit auf und sank dann wieder auf die Decke.

 

 

Der Fürst veränderte sein Aussehen. Die blasse Haut wurde leicht rosig und seine dürre Gestalt nahm Form an. Er hielt sie fest umschlungen und trank. Dann erhob er sich und biss ein drittes Mal zu. Gierig saugte er an ihrem Hals. Sie gab sich ihm vollends hin. Mit schlürfendem Geräusch saugte er nun weiter. Ihre vorher so rosige Haut veränderte sich zu aschfallendem Weiß. Wieder und wieder bäumte sie sich auf und stöhnte dabei. Dann wurden ihre Zuckungen langsamer und hörten dann ganz auf. Sie zuckte noch einmal und hatte ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Der Vampir erhob sich, drehte sich in Richtung der Kamera sah herüber „Es ist vollbracht!!!Leckte sich die Zähne und lachte und lachte, löste sich in Rauch auf und verschwand.

 Einige Szenen wurden in Nahaufnahme und Zeitlupe gezeigt. So abscheulich war die Aufzeichnung. Dann geschah folgendes. Die Kamera zeigte eine Totale von dem Bett. Die Frau schlug auf einmal die Augen auf. Sie zeigte die kalten Augen der Vampire. Das war die Geburt der Gebieterin der Finsternis! Sie richtete sich auf, zeigte ihre Fangzähne, fauchte und sprang mit einem riesigen Satz in die Kamera.

 

Wir wichen alle vor Schreck zurück und einige schrien. Dann war Totenstille, keiner konnte etwas sagen. Wir hatten die Geburt, des zweitmächtigstem Vampir miterlebt. Eine neue Ära hatte begonnen.

 Ein paar Hände klatschen. „Bravo! Lassen wir uns so leicht einschüchtern? Was für Vampirjäger sind wir? Wo ist unser Mut geblieben? “ Ich glaube wir haben etwas Wichtiges zu tun! Und gemeinsam werden wir es der Brut schon zeigen. Wie wird die Morgensonne lachen. Wenn die Kadaver unser“ lieben Freunde“ auf dem Boden liegen werden. Wir werden viel Spaß miteinander haben! Lasst uns Pläne entwickeln und dann frisch ans Werk!“

Die Stille waraufgehoben. Wir redeten und rüsteten uns für die kommenden Jagden.

Aber es tat sich lange Zeit nichts. Wir wussten nicht was sich da zusammen braute. Bis auf eines: die Vampire variierten ihr Vorgehen.

Ein Freund von mir berichtete: Er war in der Edeldisco der Stadt. Die Musik hämmerte hier nicht so laut. Man konnte sein eigenes Wort gut verstehen. Auch die Musik war passabel. Hier trafen sich viele junge Menschen um Kontakte zu knüpfen. Oder auch für einen One-Night-Stand! Na ja, er saß an einem Tisch und trank seinen Chivas Reagal on the rocks .Als zwei nette, junge, kichernde Frauen zu ihm kamen. Sie waren wohl Anfang zwanzig. Stark als Vamp geschminkt und beiden konnte man „bis auf das Herz sehen“. Na, .ihr wisst schon was ich meine. Sie setzten sich ihm gegenüber, nachdem sie gefragt hatten, ob dort noch frei sei. Sie trugen beide ein Kleid. Die Eine ein Grünes und die Andere ein Blaues. Sie schlugen die Beine übereinander und der Stoff rutschte ein wenig über ihre Knie nach oben. So konnte man einen Teil ihrer Oberaschenkel erkennen. Sie spielten mit dem Stiel ihres Glases herum. Viele hätten nach den Andeutungen sich ganz bestimmte Gedanken gemacht. Doch mein Bekannter war homosexuell und die Verführungskünste wirkten bei ihm nicht. Und er ist wie wir, ein Vampirjäger! Er roch den Braten und ging scheinbar auf das Spiel ein. Man lachte und flirtete. Man prostete sich zu und berührte sich leicht am Arm. Dann als der Blutrausch stärker wurde, luden ihn die Beiden zu „einer Party zu dritt“, bei den Frauen zu Hause ein. Er willigte ein und sie verließen die Disco. Das Werkzeug eines Vampirjägers hatte er immer dabei. Gut verstaut in seiner Bekleidung. Klein, aber effektiv! Als sie bei sich ankamen, bemerkte er, dass die Beiden langsam ungeduldig wurden. Sie lechzten nach seinem Blut. Sie konnten sich kaum noch beherrschen. Er setzte sich auf das Sofa und die Beiden rechts und links neben ihm. Er wusste aber, dass da noch etwas fehlte.

Sie begannen ihn am Hals zu küssen. Noch blieb er ruhig, denn die Zähne der Beiden Vamps waren noch nicht ausgefahren! Dann ging die Wohnzimmertür auf und es trat eine Frau in rotem Kleid herein. Als wenn dieses das Signal wäre, wollten die beiden Vamps auf dem Sofa, ihm in den Hals beißen. Doch die Rechte hatte plötzlich einen Holzstab, im Herzen und sah ihn verwundert an, dann sank sie zu Boden. Die Linke konnte gar nicht so schnell reagieren, wie er ihr einen kleinen Holzpflock in die Stirn trieb. Die Knochen waren weich, also kein Problem für ihn. Dann jagte er ihr einen Pflock ins Herz. Das dauerte nur wenige Sekunden und er konnte sich der „hübschen Dame“ im roten Kleid widmen. Sie war starr vor Erstaunen. Sie stürzte sich mit einem Zischen auf ihn und zuckte zurück. Plötzlich hielt er ein Kruzefix in der Hand und drückte ihr das Kreuz auf die Stirn. Es qualmte, als er in die Küche lief um sich besser zu bewaffnen. Er hörte, wie sie das Kreuz mit einem wütenden Schrei entfernte. Was er suchte fand er schnell und keinen Augenblick zu spät, stand die rote Dame in der Küchentür. Sie öffnete ihren Mund und zeigte ihre Zähne. Für einen Menschen war er besonders schnell, deswegen schätzten wir ihn in unserer Mitte, der Rest geschah in Bruchteilen von Sekunden. Sie wurde durch einen Angriff getäuscht, hatte einen kleinen Pflock im Herzen, mit der Küchenaxt hackte er ihr in zwei Hieben den Kopf ab , suchte und fand Knoblauch, oh Wunder, in der Küche und steckte es ihr in den Mund. Das war’s! Kurz und schmerzlos.

Als Tarnung hatten sie die Wohnung von einem armen Wicht übernommen, damit es ganz normal aussah und keiner auf die Idee kam, dass hier drei Vamps lebten. Den armen Wicht, fand er in der Besenkammer. An den Füssen aufgehängt, die Kehle durchgeschnitten und einen Eimer und ihm aufgestellt. Na guten Appetit!

Er zog die Vorhänge zurück und wartete auf den Morgen. Alle drei Vampire schleppte er in die Mitte des Wohnzimmers und wartete. Als die Morgensonne erschien, zum Glück schien sie Heute, lösten sich die Drei in Asche auf. Sein Werk war nun vollendet. Er zerstreute die Asche in alle Richtungen und sammelte seine Utensilien ein und ging nach Hause.

Etwas teilte er uns noch mit. Die Vampire stanken nicht mehr! Sie „legten“ Parfüm auf, ein leicht süßlich riechender Duft. Aber, das war noch nicht alles, in dem Duft verwandten sie Hormone, die das Animalische im Manne weckte.

Dann berichtete Michael uns von der nächsten Dreistigkeit der Vampire. Er war dabei, wie seine Eltern ein Bestattungsinstitut aufsuchten. Seine Eltern wollten bei Zeiten alles vorbereitet haben, wenn einer von ihnen den letzten Gang antreten musste. Um in das letzte Einzelzimmer einzuziehen.

Sie betraten den Verkaufsraum der Särge. In dreier Reihen waren sie aufgebahrt. Verschiedene Holz und Metallsärge. Einer teurer als der Andere. Der Inhaber des Institutes kam auf sie zu, begrüßte sie und nahm die ganzen Daten auf. Dann wollte man sich einen Sarg aussuchen. Sie folgten und der Chef zeigte ihnen die Särge. Er öffnete sie auch, um das Innere zu zeigen. Dabei hatte Michael das Gefühl, das einige Särge benutzt waren. Es hatte jemand darin gelegen. Auch roch der eine und der andere Sarg leicht moderig.

Der Mann entschuldigte sich dafür. Und in dem hintersten Raum, wurde gerade eine Leiche aufgebahrt. Nur sah die Leiche sehr lebendig aus, für Fachleute. Michael sah auf die Uhr, noch 2 Minuten bis Sonnenuntergang. Der Chef geriet in Trance, redete kein Wort mehr und verließ den Raum. Seine Eltern und er blieben allein im Raum. Sie hörten, wie das Schloss der Tür gedreht wurde. Sie konnten nicht mehr hinaus! Ein Vampirjäger aber hatte immer sein Werkzeug dabei. Er schritt an den geöffneten Sarg und rammte dem Vampir, der gerade die Augen öffnete, den kleinen Holzstab in das Herz. Er nahm noch einen zweiten um ganz sicher zu gehen und trieb diesen ebenfalls in das Herz hinein. Nun hatten sie Ruhe. Kurze Zeit später, wurde wieder aufgeschlossen und der Chef kam verstört in den Raum, sah das Desaster und war erschüttert. Michael gab ihm seine Visitenkarte, die von den Vampirjägern, und verließ den Ort.

Dann hatten wir noch eine Info Tanja. Sie ist Pathologin. Ich werde bis heute nicht verstehen, warum sie, so einen unschönen Beruf ausübt. Kalte Körper anfasst und dann auch noch seziert. Sie hatte drei Wochen Urlaub, braungebrannt und mit ausgeblichenem langem Haar, betrat wieder ihr Reich. Hier konnte sie sezieren und rumschnippeln, so viel wie es ihr gefiel. Für mich ein hässlicher Gedanke.

Wie gesagt, sie kam aus dem Urlaub und bemerkte, dass auf Liegen zu viele Leichen lagen. In ihrer Liste standen drei weniger.

Ihre weibliche Intuition riet ihr ganz schnell diesen Ort zu verlassen.

Sie blickte auf die Wanduhr 18:02 Uhr, gleich ging die Sonne unter. Schnellen Schrittes verließ sie das Gebäude. Nicht zu früh, drei bleiche Gestalten schlichen in den Park und waren kurz darauf verschwunden. Sie konnte jetzt gefahrlos in die Pathologie gehen. Mit Dreien hätte sie es niemals aufnehmen können. Ein toller Ort um zu ruhen, dachte sie.

Dann war da noch Gomez, er arbeitete in einer Blutbank. Er war sehr gewissenhaft und prüfte immer alle Papiere und die Blutkonserven. Bei ihm sollte es keinen Fehler geben. Aber trotzdem seit ein paar Tagen fehlten permanent Konserven. Immer Blutgruppe 0. Gomez hatte einen Verdacht und legte sich auf die Lauer. Den Dieb stellte er, das kostete ihm aber fast das Leben. Nur weil der Eindringling stark geschwächt und ziemlich anämisch erschien, und sein Halskreuz zusehen war, konnte er, nachdem er begriffen hatte, wer vor ihm stand, ein Holzlineal, das auf dem Tisch lag, danke dem, der so ein antiquarisches Utensil benutzte, in das Herz des Gegner stoßen. Es drang butterweich ein.

Und die letzte Meldung, in einigen LH’s der Krankenhäuser, ruhten in den Kammern keine Toten, sondern „unsere Freunde“. Jeweils einer vom Personal wurde bestochen, Und so konnten die Kreaturen ungestört und unentdeckt schlafen.

Sie wurden nie süchtig nach Drogen, nur nach Menschenblut.

Das waren die neusten Informationen, die wir bekamen.

Und wir brannten darauf, solchen „Zuckerschnuten“ zu begegnen.   

>Ob Blond, Brünett oder Braun, ein Mann kann keiner trau’n! <

Wir brannten darauf Beerdigungsinstitute mit unserem Besuch zu beehren. Wir brannten darauf Pathologien zu säubern. Wir brannten darauf LH’s auszuräumen. Und wir brannten darauf Blutbanken zu entleeren.

Wir beschlossen eine groß angelegte Aktion, in der wir zeitgleich zuschlagen wollten. Wir wollten die Gunst der Stunde nutzen und uns ein Stell dich ein mit unseren lieben Freunden zu liefern.

Nach dieser Aktion waren wir sehr gespannt, was uns noch erwarten würde. Denn der Meister, der Obervampir, den haben wir nicht aufgescheucht. Der blieb uns noch verborgen.

Und nun konnte die Jagd beginnen ... auf Ihn!

Doch wir hatten seine Spur verloren. Wir tappten im Dunkeln. Es war keine Vampiraktivität in den nächsten Wochen zu erkennen. Nach unserer Aktion scheinen wir ihnen einen großen Stoß versetzt zu haben. Und ihre Anzahl entscheidend dezimiert. 

Trotzdem! Irgendetwas braute sich zusammen. Bei meiner Narbe! Irgendwas Großes stand bevor. Aber was? Wir suchten uns ein Ziel und das war den Fürsten zu finden, denn er war für das ganze Übel verantwortlich. Wir teilten uns auf.

Und dann ging es los. Wir suchten die Ruhestätte vom Fürsten. Überall waren wir unterwegs, aber wir fanden sie nicht. Alles was wir über Vampire wussten, reichte nicht aus. Er war sehr gerissen. Verdammt, wo war sein Aufenthaltshort? Es gab ein paar Scharmützel mit seinen Kreaturen, aber von ihm keine Spur! Wieder hatten wir so eine Ahnung, dass da etwas nicht stimmte .Irgendetwas hatte er vor. Irgendetwas braute sich zusammen. Keine Kreatur weit und breit. So wie die Ruhe vor dem Sturm!

Der Zufall spielte uns ein Foto in die Hände.

Jetzt müssen wir nur noch heraus bekommen, wo das Foto geknipst wurde. Und dann können wir unsere Jagd fortsetzen. Die Zeit brannte unter den Nägeln. Das spürten wir.

 Nach langen Recherchen fanden wir es heraus und begaben uns zu der Stelle...

Ab hier übernehme ich die weitere Erzählung, gez. Dr. Bert Mortimer:

Es war eine Falle! Nachdem wir das Grab öffneten, stiegen wir hinab. Da waren Stufen die in die Tiefe führten, Einer nach dem Anderen stieg hinab. Dann geschah es: Der Fürst und die Fürstin erwarteten uns! Sie fielen regelrecht über meine Verbündeten her. Und der Fürst hatte jetzt zwei Gebieterinnen der Finsternis an seiner Seite. Die von der Videokassette und Lina.

Wir hatten keine Chance. Einige wurden enthauptet und Andere gebissen. Es kam auf das gleiche heraus. Nur ich überlebte. Der Grund

war, ich ging als Letzter die Stufen hinunter, stand hinter der Tür, sah das Fiasko und konnte noch reagieren. Schnell flüchtete ich wieder nach oben. Die Drei bemerkten mich nicht. Zum Glück!

Von meinen Geschwistern hörte ich ähnliche Nachrichten. Wir waren nur noch sieben! Auf jedem Kontinent nur noch eine oder ein Mortimer. Alle anderen Vampirjäger waren ausgelöscht worden.

Nur noch sieben im Kampf gegen diese Brut. Aber, meinte das Schicksal es gut mit uns? Hellen, unsere Biologin, entdeckte eine Pflanze, die eine Infektion des Vampires aufheben konnte. Nachteil, das Serum musste gespritzt werden. Aber dann hatte Rainer eine Idee. Ein Blasrohr! Versteckt aus dem Hinterhalt konnte man in Ruhe zielen und treffen. Das Serum wirkte innerhalb einer Stunde.

In den ersten 30 Minuten war es besser, nicht in die Nähe der Person zu kommen. Sie würde noch wie ein Vampir agieren. So können wir uns einen Teil der Vampirjäger zurückholen. Alle die, die nicht getötet wurden. Das Serum konnte jeder selbst produzieren, da die Pflanze auf jedem Kontinent erblühte. Damit sie nicht in falsche Hände gerät, verrate ich nicht, wie sie heißt.

Wir hatten zwar die Runde verloren, aber nicht das Spiel. Die nächste Runde geht an uns. Denn wir holen uns die Verbündeten zurück.

Hellen erprobt, ob man mit dem Serum nicht Immunität gegen den Vampirbiss erlangt. Dann würde unser Kampf noch effektiver werden. Die Vampire physisch so stark und wir immun gegen ihren Biss.

Dann müssen wir sieben uns auf eine gefährliche Rettungsaktion einlassen. Den Vampiren auflauern und unseren ehemaligen Freunden das Serum spritzen. Je mehr wir zurückholen könnten, umso leichter wird es gegen die Vampir zu kämpfen.

Hiermit endet der Bericht von Dr. Bert Mortimer.

Wir schafften es nicht!!! Keinen von unseren Freunden konnten wir zurück verwandeln. Das Serum zeigte keine Wirkung! So die traurige Wahrheit. Und das dunkle Zeitalter begann. Das Schattenreich breitete sich über ganz Agathron aus Wir sieben zogen uns in ein Gebirge zurück, ich glaube, dort wo die ersten Bewohner lebten. Hier konnten wir ungestört nach einem Serum und nach einer effektiven Waffe gegen die Vampire forschen.

 Die Vampire waren indes nicht untätig, sie ließen sich etwas Aufregendes einfallen. Sie bewarben ihr Schattenreich und rekrutierten Menschen.

 

Sie verherrlichten das Vampirleben und erzählten schaurige Geschichten. Sie spekulierten auf den Wunsch, der Menschen, nach Unsterblichkeit. Ein Teil sollte aber versklavt werden, die Anderen sollten „Opferlämmer“ werden und der Rest sollte zu Vampiren mutieren. Dafür hielten sie Seminare ab.Hier war ein Bruch in den Aufzeichnungen und Manni hielt Handbuch, Lebenszyklus der Vampire, Geschichten und Gedichte in der Hand. Viele kleine Texte, die über das Wesen der Vampire berichtete.

 

Lebenszyklus des Vampires

 

 

 

1.      Geburt

   2.      Verwandlung

     3.      Blutdurst

       4.      Jagdfieber

          5.      auf der Suche

             6.      Gefährten

                7.      Entwicklung

                  8.      Ausbreitung

                     9.      Eroberung

                        10.   Kampf

                           11.   Sterben

                               12.  Tod

                                   13.  Wiedergeburt

 

 

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 ( Vampirlady )

 

 

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So lautete die Botschaft in der E – Mail. Ich wurde sehr neugierig.

Das ich konnte nicht glauben, ich hatte ein Date! Mit einer Frau. Sie müssen wissen, ich bin sehr schüchtern und bekomme den Mund nicht auf, wenn ich mit einer Frau sprechen will. Wir wollen uns um 18 Uhr treffen. An einem romantischten Ort, im Freien unter einem großen Baum. So schrieb sie mir in ihrer E – Mail. Ich bin gespannt! Die Sonne ging schon unter als ich an der angegebenen Adresse ankam. Ich war gespannt, sehr gespannt, sie wollte mir ihre Welt zeigen. Die Welt in der ich auch einen Platz bekommen sollte.

Nun stand ich vor einem Gittertor, es schwenkte quietschend auf, als ich es berührte. Bedächtig trat ich ein. Eine Allee mit Lindenbäumen lief ich entlang. Ein lauer Wind war zu spüren. Es war still, bis auf ein lautes Scharren vernahm ich nichts. Dann hörte ich einen Nachtjäger, Uhu oder Kauz?

Plötzlich stand sie vor mir, schwarze Haare und weiße Haut. Schlanke Statur. Und die Augen, ihre Augen, ich sah fasziniert in sie hinein. Sie saugten mich förmlich an, ich versank in ihnen und fiel ins Leere. Ich flog durch einen dunklen Raum und am Ende erschien ein großes beleuchtetes Schloss. Ein Wispern erklang und mein Hals wurde warm. Ihr wispern durchdrang meinen Schädel, in jeder Gehirnwindung schien er kurz anzuhalten und dann weiter zuwandern. Meine Knie schmerzten, sie wurden schwerer und schwerer und ich sackte zusammen. Dass Geschehene bemerkte ich aber erst als ich mich wieder erhob.

Die Vampirlady nahm mich mit in ihr Schattenreich.

 

Manni kratzte sich am Kopf, diese Aufzeichnung war nun zu Ende.

Wieder nahm er ein neues Blatt und las weiter, nachdem er das Pergament abgestaubt hatte.

 

Eine Werbeveranstaltung. Zwanzig Zuhörer und Interessenten hatten Platz genommen. Sie wollten sich über das neue Land informieren.

Der Raum war mit schwarzen Tüchern abgehangen. Einige Poträs hingen an der Wand. 

Drei Vertreter des Schattenreiches eröffneten den Infoabend. Einer von ihnen war der dunkle Scheich. Sein Auftrag, die Menschen für das Schattenreich zu begeistern

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dunkler Scheich

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Es war 17 Uhr 30 und ich lief durch unseren Wald hier am Ort. Noch haben wir Sommer, Spätsommer. Die Tage werden kürzer und die Bäume färben sich langsam gelb und rot mit ihren Blättern. Ich ging die Wegschneise entlang und ein kühler Wind wehte. Mir schauderte. Irgendwie Fröstelte ich. Aber ich setzte meinen Weg fort. Links vom Weg lag bei einer Erdaufhäufung eine rechteckige Platte, die gewölbt ist. Das Material sieht wie Blech oder Metall aus.

Ich ignorierte sie, da ich diese schon lange bei meinen Spaziergängen gesehen hatte. So auch Heute. Ich war schon einige Meter weit weg, da hörte ich ein metallisches scharrendes Geräusch. Ich nahm keine Notiz davon und schlenderte mit verschränkten Armen, auf dem Rücken, weiter. Dann hörte ich ein leises Huschen. Inzwischen war ich bei einer Weggabelung angekommen und ging nach links. Das Huschen kreiste herum. Die Vögel verstummten. Ich hörte ein großes Stück Stoff, das sich in der Luft bewegte. Ich wollte es nicht genau wissen, was da herum Fleuchte. Aber das Flattergeräusch kam immer näher zu mir. Etwas Schwarzweißes folgte mir. Ich fühlte mich genervt.

Aus den Augenwinkeln erkannte ich einen schwarzen Umhang mit rotem Futter. Wieder ein Huschen. Dann erkannte ich ein weißes Gesicht mit schwarzen Haaren. Und wieder ein Huschen, direkt hinter mir. Ich drehte mich um, aber da war nichts zu sehen. Aus den Baumkronen senkte sich plötzlich eine schwarze Gestallt vor mir herab. Sie schwebte leise auf den Waldboden. Der Mann trat vor mir hin. Sein Gesicht war kreideweiß und seine Augen blutunterlaufen.

Er sah mich eindringlich an und sagte mit einer sehr tiefen Stimme:

> Guten Abend, mein Freund. Ich habe Dich schon lange beobachtet und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Du, in Zukunft, mein Diener sein wirst. Am Tage, wenn ich schlafe. Du wirst meine Aufträge erledigen und mir über alles berichten, was sich so abspielt.

Dein Lohn wird ein längeres Leben und größere Stärke sein. Wenn Du aber nicht das tust was ich Dir sage, werde ich Dich in Stücke reißen, ich werde Dich zerfetzten. Ich werde Dir sämtliche Knochen brechen und nicht nur Dein Blut, Dein Gehirn sondern auch Dein Knochenmark aussaugen. <

Das waren Argumente, die mich völlig überzeugten. Ich willigte ein. Mit dieser bescheuerten Welt hatte ich so wie so nichts mehr am Hut. Er nahm meine Hand, drehte die Handfläche nach oben und biss mir in die Pulsader. So wurde ich zum Geschöpf von ihm, der am Tage, agieren konnte, wenn man kein Vampir werden sollte.

> Du bist jetzt mein dunkler Scheich. Meine Verbindung zur Menschenwelt. Und nun, habe ich folgende Aufträge für Dich. ... <

Der Fürst hatte mich auserwählt, das machte mich stolz. Ich hatte nun eine Aufgabe, die mich herausforderte. Und wenn ich Fehler mache, ist das nicht tragisch. Ich kann ja lernen, dafür habe ich Zeit. Viel Zeit, denn die hat mir der Fürst gegeben. Alle sollen es wissen, Heute ist der dunkle Scheich geboren worden. Und ich beginne mit meinen Aufträgen. Ich rühre die Werbetrommel für unser Schattenreich und rekrutiere Menschen.

Einer von den drei finsteren Gestalten ergriff das Wort mit einer tiefen sonoren Stimme. Guten Abend, heute möchte ich sie über unsere Welt informieren. Er hörte auf zu sprechen, beugte sich vor, sah das Publikum mit ausdrucklosen Augen an, räusperte sich und schrie: Ein Vampir ist kein Kuscheltier!!! Alle erschraken und zuckten zurück. Seine Stimme war so laut wie der Klang einer Kirchenglocke, wenn man direkt darunter stand.

Dann setzte der Vampir seinen Bericht fort. Die Zuhörer verfolgten ihn mit immer größerem Interesse. Es wurden Flyer und Prospekte verteilt. Alles nur Werbung für die Vampire und Vermehrung der Kreaturen.

 

Ein Vampir ist kein Kuscheltier. Sagte die Kreatur wieder und berichtete über die vier Unterarten der Vampire.

 

 

 

Ein Vampir ist kein Kuscheltier!

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Das ich nicht lache! Ich, ein Kuscheltier. Ich glaube da hat man wohl vergessen, wen ein Vampir darstellt. Er ist kein Kuscheltier! Das werde ich nun erklären:

 

Ein Vampir verliebt sich nicht, er ist auf der Jagd. Eine Frau braucht er nur um sich zu laben. Ihr Fleisch interessiert nicht, sondern nur ihr saftiges rotes Blut. Ein Vampir will jagen, den Angstschweiß riechen, sein Opfer stellen und genüsslich zubeißen.

Wenn er im Blutrausch ist, schlachtet er alles ab was ihm vor die Fangzähne kommt. Und wehe einer wehrt sich, das macht ihn nur noch rasender. Ein Jäger der Nacht ist er.

Er hat eine übermenschliche physische Stärke und psychisch hat er auch viel zu bieten. Er kann sein Opfer über weite Strecken rufen und hypnotisieren. Diese ganzen Filme, wo er sich verliebt und Kung Fu mäßig kämpft, ist totaler Blödsinn! Ein Vampir hat kein Herz, das sich verlieben kann. Er ist mitleidlos und kennt absolut keine Gnade. Für ihn zählt nur die Gier, die Gier nach warmen, roten Blut. Nach Menschenblut!

Die Menschen dienen als Nahrungsquelle und Jungbrunnen. Buffy, Angel, Charmed, Blade und Twighlight und Underworld, alles großer Nonsens!

Der männliche Vampir bevorzugt junge schöne Frauen, besonders Jungfrauen. Die sind aber Heutzutage rar, sehr rar geworden. Man muss lange nach ihnen suchen. Vor dem Biss erscheint er blass und hager. Nachdem er sich gestärkt hat, wird seine Haut rosig und er wirkt nicht mehr so dürr. Wenn ihm die Frau gefällt, die er gerade aussaugt, dann saugt er etwas vorsichtiger. Mit jedem Biss nimmt seine physische Kraft zu.

Der weibliche Vampir dagegen bevorzugt Säuglinge, Kinder oder junge Männer. Aber jungfräuliche Männer sind noch schwieriger zu finden als Frauen. Manchmal treten die Vampirfrauen zu dritt auf und jagen, sowie beißen das Opfer gemeinsam. Vor und nach dem Biss sind die Vampirfrauen besonders schön. Einmal um ihr Opfer zu locken und andererseits weil auch Vampirrinnen eitel sind. Während des Bisses, wenn sie wütend und unbeherrscht sind, können sie sich in hässliche Dämonen mit Fratzen verwandeln.

Wenn der Vampir den Raum verlässt riecht es leicht moderig. Das er in Heimaterde ruhen muss, ist nicht mehr relevant. Dahin gehend haben wir uns weiterentwickelt. Es gibt aber auch unter uns Ausnahmen. Dazu   aber später.

 

Von uns Vampiren gibt es vier Unterarten:

 

 

 

1.      der kannibale Vamp

2.      der sexorientierte Vamp

3.      der machtorientierte Vamp

4.      der entwicklungsfähige Vamp

 

Alle haben folgendes gemeinsam:

 

Sie jagen ihr Opfer. Sie beißen und saugen es aus. Durch das Blutsaugen verändert sich das Aussehen und die Stärke nimmt zu. Jüngere Menschen werden bevorzugt. Der Biss mit dem Saugen aus dem Hals ist das größte Ereignis der Vampire. Sie sind unsterblich und leben ewig. Nur einige Gegenstände, Waffen und Tageslicht können sie töten. Nahrung aufnehmen und trinken kann er wie ein normaler Mensch. So verbirgt er seine wahre Identität.

Die vier Unterrassen haben sich aus dem Urvampir entwickelt. Der reine Vampir veränderte sich durch Mutation und Strahlung, sowie dem damaligen Nahrungsangebot.

Der Kannibale: Er stinkt abscheulich. Normalerweise riecht er nach Moder, aber dieser riecht sehr nach Verwesung. Wo andere von ihrem Opfer ablassen, geht er weiter. Er zerstückelt sie und frisst zum Teil die inneren Organe oder bearbeitet die Gliedmaßen. Das Blut tropft nur so aus dem Mund und er schlägt seine Fangzähne immer wieder in das Fleisch seiner Opfer. Im Blutrausch ist er wie von Sinnen und lässt sich auch nicht stoppen. Wer ihm dabei zu nahe tritt, wird in Stücke gerissen. Ihm bereitet es großen Spaß zu schlachten. Selbst unsere Art weicht ihm aus, wo sie nur kann. Denn diese Lebensart entspricht uns nicht. Bei den Menschen wäre er als Krieger und Kämpfer sehr begehrt.

Der Lustvampir: Wie der Name schon sagt, er sucht Erotik. erotische Abenteuer. Auf der Suche nach schönen Frauen, mit denen er erst flirtet, sich verabredet, isst, tanzt und dann sie im Glauben lässt, für einen One Night Stand. Dabei vernascht er sie dann. Zärtlich ist er beim Biss und Aussaugen ihres Blutes. Sie genießt es, von ihm bearbeitet zu werden. Auf die näheren Praktiken, werde ich bei seinem Akt nicht eingehen. Seine und ihre Verlockungen können sehr erotisch sein. Aber Vorsicht bei den weiblichen Vampiren. Sie saugen alle Männer, im wahrsten Sinne des Wortes, bis auf den letzten Blutstropfen aus. Erst nähern sie sich mit eindeutigen Signalen und lassen ihm im Glauben, dass er es einfach hat, an sein Ziel zu gelangen. Doch dann wenn es dann soweit scheint, fällt sie oder mehrere über ihn her. Sie sind weiß Gott ( Ach ja, den mögen wir nicht ), sehr gierig und kennen kein Erbarmen. Bis auf den letzten Tropfen wird das männliche Opfer ausgesaugt. Teilweise geben sie dabei ihre Tarnung auf und verwandeln sich in abscheuliche Kreaturen mit noch hässlicheren Fratzen.

Der machtorientierte Vampir: Will sich im Land verbreiten. Es mit seiner Herrschaft überziehen. Er sammelt eine Armada von Vampiren, um die Welt zu beherrschen und ein Schattenreich aufzubauen. Die Jagd auf Menschen ist das größte Abenteuer. Aus diesem Grunde werden sie nicht ausgerottet, sondern gezüchtet.

Er sitzt in hohen Positionen und kann den Staat so lenken wie es am effektivsten für seine Pläne ist. Wenn sich öfters die Menschen auflehnen erfreut ihn das. So kann er noch ein bisschen mehr Macht ausüben und kämpfen. Je stärker die Angreifer werden, desto mehr Spaß hat er bei der Niederringung des Aufstandes. Er bringt die Menschen dazu Kriege zu führen. Denn wenn die Presse über Massaker in Dörfern berichtet, ist das nur eine Tarnung für den Zugriff und der Abschlachtung der Menschen durch die Vampire.

 Seine Untertanen sitzen auf den wichtigsten Plätzen, so dass er immer die Kontrolle behält. Er schürt Misstrauen und Habgier. Es entsteht eine Bruderschaft von Vampiren, die in verschiedenen Gebieten ihr Unwesen treiben. Manchmal werden besondere Menschen ausgesucht und zum Vampir geschlagen (gebissen). Untereinander greift man sich nicht an und akzeptiert das Land des Anderen. Das Hoheitsgebiet wird respektiert.

Unter den führenden Vampiren findet alle 10 Jahre ein Kampf statt, um den Fürsten der Welt zu krönen. Der Verlierer wird von dem Kannibalen-Vampir in Stücke gerissen und verspeist.

Der entwicklungsfähige Vampir:  Es soll doch tatsächlich solche Gesellen geben. Sie geben sich aber nicht zu erkennen. Sie sind irgendwie aus der Art geschlagen.

Sie sollen lernfähig sein. Sie sollen in der Lage sein ihr Blut zu kontrollieren. Sie sollen sogar sich verlieben können. Das ist abscheulich! Er soll sogar das Kreuz berühren können, ohne Probleme für ihn. Er kann sogar am Tage wandeln, als Daywalker. Blut aus der Blutbank trinkt er und zapft es nicht mehr vom Menschen. Die neuesten Vampire können Fleisch und Gemüse essen und auch jede Flüssigkeit zu sich nehmen. Er ist bereit sich für Menschen, die er liebt, zu opfern. Er ist bereit den Menschen zu retten, auch durch einen Biss. Er ist ein Zwitter! Halb Mensch, halb Vampir. Er kann sogar Nachwuchs zeugen oder empfangen. Allerdings ist er nicht mehr unsterblich. Er lebt ca. 1000 Jahre lang, dann verbrennt er zu Asche.

Für mich und die verschiedenen Arten, sind wir Vampire Ausgeburten der Hölle. Recht so!

Die Abarten aber sind: Nosferatu, der lesbische und der homosexuelle, sowie der wahnsinnige Vampir. Auf ihre Art brauch ich nicht eingehen, da der Name schon alles aussagt.

Bei dem Nosferatu braucht man nur ein Bild zu sehen, dann kann man sich einen Eindruck verschaffen.

 

Es erscheint der Nosferatu, weißhäutige große hagere Statur oder in unscheinbarer (Menschengestalt).

 

Was glaubt Ihr? Was würdet Ihr sagen? Wer ist der richtige Vampir?

 

Der einzig Wahre!

 

Alle saßen sprachlos auf ihren Plätzen und waren beeindruckt. Nun trat der zweite Vampir vor und erklärte: Ich möchte über die Gebieterin sprechen. Denn die werden sie auch hassen lernen. Denn sie ist noch viel grausamer als der Fürst der Finsternis. Sie stellt die Hölle auf Agathron dar. Sie vernichtet alles, wirklich alles, was sich in ihrem Umkreis befindet.

 

Gebieterin der Nacht 

  

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Man sagt sie sei die Gebieterin der Finsternis, aber das ist nicht ganz korrekt. Sie wurde in der Nacht geboren, durch die Hand, nein durch die Zähne des Fürsten.

Daher ist ihre offizielle Bezeichnung die Gebieterin der Nacht.

Sie ist sehr grausam und reißt nur so Pulsadern und Aorten auf. Ihre Gier nach Menschenblut, Männerblut, ist unermesslich. Ein Blick von ihren Augen lässt so manchen starken Mann erstarren und willenlos werden. Wenn sie lacht, gefriert jegliches Gefühl um sie herum. Ihr Lachen bringt und ist der Tod. So wie der Todeskuss.

Sie lässt ihre Diener vor sich auf die Knie fallen und um Gnade winseln oder betteln. Wenn sie bei ihr in Ungnade gefallen sind. Sie genießt es, wenn ihre Diener zu ihr aufblicken.

Ihre Intelligenz ist enorm. Die Kraft, die in ihr steckt auch enorm. Sie kann es mit allen Vampiren aufnehmen, nur mit einem nicht und das ist der Fürst der Finsternis. Der, der sie erschaffen hat. Manchmal quält sie ihre Opfer, aus Spaß. Sie beißt zu und rutscht ab, dann beißt sie ein zweites Mal und saugt mit heftigem Reflex. So dass auch starke Männer aufstöhnen.

Ihre Aura und ihre Haare üben eine starke Wirkung aus, die sie für die Nahrungsaufnahme   (Hunger – Durst nach Blut) benutzt. Wer in ihren Bann gerät ist verloren! Entweder wird er gebissen und ausgesaugt oder er wird zu ihrem Diener. Sie kennt beim Gemetzel keine Gnade, für nichts und niemandem. Wer Glück hat stirbt schnell. Bei Wut und Raserei ihrerseits vernichtet und zerstört sie alles in einem Umkreis von zehn Metern. Füllen sich ihre Augen mit Menschenblut wird sie noch rasender und wilder. Gemeinsam mit dem Fürsten ist sie unschlagbar. Beide zusammen bilden ein todbringendes Team von Vampiren. Sie allein hinterlässt schon ein blutiges Schlachtfeld.

Die drei Gestalten sahen ihr Publikum an und schwärmten weiter. Und wenn dann der Sonnenuntergang kommt, dann ist unsere Zeit da. Die Zeit der Geschöpfe der Nacht. Die Jagd beginnt, endlich können wir unsere Opfer jagen. Ihren Angstschweiß riechen und dann den genussvollen Biss erleben. Den Biss, der sie zu unserem Geschöpf macht.

 

Der dritte Vampir begann seine Rede.

 

Ja, es war wieder soweit, Sonnenuntergang und ich würde meine Geliebte wiedersehen. Immer dann stand sie am Fenster, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwand. Ich sah ihre zarte und weiche Haut. Ihre glänzenden aareHaareHHaare wehten im Abendwind. Das Rotkehlchen begann mit seinem Abendlied. Ihre Brust hob und senkte sich, als sie die Abendluft genussvoll einatmete.

Mein Verlangen erwachte, es steigerte sich ins Unermessliche. Ich konnte mein Blut klopfen hören. Die Halsschlagader klopfte, mein Herz nicht. Mein Magen rumorte. Sie öffnete das Fenster und ließ mich herein. Ich gestand ihr meine große Liebe. Nahm sie in meine starken Arme, roch an ihrem Hals das Parfüm und biss genüsslich zu. Mit schmatzendem Geräusch saugte ich sie aus. Ihre lustvollen Ermunterungen an Worten gaben mir Genugtuung beim Saugen. 

Wieder hörte Manni auf zu lesen und atmete tief durch. Er griff nach dem Handbuch, es war seltsamer Weise in einem guten Zustand und bestand nicht aus Pergament, sondern lag in einem gebundenen Buch vor. Es roch immer noch ein wenig nach Leder und fühlte sich kühl in den Händen an. Seine Spannung stieg, als er die erste Seite betrachtete, umblätterte und den Inhalt betrachtete.

 

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Wir - Vampire! 

1.4. Handbuch

Zur Jagd auf Vampire !

 

Einleitung

 

Da bei der Urfassung eine alte Sprachweise und Schrift verwendet wurde, hat sich die Redaktion überlegt, das Handbuch neu aufzulegen. Wir hoffen das ist uns gelungen. Redaktion / Verleger. Außerdem ehren wir die Menschen, die alle Erkundigungen und Forschungen getan hatten. Sie haben es mit ihrem Leben – Blut bezahlt

Wir reden hier über den Vampir, dem Untoten, den Blutsauger, dem Geschöpf der Nacht, der Kreatur aus der Schattenwelt, Nosferatu, Ausgeburt der Hölle oder dem Schattenwesen.

 

Herkunft

 

Zuerst muss man den Ursprung dieses Wesens erkennen, um es dann effektiv zu bekämpfen.

Kurz nachdem der Mensch gelernt hatte aufrecht zu gehen, wurden einige Exemplare infiziert. Sie wurden kurz hintereinander von Insekten gestochen. Von dem Vorgänger der Fledermaus und vom Urwolf in die Oberschenkelaorta gebissen. Das hatte zur Folge, dass sich die Stiche und Bisse der Tiere im Blut des Menschen vereinigten und eine Verwandlung des Blutes bewirkte. Dieses geschah sehr langsam, aber unaufhörlich. Zu erst schmerzte das Sonnenlicht, anschließend verbrannte die Haut, wenn sie zu lange der Sonne ausgesetzt war. Aus diesem Grund begann er sich nur noch im Dunkeln zu leben und zu jagen. Dadurch dass er sich in der Dunkelheit aufhielt, wurde seine Haut immer blasser, bis sie schließlich eine weiße Farbe annahm. Wasser fing er an zu meiden. Flüssigkeit nahm er nur noch in Form von Blut eines erjagten Wildes an. Wenn er unter Wasser geriet, wurde er bewegungsunfähig und atmete nicht mehr.

Sobald das Wasser ablief und ihn freilegte, regten sich seine Lebensgeister wieder. Seine Schlafstätte befand sich tief in Tropfsteinhöhlen. Hier war er ungestört. Außer dem Tyrannosaurus Rex hatte er keine natürlichen Feinde. Da sein Blut mutiert war, nahm seine Stärke zu. Je mehr Blut er von seinen Opfern trank, umso mehr Kraft entwickelte er. Maximal doppelt bis dreifach so stark wurde er.

Er bewegte sich vorwiegend auf seinen Beinen fort. Oder manchmal kletterte er auf Bäume und sprang dann von Ast zu Ast. Er besaß eine große Absprungkraft und konnte so schnell von einem Baum zum nächsten wechseln. Manchmal flog er kurze Strecken.

 Er war ein Rudelwesen oder auch ein Einzelgänger. Es kam auf die Natur und den Charakter des Geschöpfes an, ob er lieber alleine oder mit mehreren lebte.

Er liebte die Jagd. Die Beute zu hetzen und ihren Angstschweiß zu riechen. Sie in die Enge zu treiben, ihnen das Gefühl zu geben, noch entkommen zu können und dann vernichtend anzugreifen. Einmal in den Klauen des Wesens gab es keine Rettung mehr. Wenn ein Opfer im Blickfeld war, wurde es so lange verfolgt bis es gestellt und ausgesaugt war.

 Als die Dinosaurier von der Erde verschwanden, verloren sich auch seine Spuren. Wahrscheinlich dienten die Saurier als Nahrungsquelle. Dann aber nach 1200 nach Christi, tauchten die ersten Spuren von ihnen wieder auf. Und sie waren noch einmal mutiert!

Noch stärker, bestialischer und gerissener geworden. Die Zeit der Inquisition, Pest und Hexenverfolgung war ihre Domäne. Man entdeckte sie nicht, weil sie in den Schlachten, unerkannt, das Blut der Gefallenen tranken. Das viel nicht auf. Da sie selber wie Tote aussahen, wurden sie nicht erkannt. Sie liebten die Kriege der Menschen. Das waren Festbankette für sie.

Aber man hatte doch Mittel und Wege gefunden, sie effektiver zu bekämpfen und zu vernichten.

 Die Ergebnisse sind in diesem Handbuch vermerkt. Das unter großen Opfer von vielen Vampirjägern, die das mit ihrem Leben bezahlt mussten, zusammen getragen .

 

Wesenszüge

 

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Sie wollen Macht! Ihr Opfer beherrschen und dann töten. Sie wollen jagen! Bis zum bitteren Ende. Je länger die Jagd dauert, umso mehr Spaß hat der Vampir. Wenn sie einmal ein Opfer erspäht haben, dann lassen sie es nicht mehr los. Es ist ihre Beute. Sie peinigen gerne ihre Vasallen und Diener. Sie kennen keine Gnade. Sie hassen Gott, Christus und die Sonne. Sie lieben es ihre überlegenen Kräfte auszuspielen. Und sie üben hypnotische Wirkung auf ihre Opfer aus. Und sind in der Lage ihr ausgewähltes Opfer über weite Strecken und Entfernungen zu rufen.

 

Aussehen – Erkennen

 

Der Vampir hat eine hagere Gestalt. Seine Augen sind blutunterlaufen oder stechend. Er besitzt zwei große Fangzähne. In seiner Nähe riecht es nach Verwesung, Moder und fauligem Fleisch. Seine Haut ist aschfahl. Nach seinem Mahl, erscheint seine Haut ein wenig rosig und er wirkt nicht mehr so hager. Weder im Wasser noch im Spiegel ist sein Bild zu sehen. Er trägt meistens einen schwarzen Umhang.

Der weibliche Vampir ist noch hinterlistiger als der männliche. Sie tritt meistens in der Gestalt einer schutzsuchenden, oder einer erotisch wirkenden Frau auf. Sie lockt ihr Opfer zu sich heran. Manchmal treten sie auch zu dritt auf. Erst bei dem Kuss verwandelt sie sich in die Vampirbestie. Bei großer Wut oder wenn sie die Beherrschung verliert, verwandelt sie ich in einen abscheulichen Dämonen mit einer nicht gerade hübschen Gesicht.

Des Weiteren können sie sich in Luft oder Nebel auflösen Ebenfalls kann eine Verwandlung in Insekten, Fledermaus oder Wolf stattfinden. Sie treten nur nach Sonnenuntergang in Erscheinung.

 

Aufspüren und Vernichtung

 

 Man muss ihn über alle Maßen hassen! Und vernichten wollen.

Man muss wissen wo der Vampir ruht. Er ist verschlagen und hat gute Verstecke, die nicht leicht zu finden sind. Wenn man auf die Suche geht, sollte man das nach Sonnenaufgang bis Spätnachmittag tun. Denn wenn er erwacht und man ihn zu spät bemerkt, wird er jeden angreifen und töten.

Nun, die Orte wo er sich aufhalten kann:

   In ungeweihter Erde

In verfallenen Kirchen

In Krypten

Im Mausoleum

In Gruften

In Särgen

In feuchten Kellergewölben

Auf Friedhöfen

In alten Burgen und Schlösse

Was kann man tun um ihn zu vernichten. Dazu muss man erst die Waffen zur Bekämpfung kennen lernen.

 

Werkzeuge:

  

Das Kruzifix: Es bannt den Vampir. Er weicht davor zurück und schützt seine Augen. Wenn auf einer Tür ein Kruzifix hängt, kann er nicht eintreten. Liegt ein Kruzifix in seinem Sarg, kann er ihn nicht belegen. Wird ein K. auf seine Stirn gedrückt, brennt es sich ein und es bleibt einmal in Form eines Kreuzes zurück. Das Selbe geschieht, wenn es in die Hand gedrückt wird. Sobald man sich mit einem großen K. auf ihn oder sie zu bewegt, weichen sie zischend und wimmernd zurück.

Das Weihwasser: Von einem Priester geweiht ist es eine tödliche Waffe. Auf den Vampir gesprengt, verscheucht es ihn. Wenn der Vampir aber mit dem Weihwasser in Berührung kommt, verbrennt er rauchend. Meistens kann er aber flüchten, das Wasser wirkt nur in großer Menge tödlich.

Silberkugeln: Auf seinen Körper geschossen, halten ihn für einen Augenblick auf. Wenn die Silberkugeln aber mit

Weihwasser gefüllt werden, haben die Kugeln eine explodierende Wirkung! Sie werden regelrecht zerfetzt. Das größte Resultat erreicht man mit einer Pumpgun.

Knoblauch: Der Geruch von Knoblauch schreckt sie ab. In Zimmern verteilt oder als Halskranz verschreckt sie. Es muss erst entfernt werden, bevor sie in den Raum oder an die Person gelangen.

Wenn ein Vampir enthauptet wurde, steckt man mehrere Zehen Knoblauch in seinen Mund und vergräbt den Schädel dann tief in der Erde.

Der Rosenkranz: Wird in den Räumen verteilt um sie abzuschrecken. Auch wird die Heckenrose auf den Deckel des Sarges gelegt, damit er nicht einkehren kann.

Schwert mit Silberklinge: Dieses Schwert oder ein Samuraischwert sind am effektivsten. Sie trennen den Kopf des Vampires wie Butter ab. Dieses Unterfangen ist aber sehr schwer. Es wird vor allem nur dann angewendet, wenn der Vampir in seinem Sarg ruht und vor allem vor der Abenddämmerung.

Einem Vampir wärend des Kampfes das Haupt abzutrennen ist ein Meisterstück und gelingt nur sehr wenigen Vampirjägern. 

Das Blasrohr: Eine neue leise Waffe. Die kurzen Pfeile können mit jeder Flüssigkeit gefüllt und in sicherem Abstand auf den Vampir geblasen werden. Sehr geeignet für einen Hinterhalt und Infizierte zurück zu holen.

Das Sonnenlicht: Ist sehr erfolgreich. Kann aber nur dann verwendet werden, wenn der Vampir in einem Raum gefangen ist, wo es keine Fluchtmöglichkeit in die Dunkelheit gibt. Sobald er gestellt ist und die Strahlen auf seinen Körper auftreffen, verbrennt er und löst sich in Rauch und Asche auf.

Man sollte aber auf die Asche achten, dass sie von Winde verstreut wird. Denn sonst, wenn man die Asche des Vampires gesammelt und mit Jungfrauenblut getränkt, wird er wiedergeboren, wie der Phönix aus der Asche! Das erklärt auch ihre Wiederkehr über Jahrhunderte.

Der Holzpflock: Es ist die schönste und effektivste Waffe im Kampf gegen einen Vampir. In jeglicher Form kann sie angewendet werden. Als kleiner Holzpflock, wenn der Vampir im Sarg liegt und man ihm dann zwischen der sechsten und siebten Rippe links, da wo sonst das Herz schlägt, den Pflock ansetzt und einschlägt.

Drei heftige Schläge reichen aus. Die Kreatur reißt die Augen auf, schreit und ein bisschen Blut tritt aus seinem Mund aus. Der Kopf fällt zur Seite und er verendet.

Je älter das Wesen ist, umso mehr kommt es vor, dass es sich in Staub verwandelt. Bei den Neuen bleibt der Körper erhalten.

Oder, wenn in einer Grube, wo sehr viele Holzpflöcke, schön angespitzt, aus dem Boden herausragen, der Untote hinein gejagt oder gestoßen wird. Wenn er hineinfällt, dann muss man noch manchmal nachhelfen, indem man ihn fest auf die Pflöcke drückt. Das kann man mit einem langen Stab erledigen.

Genauso wie ein langer Pfahl. Dieser wird, er ist ebenso angespitzt, in den Körper der Kreatur gerammt. Aber mit voller Wucht, denn die Vampire sind sehr stark und ziehen ihn öfters wie heraus. Nur wenn sie durch Sonnenlicht oder andere Waffen in Schach gehalten werden, kann der Pfahl sie töten.

Wasser: Es ist nur bedingt einsatzfähig. Der Vampir wird nur aufge halten, aber nicht getötet. Wenn sein Körper aus dem Wasser befreit wird, erwacht er wieder zum Leben.

Holzpfeile mit Silberspitze oder Weihwasserfüllung: Dies ist auch eine sehr effektvolle Waffe. Ein guter Schütze kann aus sicherer Entfernung, dem Vampir, den Garaus machen. Bei der Füllung, wenn sie auftrifft, explodiert der Blutsauger an der getroffenen Stelle. Diese Waffe ist der Vorgänger der Pumpgun.

Aber nur erfahrene Bogen – oder Armbrustschützen können so die Kreatur vernichten. Man hat nur ein bis zwei Schüsse. Sonst erreicht der Vampir den Schützen und zerlegt ihn.

Bleistifte besonders angespitzt und im Inneren mit Weihwasser gefüllt.

Patronen mit Napalm und Phosphor das Zielgebiet wird zur Kraterlandschaft.

Und nun zu guter Letzt: wie scheuche ich diese Kreatur aus seinem Versteck?

Eine Möglichkeit wäre eine Jungfrau als Lockvogel. Sobald er sie riecht und ihren zarten Hals sieht, kann er ihr nicht mehr wiederstehen.

Aushungern. Dafür sorgen, dass er aus einem Bannkreis nicht mehr herausgelangt. Damit er keine Beute schlagen kann und ihr Blut trinkt.

Ihn rufen, um eins seiner Wesen zu werden. Das klappt aber nur bei dem Fürsten.

Blut vergießen. Aber Menschenblut. Das wittert er und kommt ganz schnell.

Ihn reizen. Ein gefangengenommenes Geschöpf quälen. Seine Artgenossen peinigen und martern, aber nicht vernichten. Er muss ihre Schreie und das Flehen hören.

Sich in der Nähe des Sarges aufhalten, und den Lockvogel spielen, wenn er erwacht.

Als Letztes. Die Gräber und Särge des Gefolges öffnen und sie töten oder die Erde mit Weihwasser tränken.

 

Nachwort

 

Laut einer neuen Studie gibt es eine weitere Spezies von dem Vampir.

Noch einmal mutiert.

In einem Genforschungslabor haben sich ein paar Menschen infiziert.

Sie sind spurlos verschwunden.

Weitere Informationen? Keine!

In Gedenken an die Menschen, die diese Informationen

mit ihrem Blut und Leben bezahlt haben.

 

zusammengestellt und gedruckt: 12.Planetenumlauf 

im 2.Mondzyklus der Sonnenwende.

 

Finale.mp3
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aus den Annalen der Schattenwelt

 

1.5. Legenden

 

 

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 Auf Wiedersehen, Anja

 

Der Einzelgänger

 

 

Er jagte und wandelte schon Äonen von Jahren in dieser Gegend. Klima, Landschaft, Vegetation und lebenden Tieren veränderten sich. Auch die Luft nahm einen anderen Geruch an.

Nur er, er veränderte sich nicht. Alleine jagte er, denn er war ein Einzelgänger. Damals als er noch bei seiner Art lebte, blieben die anderen zusammen. Nur ihm gefiel das nicht.

Im Laufe der Sonnenumläufe veränderte sich seine Beute. Geschmacklich und in Körpergröße, sowie in der Stärke. Bald bemerkte er, dass die zweibeinigen Lebewesen besser schmeckten als die vierbeinigen. Sie waren nicht schneller auf der Flucht, aber wenn sie sich wehrten, war es interessanter für ihn. Sie rochen auch besser. Ihr Angstschweiß reizte ihn.

Die Jungtiere und Jünglinge schmeckten am Besten. Die Elterntiere auch. Aber die Alten! Die schmeckten abscheulich. Sie waren leicht zu jagen, aber das lohnte sich nicht.

Er geriet in diesen Wald und es war sein Revier. Hier kamen des Öfteren die zweibeinigen Lebewesen vorbei. Was ihn verwunderte war, dass sie unterschiedlich auf ihn reagierten.

Die Ersten liefen davon, gut zur Hetzjagd.

Die Zweiten blieben stehen, leichte Beute für ihn.

Die Dritten fielen auf den Boden und regten sich nicht mehr, er roch an ihnen, sie lebten noch.

Die Vierten fielen auf die Knie und winselten.

Und die Fünften zogen einen glänzenden Gegenstand und griffen ihn an.

Das waren alles Situationen, die er mit ihnen erlebte.

Einmal aber war das Erlebnis anders. Das hatte ihn mächtig verwirrt.

Durch den Wald lief so ein Wesen, das hatte langes Fell auf dem Kopf und es war hell. Dann trug es etwas langes, was auf dem Boden schleifte. Er schlich sich gerade an sie heran und wollte sie ansprin -gen. Da wurde er aufgehalten. Er konnte nicht näher als zwei Meter an sie herankommen. So sehr er sich auch bemühte, er hatte keine Chance. Dabei roch sie so gut.

Er vergaß den Vorfall und jagte weiter. Mit dem Rosenkranz, Knoblauch, Weihwasser und Kruzifixen machte er Bekanntschaft.

Diese Dinge schreckten ihn ab oder verletzten ihn. Bald verstand er es aber die Wesen trotzdem zu töten und zu verzehren. Früher trank er

nur ihr Blut, aber Heute reichte ihm das nicht mehr aus und er veränderte sich. Irgendetwas fehlte ihm, aber er wusste nicht was es war.

Dann knallte, blitzte und donnerte es in der Nähe seines Reviers.

Zwei Mal für mehrere Sonnenumläufe. Und er hatte viel Nahrung!

Er konnte sich gut tarnen und verstellen. Die Zweibeiner kämpften gegeneinander und töteten sich. Soviel konnte er gar nicht fressen. Er kroch über die Felder, kleine Dinger stachen ihn, manchmal waren da so spitze Dornen, die zerriss er einfach. Viele große Kuhlen mit dort liegenden Zweibeinern. Und dann noch die Gräben. Das war ein Schmaus! Hier konnten sie nicht weglaufen.

Wenn es still wurde und Nebel aufkam, konnte er sich richtig voll fressen. Überall lagen sie herum. Einer leckerer als der Andere.

Bald wurde es wieder ruhig und seine Nahrungsquellen wurden rar. Nur noch wenn in seinem Revier die Zweibeiner auftauchten. Und die Tiere des Waldes natürlich. Und wieder fehlte ihm etwas.

Einige Sonnenumläufe später geschah wieder etwas, was ihn verwirrte. Ein Zweibeiner kam vorbei. Der hatte Fell im Gesicht.

Ganz langsam lief er in seinem Revier herum. Er sammelte Pflanzen vom Waldboden auf, besah sie sich und steckte sie in eine Tasche.

Wenn ein Tier in der Nähe war verhielt er sich ruhig. Er achtete darauf kein Tier zu stören oder zu verletzten. Mit den rotbraunen Baumbewohnern verstand er sich bestens, denn er hielt seine Hand hin und sie nahmen eine kleine Frucht aus der selbigen. Und huschten wieder auf den Baum. Sogar den ganz kleinen Lebewesen half er. Die auf dem Boden herum krabbelten und in einem Hügel lebten. Er baute ihnen mit einem Holzstück eine Brücke, so konnten sie schneller und gefahrloser zu ihrem Hügel gelangen.

Der Einzelgänger schlich sich wieder bis auf zwei Meter an sein Opfer heran und ... konnte nicht zuschlagen! Eine unsichtbare Mauer hielt ihn auf. So sehr er sich bemühte, er hatte keinen Erfolg und musste den Zweibeiner gehen lassen. Seine Verwirrung war sehr groß. Was er nicht wusste, es gab immer Menschen, die im Einklang mit der Natur standen. Sie wurden von Mutternatur beschützt. Das war der Lohn dafür, dass sie die Tiere achteten und die Natur nicht verunreinigten oder verwüsteten.

Wieder vergingen viele Sonnenumläufe und der Einzelgänger bekam Besuch! Zwei dunkle Gestalten mit schwarzrotem Umhang schwebten vor ihm hin und landeten auf einen Baumstumpf. Dort verweilten sie und musterten ihn eine kleine Weile. Dann trat das eine Wesen zu ihm und sagte:

> Du gehörst zu unserem Geschlecht. Du bist von unserer Art und Blut. Viel zu lange lebtest Du hier. Es wird Zeit für eine Veränderung. Wir können Dich bei uns gut gebrauchen. Du könntest viel jagen. Komm mit uns! <

Er konnte nicht sprechen, das hatte er verlernt, als er sich von seinem Stamm entfernte, damals vor Äonen von Sonnenumläufen.

Er spürte, dass er nach Hause ging. Wieder zu seiner Art. Und er wollte auch kein Einzelgänger bleiben. Er war zu lange allein gewesen. Nun wusste er, was ihm gefehlt hatte.

Sie nahmen ihn in die Mitte, die Gebieterin und der Fürst der Finsternis flogen mit ihm ins Schattenreich. Er war nach Hause gekommen!

 

 

Verwandlungsort

 

 

Vampire, so ein Quatsch. Sie sind nur ein Mythos. Ein Aberglaube. Es gibt keine Blutsauger. So hatte ich früher gedacht.

Ich machte Urlaub auf dem Land und lief durch einen Wald. Es dämmerte langsam. Vor mir sah ich ein Licht. Ein kleines Holzhaus stand auf der Lichtung. Ich sah mich um und setzte mich wieder in Bewegung. Mein Ziel war das kleine Haus. Vom langen Wandern war ich müde, abgespannt und erledigt.

Ich lief zur Tür und klopfte an. Nichts. Ich klopfte ein zweites Mal. Da

hörte ich ein Geräusch. Als wenn ein Scharnier nach Öl schrie. Ich klopfte ein drittes Mal. Nun nahm ich ein anderes Geräusch wahr, etwas bewegte sich im Inneren des kleinen Holzhauses. Jetzt hörte ich Schritte und die Tür wurde geöffnet. Das Öffnen wurde von einem unangenehmen begleitet. Ein hagerer Mann stand vor mir und er stank.

Er stank erbärmlich. Seine ausdruckslosen Augen sahen mich an und er machte eine Geste, dass ich in sein Heim eintreten konnte. Ich folgte ihm zum Tisch und setzte mich. Er schlich ganz langsam voran.

Irgendwie bekam ich eine Gänsehaut und es lief mir kalt den Rücken herunter. Es war kalt, so kalt wie im tiefsten Keller. Vom Regal holte er ein Gefäß mit einer roten Flüssigkeit, schenkte sich, und nur sich selbst, ein und trank mit gierigen Zügen den Becher leer. Dann rülpste er lautstark und es stank widerlich nach Verwesung. Mir wurde schlecht.

Er blickte in meine Richtung und fing an zu sprechen. Mit einer tiefen Stimme begrüßte er mich.

> Guten Abend mein Freund. Verzeihen Sie meine ungehobelte Art. Ich bekomme hier selten Besuch und bin kein Stadtmensch mit Benimm. <

Mir erschien es so, als wenn sich seine Haut langsam veränderte. Sie nahm ein wenig Farbe an. Außerdem wurden seine Bewegungen schneller.

> Sie können meine Gastfreundschaft in Anspruch nehmen, sich mit mir unterhalten und auch hier schlafen. Es wird Ihnen nichts geschehen. Ich müsste nur für eine Stunde auswärts gehen. Dann stehe ich Ihnen wieder ganz zur Verfügung. <

Seine Augen blitzten kurz auf und er lächelte. Ich hatte den Eindruck, dass er unruhig wurde. Ein schwarzer Umhang, der mir vorher nicht aufgefallen war, lag plötzlich in seinen Händen und er warf ihn über. Mit einer Hand hielt er einen Teil des Umhanges vor sein Gesicht, so dass sein Mund versteckt wurde. Mit gedämpfter Stimme sagte er dann:

> Ach, ehe ich es vergesse. Dort hinten im zweiten Zimmer steht meine Bibliothek. Sie können sich ein gutes Buch nehmen und lesen, bis ich wieder zurückkomme. Dann könnten wir ja vielleicht über das Buch sprechen. Ich liebe Gespräche am Kamin. <

Ohne eine Antwort abzuwarten verließ er das Haus und schloss die Tür. Ich lauschte und registrierte nur ein lautes Flattern. Dann war Stille. Ich war müde und hungrig, also blieb ich. Der Mann übte eine geheimnisvolle Faszination auf mich ein. Meine Neugierde um seine Person wurde immer größer.

Ich fand in der Küchenzeile und bereitete ein Abendmahl für meinen Gastgeber und mich. Anschließend suchte ich mir ein Interessantes Buch aus und setzte mich in den Wohnraum, wo ich den Kamin schon angezündet hatte.

Das Buch mit dem Pentagramm auf der Stirnseite hatte meine Aufmerksamkeit erregt. Ich schlug die erste Seite auf und las von Vampiren…

So gegen 19 Uhr 30 kam er zurück. Irgendetwas war anders! Er trat ein und begrüßte mich freundlich. Als er ging, war seine Körperhaltung gebeugt, aber nun stand er aufrecht vor mir. Ich hatte den Anschein, dass er viel jünger aussah. Seine Haut war nicht mehr so aschfahl und sein schwarzes Haar glänzte ein wenig. Seine Augen schienen mich zu durchbohren. Er lächelte und es traten zwei lange Zähne hervor, die aber schnell verdeckte, indem er seinen Mund verschloss. Wieder richtete er seine Worte an mich:

> Erschrecken Sie nicht. Ich leide unter einer Genmutation. Das Sonnenlicht vertrage ich nicht und ich kann nur flüssige Nahrung aufnehmen. <

Wie das sagte lachte er abscheulich laut, dass meine Ohren schmerzten.

> Wie ich sehe, haben Sie uns ein Mahl zubereitet. Es tut mir leid,

wie schon gesagt, ich kann nur flüssige Nahrung zu mir nehmen. Seien sie aber beruhigt, ich habe schon gegessen, Verzeihung, getrunken. Sie können aber jetzt etwas essen und ich trinke eine Glas blutigen Rotwein. Meine eigene Erfindung. <

Wir unterhielten uns angeregt über das Buch. Unsere Meinungen waren konträres. Aber man konnte mit ihm gut diskutieren. Dann fragte er mich etwas Sonderbares.

> Ich bin hier sehr einsam und allein. Könnten Sie sich vorstellen als mein Freund hier bei mir zu wohnen und abends mit mir lange Diskussionen zu führen. Und am Tage, wegen meiner Genmutation, die nötigen Aufgaben erfüllen. Wir werden dann für eine lange Zeit beisammen sein. Sie werden keine Krankheiten bekommen, werden stärker sein als der stärkste Muskelprotz, werden viel besser hören und riechen können. Sie sind aber noch ein Daywalker. Und das alles nur für einen kleinen Ritz in ihren Hals. <

Ich überlegte und suchte nach einer Entscheidung. Durch die Überlegungen war ich hin und her gerissen. Ich war ein Einzelgänger und hatte keine Familie. Freunde und Bekannte hatte auch nicht. Ich konnte auf sein Angebot eingehen und doch, etwas lies mich zögern.

Dann wurde mir die Entscheidung abgenommen.

Mir juckte es an meinem Hals und ich nahm mein silbernes Kreuz ab. Darauf hatten drei Frauen, die ich erst jetzt bemerkte gewartet. Sie stürzten sich auf mich. Sie zischten und zischten. Eine vergrub ihre Zähne in meinen Hals, wie eine Vulkanexplosion schoss mein Blut aus der Aorta. Das Gefühl kannte ich noch nicht, aber es war herrlich. Sie saugte mit macht und ich spürte meine Lebensenergie schwinden. Dann spürte ich, wie die zweite Frau in meinen Oberschenkel biss. Auch dort die Aorta traf und saugte. Dabei versuchte die Dritte mich noch einmal anzuzapfen. Auch sie arbeitete sich an meinem zweiten Bein hoch. Ich wurde gemelkt! Ich lechzte nach den Bissen. Es war richtig geil von ihnen gebissen zu werden. Dann wollten die Drei mich töten, aber der Mann hielt sie auf. Zischend wichen sie von mir.

> Hallo mein Freund, nun können wir die langen, dunklen und stürmischen Winterabende reden. Und was das Schönste ist, über Jahrhunderte hinweg. <

 

Mein Glaube an Vampire wurde eines Besseren belehrt, denn nun bin ich selbst so eine Kreatur.

 

 

Glück im Leben!

 

 

Mein Name tut nichts zur Sache, denn Namen sind nur Schall und Rauch. Ich will Ihnen heute meine tolle Geschichte erzählen.

Ich wurde in einer hanseatischen Großstadt in Deutschland geboren. Und doppeltes Glück hatte ich. Ich schluckte vor der Geburt Fruchtwasser und man holte mich mit einem Kaiserschnitt auf diese Welt. Dann später, mit 16 Jahren, erfuhr ich, dass ich gar nicht geboren werden sollte.

Wie Sie sehen, ich bin da!

 

Ich war ein aufgewecktes Kind. Ein Laufstall konnte mich nicht halten, ich entkam ihm. Ich krabbelte fröhlich durch das Zimmer, es war Winter und ich krabbelte auf die Heizung zu. Diese war in Betrieb und meine Neugierde veranlasste mich sie zu berühren. Sie war kochend heiß. Seit dieser Zeit mag ich nichts Heißes. Ein anderes Mal untersuchte ich das T – Stück, ein Stromverteiler. Allerdings war er nicht geerdet und ich bekam einen Schlag. Meine Hand war minutenlang taub, sonst ging es mir bis auf den Schreck, den ich bekam, ganz gut.

Im Kindergarten sollte ich einmal Mittagsschlaf halten, aber ich war nicht müde. Man zwang mich auf die Liege und drückte mich hinunter. Eine riesige Person stand vor mir, dass machte mir Angst. Sie stank erbärmlich aus dem Mund nach Fisch.

Dann hörte ich ein Gespräch zwischen der Kindergärtnerin und meinen Eltern. Ich wäre ein besonderes Kind. Passe mich nicht an und mein soziales Verhalten war schwierig. Ich säße nur in dunklen Ecken und spielte alleine.

Als ich zur Schule ging hatte ich einen seltsamen Traum. Ich stand vor einem grauen Betongebäude. Ich trat ein. Es war kalt, feucht und klamm in den Gängen. Ich durchsuchte mehrere Räume, da war aber nichts. Angst bereitete sich in mir aus und ich schluckte. Ich durchforstete wiederum das Gebäude und fand dann meine Mutter in einem Raum vor. Sie blickte mich mit kalten Augen an, rief meinen Spitznamen und breitete ihre Arme aus. Ich schritt auf sie zu. Sie öffnete ihren Mund und lächelte mich an. Ich erschrak, ihr wuchsen Vampirzähne und ihre Hände winkten mich heran. Ich lief fort. Da die Gänge aber schmal waren konnte ich nicht schnell laufen. Irgendwann stand ich dann in einem etwas größeren Raum.

Es stand da jemand vor mir, der mir irgendwie bekannt vorkam. Er drehte sich um und – ja, es war mein Vater.

Wieder fiel mein Spitzname und er sah mich mit starren Augen an. Hinter mir hörte ich ein Geräusch und meine Mutter stand vor mir. Ich stand zwischen den beiden Personen. Mein Vater lächelte mich an und es erschienen ebenso Vampirzähne. Sie bissen mich nicht! Sie nahmen jeder meine Hand und liefen mit mir aus dem Gebäude.

Plötzlich standen wir vor einem großen Getreidefeld. Es leuchtete gelb und ein süßlicher Geruch stieg in meine Nase. Lass uns gehen sagten sie zu mir. Wir gingen durch das Feld. Hand in Hand. Was für ein Glück!

Ich wachte auf, schweißgebadet. Es war Nacht, es blitzte und donnerte. Nur der Blitz erhellte mein Zimmer, ich war allein. Meine Eltern waren nicht da, sie arbeiteten. Die nächtliche Atmosphäre gefiel mir und ich bekam keine Angst mehr vor Blitz und Donner. Was für ein Glück!

Wir wohnten in einem Mietshaus und auf der Rückseite, wo sich ein Garten für die Mieter befand, wurde gerade das Dach neugedeckt. Da die Rückseite abgesperrt war, warf man die Dachschindeln einfach herunter. Neugierig wie ich war, ging ich in den Garten und sah mir die Dachdeckarbeiten an. Ich lief mal hierhin und mal dorthin um eine bessere Perspektive zum Beobachten zu bekommen. Ich hörte nur einen Schrei von oben und es sausten ein paar Schindeln herunter, hinter mir so ca. 50 cm entfernt. Was für ein Glück für mich!

Eine Zeit lang trug ich eine Brille. Die war sehr lästig. Sie rutschte oft von der Nase, war manchmal dreckig oder beschlug in unangebrachter Situation. Ich hasste sie manchmal.

Einmal schritt ich auf der Straße entlang und wollte meinen Freund besuchen. Dabei blieb es dann auch. Ich ging schneller und geriet außer Atem, dabei beschlugen die Gläser meiner Brille. Ich war orientierungslos, als ich das begriff lag ich schon am Boden. Ich war benommen, der Gehweg neben mir und ich auf der Straße. Das war aber nicht alles. Neben meinem Bauch befanden sich die Zwillingsreifen eines Trucks. Wenn er anführe, wäre es um mich geschehen. Ich wäre platt wie eine Flunder. Zwischen den Beinen und dem Oberkörper. Als die Ampel auf grün sprang, sah der Fahrer in den Rückspiegel und da lag ich. Er fuhr nicht los. Was für ein Glück für mich!

Autos mochte ich schon immer gern. Vor allen Dingen, wenn es rasante Flitzer waren. Neben unserem Mietshaus befand sich eine Tankstelle. Auf dem Hof stand ein alter Sportwagen. Ich kletterte auf das Dach und sah hinunter. Dann rutschte ich aus und fiel auf den Boden. Ich schrammte mir nur die Schläfe auf. Sonst war alles okay. Es hätte auch anders kommen können.

Wieder was für ein Glück!

Lange Zeit geschah nichts Bedeutendes. Ich wurde zum Jüngling. Dann irgendwann veränderten sich meine Bedürfnisse. Frauen! Ja,

ich suchte Kontakt zu vielen Frauen. Egal welcher Charakter und welches Aussehen. Es war wie eine Sucht. Wenn ich sie nur sah, dann wollte ich sie berühren und küssen. Was für ein Glück! Denn nun wusste ich, ich war nicht schwul!!!

Ein Date jagte das Nächste. Aber ich konnte mich nur verschwommen an die Treffen erinnern. Irgendwie wurde die Sucht größer. Ich wusste nicht warum. Seltsamerweise bekam ich immer größeren Durst und trank viel roten Wein. Tagsüber war ich nicht zu gebrauchen, die Sonne blendete mich und ich bekam oft einen Sonnenbrand. Meine weiße Haut war sehr empfindlich. Ich versuchte immer in den Schatten zu gelangen oder zu schlafen. Wenn es dunkel wurde, ging es mir besser. Und wenn die Sonne untergegangen war lief ich zur Höchstform auf. In meinem Traum konnte ich fliegen. Ich suchte Obdachlose, denn das würde nicht auffallen, wenn sie verschwunden wären.

Ich fühlte mich richtig gut nachts, was für ein Glück!

In den DVD - Theken gab es mittlerweile krasse Filme. Sie handelten von Vampiren. Einige waren richtig heftig und ich unterhielt mich köstlich. Dabei sah ich mir noch so die eine oder andere Technik an, die mir extrem gefiel. Die Tricktechnik wurde von Jahr zu Jahr immer besser. Die Maskenbildner arbeiteten hervorragend. Manchmal dachte ich schon es wäre echt!

Und wieder ein Date! Dieses aber werde ich nie in meinem ganzen Leben vergessen. Wir trafen uns bei ihr. Sie bot mir eine Tasse Kaffee an. Wir setzten uns an den Tisch und plauderten. Dann verschwand sie für ein paar Minuten. Ich sah mir ihr Wohnzimmer an. Da war ein Geräusch und ich drehte mich um. In der Tür stand sie nun in einem roten Kleid. Ihr rechtes Bein stand ein wenig vor, es lugte aus einem Schlitz hervor. Sie trug Seidenstrümpfe. Ihr Parfüm konnte ich noch im anderen Teil des Wohnzimmers riechen. Ihre dunklen Haare glänzten ein bisschen im Licht. Wir sahen uns an und ... fielen über einander her. So schnell hatte ich noch nie mein Hemd und Hose verloren, auch war in kürzester Zeit im Dessous. Wir kratzten und bissen uns. Wir schlugen uns. Es war wie ein Rausch. Dann mit einem Schlag wurde es ernst. Wir gingen uns an die Kehle, vielmehr an den Hals wo die Aorta lag. Gleichzeitig bissen wir zu. Die Aorta zerfetzte nur so unter dem Biss und wir saugten und saugten. Bis wir plötzlich Einhalt geboten und uns ansahen. Das Blut wischten wir uns aus dem Gesicht und die Atmung normalisierte sich langsam.

Unsere Vorahnung wurde zur Gewissheit, wir waren beide Vampire!

Vampire mit Spätzündung. Es hatte diese Situation kommen müssen, sonst wären wir immer noch menschlich gewesen. Jetzt bekam alles einen Sinn. Aber, wir hatten uns eine menschliche Eigenschaft bewahrt, nach jeder Jagd liebten wir uns hemmungslos. Wenn der Blutrausch vorbei war, explodierte der Andere. Was für ein Glück!

Ich könnte Ihnen so einiges über unseren Sex erzählen, aber als Mensch würden Sie kein Gefallen an den Schilderungen haben. Wir blieben für eine gewisse Zeit zusammen, so ein paar Jahrhunderte oder so. Ein paar Mal wurde ich von einem Vampirjäger aufgespürt, gestellt und nach mörderischem Kampf mit einem Pflock getötet.

Es genügte eine Priese meiner Asche um mich wieder auferstehen zu lassen. Mit ein bisschen Blut dazu gemischt.

Was für ein Glück für mich!

Ich war unsterblich, saugte köstliches Blut, jagte meine Opfer, war stark wie mehrere Elefanten zusammen, konnte fliegen, konnte mich verwandeln, konnte alles erlernen, denn ich hatte ja Zeit, viel Zeit, schlief im Sarg und eine Krypta war mein trautes Heim.

Hatte ich nicht viel Glück im Leben?

Und mein Leben dauert und dauert an. Jahrhunderte, Jahrtausende.

Wie viel Glück wird mir noch widerfahren????

 

 

 

Frau in Schwarz

 

 

 

Ich hatte Angst, ein Kloß in meinem Hals bestätigte das. Diese Nacht war besonders dunkel, nein, besonders schwarz. Der Wind heulte genauso wie ein Straßenköter. Sonst war nichts zu hören.

Ich war im Park unterwegs, die Kirchenuhr schlug zur Mitternacht. Mir fröstelte. Warum ich hier bin? Mein Hund ist von zu Hause weggelaufen und ich war auf der Suche. So etwas hatte er noch nie gebracht. Aber einmal ist immer das erste Mal. Ich hasste das, die Ungewissheit, die nervige Suche. Ich hoffte es würde aufhören.

Ich lief über die grüne Wiese, hier und da ein Lindenbaum. Keine Spur! Ich rief seinen Namen: Max. Nichts zu hören. Ich ging weiter und rief ein zweites Mal, wieder nichts. Aber halt, da hörte ich doch ein leises Jaulen. Ich lief in die Richtung woher der Laut kam. Als ich in den Nachthimmel sah, stand der Mond am Firmament. Langsam veränderte sich seine gelbe Farbe in blutrot. Mir lief es eiskalt den Rücken herunter. Das konnte doch nicht sein, dass Max einfach weglief. Ich suchte seine Lieblingsstellen hier im Park ab, nichts, keine Spur von ihm. Dann knackte es hinter mir und ich erschrak.

Schnell drehte ich mich um. Beim Gebüsch war etwas zu erkennen. Ein Schatten, ein wildes Tier, eine Zeitung oder Max?

Da stand sie, eine unheimliche Gestalt, ihre Augen trafen die meinen. In mir klickte es. Plötzlich stand sie vor mir.

> Hallo Fremder! Ich glaube Du hast etwas verloren. < zischelte sie.

Sie hielt den leblosen Körper von Max in den Armen.

> Ich glaube, da habe ich einen Finderlohn verdient oder nicht? <

Ich wollte antworten, doch dazu kam es nicht mehr.

Ein Reißen, dann saugen und schlürfen. Ich dachte, ich hätte Sex!

Den besten Sex meines Lebens! Ihre Augen durchdrangen mich. Ihr Atem vernebelte meine Sinne. Ihre Haare bewegten sich leicht und berührten meine Wange. Als wenn 100000 Volt meinen Körper durchströmten, nein durchpeitschten. Ihre Hände krallten sich tief in meine Oberarme. Ich fühlte mich leicht, als könnt ich fliegen. Ich wurde hochgehoben und umhergeschleudert. Ihre Zähne bohrten sich immer tiefer in meinen Hals und die Aorta jubilierte. Mein Blut fing an zu brodeln. Mein Blut kochte! Und versiegte dann. Mein Atem wurde schneller und erstarb. Ich glitt zu Boden und blieb für einen Augenblick liegen.

Da stand sie nun, die Frau in einem schwarzem Kleid und Umhang. Ihre Zähne trieften vom Blut, Von meinem Blut! Sie sammelte das Blut auf ihren Handrücken und mit einem Schlürfen trank sie es. Sie war wunderschön. Ihre Haut strahlte in leuchtendem Weiß. Kaltblitzende Augen, schlanke lange Finger mit schwarzen Nägeln. Säuselnde zischelnde Stimme. Schwarze Haare.

Dann übermannte mich die Erkenntnis. Sie hatte etwas Fürstliches und ist nun meine Herrin, meine Gebieterin. Ich gehorche ihrem Befehl und folge ihr wohin auch immer. Nun bin auch ich verflucht und gehöre zum dunklen Schattenreich. Ein Wesen das im Dunkeln wandelt und auf die Jagd geht.

Ich liebe sie! Mit jeder Faser meines Körpers. Und ich weiß, wir sind für einander bestimmt. Sie ein Vampir und ich ein Werwolf. Zusammen sind wir unschlagbar.

Ja, immer wenn es Vollmond wird, werde ich für sie auf die Jagd gehen. Oder dann wenn meine Gebieterin die Verwandlung von mir befielt.

Ach, ja, ich liebe jetzt den blutroten Mond. Für immer und ewig.

 

 

Zeit!

 

 

Ich hatte kaum noch Zeit, sie lief mir davon. Ich hatte mich aufhalten lassen und dann war auch noch der Zugang versperrt. Wenn ich Emotionen hätte, würde ich mich ärgern, aber so…

Ich hatte nicht mehr viel Zeit und überlegte, wie ich aus dieser Nummer herauskommen könnte. Die Chancen standen 50 zu 50. Ich suchte einen Ausweg und fauchte verärgert. War das nicht ein menschliches Gefühl?

Die Zeit lief davon und ich sah keine Möglichkeit. Ich musste cool bleiben. Diese verdammten Kreuze versperrten mir den Weg. Überall Kruzifixe, Knoblauch und geweihte Erde auf dem Boden verstreut.

Die Zeit tickte und ich schrak vor den Fallen zurück. Weihwasser, Knoblauch und Kruzifixe, was für ein Alptraum. Sie lagen dort, wo ich nicht hinkam, um sie zu beseitigen.

Die Zeit war fast zu Ende und ich lief im Kreis. Es gab kein Entrinnen, dieses Mal hatte mich Abraham erwischt, aber ich bin ja unsterblich! Ich werde wieder auferstehen.

Die Zeit war um und die Sonnenstrahlen des Morgens tasteten sich in den Raum. Sie krochen auf mich zu, ganz langsam. Von Sekunde zu Sekunde näherten sie sich meinem Standort. Wie dichter Nebel krochen die Strahlen und sie verhießen nichts Gutes für mich. Wieder fauchte ich.

Die Zeit ist vorbei. Ich hörte ein Geräusch. Ein hölzerner Speer drang in meinen Körper ein und durchbohrte ihn. Ihre Spitze nagelte mich an die Wand. Plötzlich eine Schlinge um den Hals, die Spitze brach und sechs Männer zogen mich am Dachgebälk in die Höhe.

Es war alles vorbereitet! Vier andere Männer zogen an anderen Seilen, die mit dem Dachgebälk verbunden waren. Das Dach brach und die Sonne schien auf mir herab. Erst rauchte meine Kleidung nur ein wenig, dann brannte ich lichterloh.

Die Zeit war gegen mich, es war eine Falle. Und ich bin hinein gelaufen. Ich habe mich täuschen lassen. Und nun haben sie mich erwischt. Sie waren dieses Mal ganz geschickt gewesen. Für Heute werde ich untergehen.

Meine Zeit wird wieder kommen. Dann werde ich wieder auf der Erde wandeln. Nacht für Nacht. Denn egal was die Vampirjäger unternehmen, ich bin unsterblich und unbesiegbar. Meine Macht ist grenzenlos. Heute und in tausenden von Jahren!

In der Zeit verflochten.

Ich werde immer zwischen den Welten wandeln und meine Kinder mit mir. Es wird ewig Blut vorhanden sein. Wir die Kreaturen der Finsternis, werden euch in den Nächten auflauern und besuchen, damit ihr uns das Beste gebt, was ihr habt, nämlich euer schmackhaftes Blut. Wir werden saugen und trinken und uns mit eurem Blut berauschen. Das ist mein Fluch! Ich verwünsche Euch.

 

 

Ende des II. Teil 

 

der Teil wird fortgesetzt