Die Legenden von Agathron 

 

 

 

 

 

 

Agathron

 

                      

 

 

Es war einmal vor langer Zeit in den grünen Wäldern.

In dieser Zeit lebten die springenden Einhörner.

Hier lebten die Magier, die Donner und Blitze herzauberten.

Und die kreischenden Hexen, die auf ihren Besen durch die Luft flogen.

Wehe dem, der ihre Attacken zu spüren bekam.

 

 

 

 

 

Es war einmal in dieser Zeit, da gab es knisternde Spannungen.

Auch in jener Zeit lebten die jagenden Zentauren.

Gnome, Feen, Elfen und Pegasus tauchten in den Tälern auf.

Riesenadler und Schmetterlinge, die der Menschensprache kundig waren, 

 flogen über den purpurnen Himmel, der wie Feuer zu glühen schien.

 

 

 

 

Es war einmal in jener Zeit, wo Reime und Sagen aus diesem Land berichteten.

Damals in der Zeit, wo die Drachen Feuer sprühten und in den Lüften kreisten.

Als sich das Zwielicht ausbreitete, begannen sich die Menschen zu fürchten.

Alles war seltsam, unheimlich und verwunschen in diesem Zauberland.

Bis Margun kam und die Welt mit seiner Magie veränderte.

 

 

 

Die Welt mit dem Namen Agathron!

 

 

 

 

 

Teil - I.

 

 

 

Die Legenden Agathrons

 

begannen:

 

 

vor Äonen von Sonnenumläufen

 

 

 

Eines Frühlingmorgens ...

 

  

 

 

 

...schlenderte Manni am Weizenfeld, welches bei seinem Dorf lag, entlang. Als er so um sich sah und die Natur genoss, brach er ins Erdreich ein. Ihm wurde schwarz vor Augen und er verlor die Besinnung. Er hatte keine Ahnung, wie lange er dort bewusstlos lag. Kratzte sich am Kopf, fluchte laut und tastete sich ab. Alles okay! Nichts passiert. Weiterhin betastete er seine unmittelbare Umgebung. Außer Staub, Dreck und Sand nichts Besonderes. 

Beruhigt sah er sich in der Kammer um und entdeckte die alten Schriftzeichen Agathrons. Das Licht was von oben herabfiel reichte aus um sich zu orientieren. Er konnte die alte Sprache lesen, schreiben und verstehen. Aufregung ließ seinen Puls ansteigen und er untersuchte die Zeichen. Ein einer Nische waren Schriftrollen aufbewahrt und er stöberte dort herum. Er blies den hohen, alten Staub weg, entnahm die Papierrollen und begann zu lesen. Sein Atem wurde immer heftiger. Er hatte die alte Chronik und Legenden von Agathron gefunden. Viele Forscher suchten schon sehr lange nach ihr. Und er hatte sie gefunden!

Nachdem er sich die Schriftrollen unter dem linken Arm geklemmt hatte, suchte er die Kammer ab. In einer Ecke, befand sich ein Weg, der ihn wieder an das Tageslicht führen würde. Auf dem Weg den er gekommen war konnte er nicht wieder zurückgehen. Durch die Katakomben irrte er eine Weile und dann trat er durch eine getarnte Tür, bei der Dorfkirche, neben dem Denkmal und dem uralten Grab, wieder ins Freie. Besorgt überprüfte er die Aufzeichnungen, sie waren nicht beschädigt.

Schnell lief er nach Hause und rollte das erste Pergament aus. Sein Blick fiel auf die Inhaltsangabe.

 

 

 

 

 

1. die alten Legenden Agathrons

2. Geburt des Schattenreiches

3. das bizarre Zeitalter

4. Lightning Alpha, das organische Raumschiff

5. Schicksal von Atlantanosis

6. Apokalypse - Genesis

 

 

 

 

 

 

     Einleitung

 

 

        

 

 

- Das Universum -

 besteht aus:

    ( die Legenden von Agathron - Intro ).mp3
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Galaxien. Sonnen, Novas und schwarze Löcher. Eine große Anzahl von Milchstraßen. Planeten mit intelligentem Leben. Sie bilden unterschiedliche Atmosphären. Viele besitzen Trabanten, die sie auf elliptischen Bahnen umkreisen. Kometen, die durch den Kosmos fliegen. Asteroiden, die auf Umlaufbahnen rotieren. Wenn ein Universum existiert, dann wird es auch ein Paralleluniversum vorhanden sein. Dieses Universum kann räumlich und/oder zeitlich getrennt sein, oder in einer anderen Dimension existieren. Es wird bestimmt ein Tor geben, von dem man von einem Universum zum Nächsten gelangt. Dieses Sternentor muss nur bekannt und benutzt werden.

Die Weltenwanderer, die das Tor benutzten, berichten von vielen wundersamen Orten, Lebewesen und Ereignissen. So sind unter anderem unsere Mythen und Sagen entstanden. Märchen, die Götter, waren es Raumfahrer? Sie flogen durch den Himmel, mit Raumschiffen? Verschleuderten Blitze, waren das Laserwaffen? ... Genmanipulation, ein verschwundener Kontinent, ein lebendes/organisches Raumschiff.

Und denkt man unter diesem Aspekt an Sagen und Legenden, ist in jeder Erzählung immer ein Körnchen Wahrheit vorhanden! Vielleicht ist doch noch mehr Wahrheit als Fantasie enthalten.

Die Theorie der Wissenschaftler und Forscher besagte, dass das Universum aus dem Nichts geboren wurde. Aus dem Nichts entstand eine unermesslich große Materie, die sich durch immer schnellere Rotation, auseinander driftete. Sie war fest und hart, und so konnte die Fliehkraft ihr Werk beginnen. Die Materie transformierte, je weiter sie sich vom Ursprung entfernte, zu Sternenstaub. Aus dem Sternenstaub entstanden zuerst große Staubanhäufungen: die Galaxien, dann Sonnen in den Galaxien und am Ende die Planeten mit ihren Monden. Sowie ein Planet mehrere Monde besaß, so gab es auch Sonnensysteme, wo die Planeten um mehrere Sonnen ihre Umlaufbahnen zogen. So entstand auch der Planet mit dem Namen Agathron.

 

 

Agathron ist eine kleine Welt. Sein Umfang beträgt 22000 km. Der Planet besteht hauptsächlich aus Wälder, Wiesen, Täler und flachen Hügeln. Er wird aus diesem Grund der grüne Planet genannt.

Agathron ähnelt dem Sagenland Avalon aus der Arthursage. Nur das Agathron viel größer ist. Es umfasst die Fläche von Europa, Afrika und Nord-Mittel und Südamerika zusammen. Nach unsere Maßstäben.

Es entstanden zwei Meere auf dieser Welt. Die Tiefe beträgt 4600 m. Das Wasser ist klar und sauber. Hier findet keine Umweltverschmutzung statt. Zwei Ozeane verbinden die beiden Riesenkontinente. Bevölkert sind die Ozeane mit Delfinen und Walen, sowie ein reichartiges Angebot an Fischen. Auf den Kontinenten, die sich südlich und nördlich über den Äquator erstrecken, entstanden viele Vegetationszonen und Klimazonen. Die Kontinente sind in Regionen unterteilt, die den Klimazonen entsprechen. An den Polkappen befindet sich nur Wasser und Eisberge, aber kein Festland.

Je ein Fluss fließt durch den Kontinent. Saftige Wiesen und Weiden erstreckten sich neben den Flussläufen. Riesige Waldgebiete, fruchtbare Felder und bunte Blumenwiesen sind allerorts zu sehen Die Wälder sind Mischforste.

Es entstand jeweils eine Gebirgskette. Die Berge sind zwischen 4000 und 6000 m hoch. Die Baumgrenze liegt bei 1850 m. Kleinere haben sich nicht entwickelt. In den Gebirgsketten sind alte Städte zu entdecken. Es sind keine Ruinen. Die Orte wirken, als wenn sie gerade erst verlassen wurden und jeden Augenblick wieder bewohnt werden. Das einzige zerstörte in den Gebirgsketten war ein riesiger Krater von 12 km Durchmesser und nur 60 Meter Tiefe. In dem Krater lebten Fische, Delfine und Wale. Man konnte keine Erklärung finden, wie die Fische, Delfine und Wale in den Kratersee gelangt waren.

Auf dem einen Kontinent wohnen die Menschen mit ihren Nutz- und Haustieren. Mit vielen Tieren, die auch auf der Erde existierten. Auf dem anderen Kontinent, wahrscheinlich durch Genmanipulation ( der Volksmund sagte auch durch Mutation, eine Laune der Natur ), Zentauren, Zyklopen, Einhörner, Pegasuse, Schmetterlinge, Drachen, Feen, Elfen, Elben und Menschen mit besonderen Fähigkeiten, wie Hexen Zauberer und Magier. Die Genmanipulation ist so alt wie die Menschheit. Überall und an jedem Ort.

Kriege finden nicht statt. Man lebt in friedlicher Harmonie zusammen. Geführt werden die Bewohner von den Königinnen. Man benötigt kein Zahlungsmittel. Nahrung ist in Hülle und Fülle vorhanden. Die Umwelt und die Nahrung sind nicht von Umweltgiften belastet. Kein Ozonloch, kein Saurer Regen und keine Strahlungen. Man trifft sich zu Festen und führt die schönen Künste zur Unterhaltung vor. Die Zahl Zwei hatte eine besondere Bedeutung, von Allem existierten immer Paare in Agathron.

Nur auf Eines sollte geachtet werden. Das beide Quellen auf den Kontinenten nicht versiegten oder verunreinigt werden. Denn das sind die Lebensspender von Agathron. Ohne sie stirbt Agathron! Die Mineralien in den Flüssen sind lebenswichtig für alle Lebewesen und Pflanzen.

Auf Agathron wird viel gedichtet, erzählt und musiziert. Über Personen, Tiere und Natur wird in Form von Gedichten und Liedern berichtet. Sie sind in den Annalen gesammelt. Teilweise sind die Werke sehr alt, mancher Schätzung nach, so drei- bis fünfhundert, oder sogar 5000 Sonnenumläufe.

 

Sternenwicht.mp3
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Alle 5000 Sonnenumläufe gibt es eine große Konjunktion. Die Sonne, Agathron und die drei Monde stehen auf einer geraden Position zueinander. Zu dieser Zeit gibt es einen Klimawechsel der Natur und die Lebewesen verändern sich. Am Ende der Konjunktion bleiben nur sehr wenige von der Bevölkerung am Leben. Die Anderen vernichten sich.

Ein Tag auf Agathron dauert ca. 26,5 Stunden. Ein Sonnenumlauf beträgt ungefähr 375 Tage. Die Jahreszeiten sind genauso wie auf der Erde. Die Durchschnittliche Temperatur im Frühling beträgt 16° Grad. Im Sommer 28° Grad, im Herbst 10° Grad und im Winter beträgt sie minus 14° Grad. Die Schwerkraft entspricht unserer Erde.

Die Atmosphäre lässt durch die Sonnenstrahlen, den Himmel, Purpur erscheinen. Die Sterne sind nachts klar im dunklen Purpur zu erkennen.

Es gibt aber nicht wie auf der Erde einen Mond, sondern drei. Die Monde stehen am Sonnenuntergang in gleicher Konstellation am Himmel. Die Farben sind unterschiedlich. Der Erste ist weiß, der Zweite schimmert dunkelrot und der Letzte erstrahlt in ein sehr helles Purpur. Ihre Größe variiert auch von einander. Die Planetenumkreisung beträgt 25, 38 und 45 Tagesumläufe.

Warum der Himmel Purpur und die Monde diese Farben haben, dafür gab es bisher keine Erklärung.

Eine Besonderheit Agathrons ist es, dass der erste Kontinent von den Menschen bewohnt wird. Hier entwickelte sich das Leben ganz normal wie auf jeder anderen Welt. Der zweite Kontinent war ursprünglich für die Forschung bestimmt Somit wurden die Gen-Manipulationen gerechtfertigt. Einige wissenshungrige Professoren pfuschten mit den Genen herum. Daraus sind die bekannten Lebewesen entstanden. Diese Wissenschaftler sind spurlos verschwunden. Nachforschungen haben nichts ergeben.

Beide Kontinente sind identisch. Zwei Flüsse, zwei Gebirgsketten, die Wälder, Felder und Wiesen. Auch die Quadratmeterzahl beider Kontinente gleicht dem anderen.

 Eine agathronische Ära beträgt 5000 Sonnenwenden. Sie ist untergliedert in erstens Entstehung der Kultur, zweitens deren Entwicklung, drittens der jeweilige Höhepunkt der Kultur, viertens den Status Quo, fünftens und letztens Niedergang. In der Regel betrug jede Stufe 1000 Sonnenumläufe.

 Die Gründer Agathrons sind waren in den Bergstädten zu finden, aber diese sind jetzt unbewohnt. Ein großer und tiefer Kratersee bildet das Zentrum um die alten Bauwerke. Die Gebäude erwecken den Eindruck, dass die Bewohner gleich zurückkommen. Kein Hinweis wohin sie gegangen sind. Ebenfalls keine Spur von Artefakten. In dem Kratersee lebt eine Vielzahl von Fischen, Delfinen und Walen. Keine Verbindung zum Meer wurde entdeckt, so blieb die Frage offen, wie und woher die Fische, Delfine und Wale herkamen.

Es gab auch absolut keine Spuren, weder eines Kampfes oder einer Katastrophe.

 

  

 

 

  1. Margun

      Margun - Magie.mp3
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Ja, der Dimensionentransferer hatte wie immer gut funktioniert. Er, der Magier und Zauberer Margun, konnte zwischen den Welten hin und her springen, so oft es ihm gefiel. Die Zeit veränderte sich dabei nicht. Sie blieb konstant.

 

 

 

 

 

 Egal ob Terra, der blaue Planet ( Erde ),   Mittelerde, Avalon,

Walhalla, Olymp, Hades, Nimmerland oder Agathron, überall

Wandelte er. Er warnte Tuch en Amun, Kleopatra, Julius Cäsar,

Odysseus und Herakles. Des Weiteren sprach er mit Odin und Thor,

mit Zeus und Hera, Jupiter und Venus. Peter Pan und Tinkerbell. Zu

guter Letzt, wie könnte es anders sein: Harry P. Er war übrigens ein toller Bursche. Alle kannte

er. So alt war er schon.

 

Die Ringgeister, von der dunklen Magie. Frodo, Bilbo, Sam,

Boromir, die Elben, die Zwerge und wie die anderen Weggefährten

Auch alle hießen. König Arthus und der Zauberer Zwackelmann,

der Zauberer Korinte, der große Zauberer von OZ. Und natürlich

Professor Dumble! Alle hatten ihn erkennen und auch schätzen gelernt.

Und mit Captain Hook hatte er sich einen Scherz erlaubt! Von ihm war er beleidigt worden.

Was meint Ihr woher die Idee mit dem Wecker kam?

 

Und zu hassen: Nero und Caligula. Sauron und Sauroman. Den,

dessen Namen man nicht aussprach. Graf Vlad Dragul.  Dann war da

doch noch so ein Österreicher mit dem Vornamen Adolf . Das waren aber Ereignisse die

vergangen sind.

 

Jetzt war er in Agathron angekommen, dieser Ort, so ähnlich wie Avalon, aber viel, viel

größer.

Da waren auch noch die Lebewesen: Einhorn, Pegasus, Fee, Elfe,

Zentaur, Zyklop, Drache und Sirion. Das sind die Ergebnisse von Gen-Manipulationen. Die Genforschung ist schon so alt wie die Welt. Es gab immer „kluge“ Köpfe die mit allem herum manipuliert hatten.

 

Ja, man nannte ihn den Grauen, den Weißen, Gandalf und dann auch mal  Merlin. Er war der größte und erfahrenste Magier weit und breit.

Wieder Mal trat er aus dem Sternentor. Der Schmetterling hatte ihn gut informiert. Den Falter hatte er vorgeschickt um seine Verbündeten zu rufen und einzuladen. Dorthin wo man sich immer traf, wenn es eine Krise gab. Er befand sich jetzt in Agathron, auf einer kleinen Insel an einem nebligen See. So wie in Avalon. Es gab viele Parallelitäten. Irgendwie bestand eine Verbundenheit zwischen den Welten.

Vor ihm stand die Frau vom See. Sie war schlank und schwarze Haare fielen ihr auf die Schulter. In ihrem blauweißen Kleid wirkte sie würdevoll. Die weiße Haut ihres Gesichtes  bildete einen Kontrast zu ihren Haaren. Sie lächelte Margun an: > Du wirst es schon schaffen, bei allen guten Geistern von Agathron! < Margun dachte, das die Ähnlichkeit verblüffend sei. Sie verschwand wieder im Nebel. Ihre Verwandte war die Frau vom See Avalon! Und diese trug ein grünes Kleid.

Er ging in die Holzhütte und zündete das Feuer unter dem Kessel an. Richtete den Raum her, zum Leidwesen seiner Katze und wartete auf den Besuch, der sich angekündigt hatte. Er hatte gerufen und sie würden kommen, seine Verbündeten. Es hatte schnell die Runde gemacht, dass er angekommen war.

Der Katze war es zu unruhig, sie schlich nach draußen auf die Veranda und legte sich in die Sonne. Sie wärmte heute nicht. Ab und zu hob sie mal den Kopf, aber Beute war nicht in Sicht.

  

 

Ein nebliger See, die Wellen bewegten sich leise im Abendrot und die Sonne spiegelte sich in dem Wasser wieder. Sie verschwand und der Himmel überzog sich mit grauen Wolken. Auf dem Wasser bildete sich ein dichter undurchdringlicher Nebel. Ein Boot fuhr über den See und drang in den Nebel ein Die Paddel hörte man auf dem Wasser aufschlagen. Und das geschah rhythmisch. Wie aus Geisterhand verschwand es im Nebel. Kurz vor dem Ufer erschien es wieder. Die weißen Nebelschwaden verteilten sich am Strand, lösten sich dann auf und es stiegen einige Gestalten, sich unterhaltend, aus dem Boot, liefen zu der kleinen Holzhütte, in der mittlerweile ein warmes Feuer im Kamin brannte.

Die schwarze Katze saß auf der Veranda und blickte zu den Besuchern. Ihre Augen begannen in der beginnenden Dunkelheit grün zu leuchten. Ihre Barthaare bewegten sich leicht und sie schien ein bisschen zu schnurren. Sie leckte sich die Vorderpfote und putzte sich ganz gemächlich und ausgiebig. Ihr Fell glänzte bald in dem Feuerschein, der aus der Hütte herüber schien. Als sie fertig war lief sie hinein und legte sich neben die Feuerstelle und schlief sofort ein.

Die Gestalten bewegten sich und liefen zu der Hütte. Wo sie von einer weißen Gestalt mit langen weißen Haaren begrüßt wurden. Man tauschte ein paar höfliche Worte und begab sich in den Wohnraum. Die Gäste sahen einen Kessel mit brodelndem Wasser, der im Kamin stand. Nachdem man sich an den hölzernen Tisch gesetzt hatte, wurde Wein und Wasser gereicht. Etwas Gemüse stand auch auf dem Tisch. Es konnte bei Bedarf verzehrt werden. Man tat sich gütlich, als:

< Guten Abend, meine Freunde und Mitstreiter < sagte Margun mit einer tiefen Stimme. > Arona, Ginore und Tannora, herzlich willkommen. Ihr wisst warum wir hier sind. Es wird Zeit, dass dem Fürsten Einhalt geboten wird. Auch wenn es Opfer geben sollte. De Fürst und ich, wir dürfen nicht direkt eingreifen. Wir sollten unsere Figuren setzten. Ich muss auf seinen nächsten Zug warten. Um mir einen Überblick der derzeitigen Lage zu verschaffen brauchen wir schnellstens einen Späher und Kundschafter. Der soll uns über den Verlauf des Spieles informieren. Wer soll das sein und wo bekommen wir ihn her? Und wie können wir das Spiel zu unseren Gunsten entscheiden? Das sind die heutigen Fragen, die wir erörtern müssen <

 Alle redeten durcheinander und man konnte sein eigenes Wort nicht verstehen. Es wurde immer lauter, bis Margun es zu bunt wurde und um Ruhe bat. > Einer nach dem Anderen < war seine Anweisung. Man beruhigte sich.

Eine lange Diskussion begann und es wurde viel gestritten in dieser Runde, bis Ginore aus Agathron eine Idee hatte...

 Das Feuer unter dem Kessel brannte weiter und der Inhalt brodelte.

 Wir sollten unser Spiel genau berechnen, sonst haben wir zu viele Verluste < warnte Margun.

Wir könnten Sirion bitten uns zu helfen oder den Wächter des Lichtes.  Der Wächter b.z.w. der Hüter des Lichtes ist zurzeit noch eine Legende für die Menschen. Außerdem wird er unser letzter großer Trumpf in dem Spiel. Vielleicht brauchen wir ihn auch noch zu einem späteren Zeitpunkt.  erwiderte Arona.

 > Den Rest unseres Gespräches sollten wir in altagathronisch halten <

Tannora deutete auf das Fensterbrett. Dort saß ein kleiner schwarzer Vogel. Es war ein Kundschafter des Fürsten. Der Fürst der Finsternis spielte gerade mit Margun ein tödliches Spiel. Regeln gab es wenige. Merlin musste auf die Menschenleben achten. Sie, die Menschen, wurden vom Fürsten in das Spiel mit einbezogen. Sie galt es zu beschützen, denn sie waren die Schwächsten und konnten sich nicht gegen ihn erwehren.

Tannora, Arona, Ginore und Margun sahen sich an und aßen erst einmal von dem frischen Gemüse, das auf dem Tisch dekorativ ausgelegt war. Dann lachten sie sich an und sprachen in altagathronisch weiter mit einander.

Der schwarze Rabe zischte böse, breite die Flügel aus, schlug ein paar Mal und verschwand in der Dunkelheit. Er flog nun zu seinem Herren zurück.

Die Katze interessierte das alles nicht. Sie schlief und störte sich nicht an dem Gerede der Menschen. Ihr war nur wichtig, dass sie es warm und trocken hatte. Hier neben der Feuerstelle.

Und was den schwarzen Vogel betraf – der schmeckte sowieso nicht gut. Das Futter von Margun war viel nahrhafter. Sie maunzte einmal und gähnte ausgiebig. Dann drehte sie sich einmal um sich selbst und schlief wieder ein.

Nun gut, dann werde ich Euch alles erzählen. Manchen Magiern und Zauberern ist eine große Aufgabe in ihrem Leben gestellt worden. Sie müssen ihre Kräfte und ihre Weisheit auf die Probestellen und immer weiter entwickeln. Durch viele Jahrhunderte müssen wir reisen und an verschiedenen Orten unsere Aufgabe erfüllen. Es gehört zu dem Spiel der Magier, um dann am Ende den Stein der Magier und Zauberer verliehen zu bekommen. Wer ihn erhält erlangt die Unsterblichkeit seiner Seele, nicht des Fleisches. Wir, die Zauberer der weißen Magie haben die Aufgabe, die Lebe wesen in allen Welten zu beschützen. Es findet immer ein Kampf zwischen schwarzer und weißer Magie statt. So wie Gut gegen Böse. Uns sind gleichwertige Gegner der dunklen Magie entgegen gestellt. Auch sie wollen den höchsten Preis erlangen. <

>Und was ist ihr Preis? < fragte Ginore. Margun sah alle nach der Reihe an, trank einen Schluck Wasser, fuhr durch seinen langen Weißen Bart, faltete die Hände und antwortete:

>Der Preis ist ... – die Unsterblichkeit des Fleisches zu erlangen. Und somit ewig auf den Welten zu wandeln. Ohne Herz, ohne Verstand, ohne Gnade, ohne Mitleid, nur ungesättigten Hunger nach Macht und Blut. < > Das ist ja furchtbar < Tannora war entsetzt.

Das magische Spiel zieht sich über Ären und Epochen hin. Die Regeln werden jedes Mal geändert. Ursprünglich spielten wir ein Spiel namens Schach aus der Erdenwelt. Aber das ist lange vorbei. Es existiert nicht nur ein Spielfeld, also eine Welt sondern mehrere.

Die Spielfiguren werden ersetzt, wenn die vorherige Figur ausgelöscht wurde. Das Spielbrett kann sich in zwei Welten befinden. Die heutige Variante ist: die schwarze Magie unterjocht eine ganze Welt, Agathron und ich muss sie retten. Alle starken Lebewesen muss ich herbei holen und alle Arten retten, die sonst im Kampf ausgelöscht werden könnten. Z. B. die Drachenflieger. Ich habe die höchste Aufgabe, so wenig aller Lebewesen sterben zu lassen wie möglich. Und das kann ich nur mit Hilfe von Gefährten. Also mit Euch. <

Alle waren sprachlos. Das hatten sie nicht im Geringsten vermutet. Es wurde still in der Hütte, noch stiller als vorher. Nur das Feuer knisterte und der Kessel brodelte. So erklärte sich, warum die Welten miteinander verbunden sind und dass die Geschichten, Legenden, Sagen und Märchen ein Fünkchen Wahrheit beinhalteten. Was in dieser Welt Wahrheit, ist in der anderen Legende. Und doch gehört alles zusammen, zu dem ganz großen Spiel der Magier. Alles ist miteinander verflochten und verbunden. Es war spät geworden, als Margun nach den Drachenfliegern schickte. Er hatte keine Zeit zu verlieren. Sie wurde für ein paar bestimmte Aufgaben sowieso zu knapp. Laut peitschende Schwingen näherten sich. Zwei Staffeln erschienen über der Hütte. Eine aus der Richtung Norden und die Andere aus dem Süden. Jeweils drei Drachen und deren Kämpfer bzw Flieger. Drei weibliche und drei männliche Drachen, sowie deren Piloten. 

Sie landeten mit einem Rauschen auf der Insel vor der Holzhütte von Margun. Dann nahmen die Menschen noch Wasser in ihre Lederbeutel auf, trotz der Dunkelheit. Sie waren Krieger und konnten gut im Dunkeln sehen. Die Befehlshaberin sprach mit Margun. Der Magier gab seine Instruktionen und lies sie wiederholen. > Wir sollen Agathron verlassen, eine Welt suchen, die für uns und die Drachen zur Besiedlung geeignet ist. < Margun nickte freundlich. Die Drachenbefehlshaberin aber machte sich ihre eigenen Gedanken über den Auftrag. < Wir werden uns wohl nie wiedersehen, oder Magier? > Merlin antwortete nicht und ihre Augen blitzten kurz auf. Mit einem lauten und sechsfachem > Omba! < erhoben sich die Drachenstaffeln in die Luft und flogen nach Westen. Margun lächelte verschmitzt und dachte daran, dass alles aus Sternenstaub bestand, auch die Lebewesen. Wieder würde der Staub weitergetragen werden, sich niedersenken und wachsen. Er sah ihnen nach. Und war zufrieden, nein, er war sehr zufrieden. Wieder war der Acker gesät. Die sechs würden ihre Sache schon nach bestem Gewissen ausführen. Auf sie konnte er sich hundertprozentig verlassen. Denn sie gehörten zu der Elite der Drachenkriegerflotte.

Fliegen!.mp3                        
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Obwohl Agathron ein friedlicher Ort war, gab es doch ein paar Drachenarmeen. Ein weiser Kopf hatte sich ausgedacht, eine kleine Elitearmee aufzubauen. Niemand sollte ungeschützt sein. Sie war für den Ernstfall da, wenn es zu Katastrophen jeglicher Art kommen sollte. Sie beschützte im Moment nichts, es war Frieden, aber bewachte trotzdem die Quellen des Lebens und des Ursprunges. In Friedenszeiten halfen sie bei Bergungen, Krankentransporten und Schwerlasttransporten. Und was man sich sonst noch so denken konnte.

Was der große Magier aber nicht ahnte war, dass die Staffeln in das Sternentor flogen und ganz woanders strandeten als vorgesehen. Aber das war eine ganz andere Geschichte. Und warum sprachen die Schmetterlinge nicht mehr und wohin waren die Riesenadler verschwunden.

 

Drachenflieger!.mp3
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2. Schwestern

Linea – Linoa - Lina

 

 

 

Linea und Linoa liefen um die Wette - durch den Feenwald. Linea lachte, sie hatte ihre Schwester mal wieder mächtig geärgert. So dass Linoa wutentbrannt hinter ihr her lief. Die beiden Schwestern waren wie Hund und Katze. Sie stritten immer miteinander. Die eine war eine Draufgängerin und die Andere introvertiert. Linea war blond und Linoa schwarzhaarig. Sie besaßen beide blaue Augen. Und doch, es gab noch einen großen Unterschied: Linea gehörte zu Merlins und Ginores Gefolge. Linoa aber zu dem Herrn der Finsternis.

Linoa wurde immer wütender, sie konnte ihre Schwester wieder mal nicht fangen. Sie war schon immer die bessere Läuferin gewesen. Sie lief ihr immer davon. In den Augen von Linoa blitzte es auf, sie blieb stehen hob die Arme und sagte einen Zauberspruch. Sie tat das, was verboten war! Die Magie gegen Menschen, also auch gegen die eigene Schwester zu richten.

Ein blauer Kugelblitz schoss durch den Wald, flog scheinbar ziellos herum und traf ihre Schwester dann am Hinterkopf. Diese schrie auf und fiel zu Boden und überschlug sich mehrmals. Dann blieb sie reglos liegen. Aus dem Mundwinkel tropfte Blut.

Linoa grinste, rieb sich die Hände und schnaufte laut. Sie setzte sich kurz ans Ufer, sah in das Wasser, sah ihr verzerrtes Spiegelbild und lächelte dem Spiegelbild zu. Als sie sich erhob, bemerkte sie nicht, dass ihr Spiegelbild zum Leben erwachte, aus dem Wasser trat und bei jedem Schritt mehr menschliche Formen annahm. Bald war sie komplett und lief mit einem hämischen Grinsen davon. So wurde Lina, die Hexe geboren. Über ihre (Un)Taten berichten wir später.

>>> Selber Schuld! Du wusstest wie ich das hasse. Ich mag nicht mehr hören, dass Du die Ältere und Bessere bist. Immer nur die langweilige Rederei. <<<

Linea aber antwortete nicht, ihre Augen blieben geschlossen und aus den Mundwinkeln sickerte immer noch ein bisschen Blut. Sie atmete flach.

>>> Lass, das nicht den Fürst der Finsternis sehen, sonst bekommt er Appetit auf Dich! <<< schäumte Linoa, rieb sich die Hände, drehte sich um und ging weg, ohne nachzusehen, wie es ihrer Schwester ging. Sie lachte schallend, ihr Gelächter hallte durch den Wald. Die Geschwisterliebe war tot. Und scheinbar war das eine Genugtuung für sie. Endlich hatte sie ihrer Schwester gezeigt und ihre Gefühle beruhigten sich. Linoa bekam nun auch noch gute Laune und ging pfeifend fort.

Der Fürst der Finsternis hatte eins seiner Ziele erreicht! Geschwister zu trennen, Twietracht zu sähen und Tabus aufzuheben. Er lies neue noch grausamere und kräftigere Wesen entstehen. Agathron veränderte sich fortwährend. Und nicht zum Besten! Und das in einer rasanten Geschwindigkeit. Fast täglich gab es erschreckende Veränderungen. Merlin konnte diese nicht aufheben, es waren zu viele.

Als sie außer Sichtweite war fing Linea an sich zu bewegen. Tannora trat hinter der einen Linde hervor und untersuchte die junge Frau.

>>> Hm, es beginnt schon zu eskalieren! Unser Gespräch mit Merlin liegt erst ein paar Mondesumläufe zurück. Ich muss den Anderen Bescheid sagen. Die Zeit wird knapper als erwartet. <<<

Sie hob den Kopf von Linea und sah dass sie noch atmete.

>>> Welch ein Glück, Agathron sei Dank. <<<

Sie rief Minari. Das war ihr Grauer. Ihr Helfer, ihr Lastenträger, ihr Begleiter, auf den sie sich immer verlassen konnte. Er war ein relativ kleiner Elefant. Ca. 280 Zentimeter groß. Die Ohren reichten fast bis zum Boden. Und hatte einen dritten Stoßzahn, mitten auf der Stirn. Er wirkte zierlich, war aber zäh und konnte viel Gewicht tragen.

Mit dem Rüssel und Tannoras Hilfe legten sie Linea auf die Stoßzähne von Minari, dann stieg sie auf seinen Rücken. Dieser trompete einmal laut und setzte sich in eine langsame schaukelnde Bewegung. Man achtete darauf dass das Schaukeln nicht zu heftig wurde.

 

> Hoffentlich kommen wir nicht zu spät. Sie muss gerettet werden. < sagte Tannora besorgt zu Minari. Linea gehörte zu Agathron und war ein Teil von Ganzen hier. Linea gehörte zu den schöpferischen im Land. Margun musste sie retten!

 

Und Lina hatte das alles mit angesehen. Sie grinste hämisch und rieb sich die Hände. Weiße und schwarze Energie vereinigte sich in ihrer Aura, die Aura des Bösen nahm Form an. Nun konnte sie ihr Werk beginnen. Sie vereinte die Kräfte von Linea und Linoa. Sie war die neue Oberhexe! Ihre schwarze Magie war viel stärker als die von anderen Hexen. Und sie hatte Hass, ja, sehr viel Hass auf alle mit der weißen Magie.

Denn die Magier ließen Agathron entstehen ohne ihre Mitwirkung. Das ist unklug, sehr unklug von den Magiern mit der weißen Magie. Weil sie könnte wunderschlechte Dinge entstehen lassen. Aber nun werden die Menschen dafür büßen, ja die Menschen. Sie rieb sich ihre Hände und verzauberte den ersten Menschen den sie traf. Er bekam sein Ohr anstelle der Nase und die Nase war in der Handfläche. Es bereitete ihr sichtliches Vergnügen und sie setzte ihren Weg fort. Ihre dunkle Aura wurde immer größer und sie immer stärker, denn der Hass wirkte wie ein Katalysator.

 

       

       3. Fürst der Finsternis

 

           

 

 

Der Transfer hatte wie immer gut geklappt. Aber er fühlte sich mies. Ihm gefiel der Dimensionensprung nicht, gar nicht. Es war als wenn man ihm das ganze Blut abzapfte. Ganz langsam, wie bei einem Aderlass. Und das mochte er nicht, überhaupt nicht. Es war seine Aufgabe und Bestimmung Blut „abzuzapfen.“ Denn er ist: der Fürst der Finsternis!

Er war hierher nach Agathron gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. Dem Spiel eine neue Wendung und Dimension zu geben. Er begutachtete die Umgebung. Die bunten Blumenwiesen, hässlich! Das Wasser, rein und klar, hässlich! Die Luft, sie roch nach Blumen, hässlich! Große blühende Bäume, hässlich! Und was war das? Menschen, Feen, Einhörner, Pegasus, Zyklopen, Zentauren, Hexen und Zauberer, alle waren nett und sprachen zueinander. Eine richtige Idylle. Ihn schüttelte es, das war besonders hässlich. Am liebsten hätte er sich übergeben.

> Mal sehen was wir nun ändern können < sagte er zu sich im Selbstgespräch. Er mochte es nicht, wenn alles so harmonisch und friedlich war. Das wollte er ändern, überall wohin es ihn verschlug.

Die Herrschaft wollte er an sich reißen und regieren. Solange es dauerte, bis die Letzten gemolken und ausgesaugt waren. Das dann die gierigen sich gegenseitig vernichteten. Schluss, aus und vorbei!

Die Arme hob er empor, so dass sein Umhang über seinen Kopf ragte und er sich in eine Fledermaus verwandelte. Die Fledermaus breitete die Flügel aus und flog in den purpurnen Himmel von Agathron. Und er spähte umher, damit er sich einen umfangreichen Eindruck von dieser Welt verschaffen konnte.

Die Bewohner des Landes beobachtete er von seiner fliegenden und schwebenden Position aus. Er kam zu folgendem Ergebnis.

Er durchschaute, dass die Zyklopen nicht gerade klug waren. Die Zentauren waren Kämpfer, genauso wie die Zyklopen, nur die Riesen musste man lenken. Dann waren da noch die Hexen, die suchten nur eine Möglichkeit ihrem Namen alle Ehre zu machen und

ihre Hexenkünste auszuprobieren. Und zu guter Letzt die Zauberer. Einige von ihnen waren gefrustet. Sie hatten Probleme mit ihren Zauberkünsten, sie waren halt nicht so gut. Ihre Magie war zu schwach.

Da war das Potenzial, das der Fürst für seine Arbeit, die er hier verrichten wollte, brauchte.

Die Winde trugen ihn über die Berge und einsamen Tälern.

Nach einiger Zeit entdeckte er ziemlich weit unten in einem Tal mehrere Gestallten seiner Auswahl. Die drei Z’s und ein H!

Wie er so am Firmament flog, kam ihm eine Idee für einen imposanten Auftritt. Diese einfältigen Wesen musste man beeindrucken. Da hatte er genau das Richtige für sie.

Im Sturzflug ging er runter und schwebte vor den Gestallten auf den Boden. Als man ihn bemerkte, begann er sein Schauspiel. Die Verwandlung in einen Wolf erfolgte, aber damit noch nicht genug, es kam Nebel auf und er stand dann vor seinen neuen Verbündeten. Eine große hagere Gestalt von 194 Zentimetern, schwarzem Haar, rotunterlaufene Augen und eine blasse Haut. Er roch ein bisschen streng nach Erde.

Seine Begrüßung war kurz und knapp. Schnell er kam zur Sache.

Es war einfach sie zu überzeugen, ein bisschen Lob, ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Magie, allerdings schwarze und ein bisschen Macht. Das war was sie hören wollten. Und so entstand die Schreckensherrschaft in Agathron.

Sie liefen und flogen auseinander, um an ihren Bestimmungsorten, die Instruktionen auszuführen. Damit ihr Meister seine Herrschaft beginnen konnte. Eine Aufgabe für die Zyklopen und Zentauren. Eine weitere für die Zauberer und Hexen. exen. Hexen Seine, des Fürsten Aufgabe, waren die Menschen.

Von den Zauberern und Hexen ließ er sich eine Burg auf einen Hügel erbauen. Wie sie das machten war ihm egal. Die Burg war sein neues Domizil. Von hier aus konnte er herrschen. Eine Burg, so etwas kannten die Agathroner nicht. Sie besaßen nur kleine Häuser.

 

 

 

Die Burg hatte sechs Türme und war aus Granitstein gebaut. (gezaubert?).Sie besaß Verließe, Haushaltsräume, Schlafgemächer, Wohnräume und eine riesige Halle, wo die Feste, die da kommen sollten, gefeiert werden. In den Gängen und den Räumen leuchteten Kerzen. In den Gemäuern zog es. Außerdem war es kühl und man fröstelte. Überall hingen Spinnengewebe herum.

Und wo war die Burg errichtet worden? Auf einem Berg, von dem man weit ins Land sehen konnte. In der Nähe einer alten Bergstadt.

Mit anderen Worten, die Burg war schwer zugänglich, nur über einen Pass erreichbar. Hierher verirrte sich kein Bewohner.

> Ich braue ein paar Diener für die Burg, dachte er bei sich Mal sehen wie frisch hier das Blut ist. <

Da er über hypnotische Kräfte verfügte, lockte er vier Menschen in die Burg. Drei Frauen und einen Mann. Mit dem Mann wurde er schnell fertig. Er war von seiner Reise durch den Dimensionstransfer sehr hungrig. Innerhalb kürzester Zeit saugte der Fürst den Mann aus.

> Meister, was soll ich tun? < fragte sein Opfer. Der Fürst zischte kurz > Du ziehst dir jetzt einen grauen Umhang über und wirst mein Diener. Du hast alle Aufgaben die ein Diener zu erfüllen hat. Ach, ja – und beschäftige die Brünette und die Schwarzhaarige, bis ich nach ihnen Schicke. <

> Ja, mein Fürst! < verbeugte sich der Diener und entschwand.

Inzwischen irrte die letzte der drei Frauen durch die Burg. Der Fürst fing sie ab und brachte sie in den großen Empfangssaal. Er machte die Geste zum Setzten und bot ihr Wein an. Alire nahm dankend an.

> Es ist so kalt hier < sagte sie und fröstelte ein wenig. Der Fürst sah sie an und sagte: > Das wird sich bald geben, meine Teuerste. Ich hoffe Ihr bleibt noch ein bisschen. Und wenn es nur zum Abendessen

wäre. < > Erzählt mir ein wenig von euren Sitten und Gebräuchen. Ich bin erst seit kurzer Zeit hier und muss mich noch eingewöhnen. Außerdem brauche ich noch ein paar Diener und Dienerinnen für den Haushalt meiner Burg. Weißt du wer hier arbeiten wolle? <

Er holte eine Landkarte hervor, legte sie auf den Tisch und fragte: > Wo befinden wir uns eigentlich in Agathron, zeigst du mir das auf der Karte? < > Gerne > Alire erhob sich und kam zu ihm herüber. Sie beugte sich über die Karte und wies mit ihrem Zeigefinger auf eine Stelle der Karte. Dabei verrutschte ihr Schal, den sie wegen der Kälte hier im Raum trug. Als der Fürst ihren Hals sah, konnte er sich nicht mehr beherrschen. Er war immer noch ausgehungert. Seine Hand legte sich auf ihre Schulter und ehe sie sich wehren konnte biss er zu. Genussvoll saugte er, schmatzend saugte er. > Es ist getan! < sagte er, als sie am Boden lag, tot. Er rülpste laut und es hallte in der Halle wieder.

Sein Diener kam und nahm sich Alire an. Der Fürst hingebend setzte

sich wieder an den Tisch und trank den Wein aus. Wie ein Sterblicher konnte er noch trinken, Wein oder andere Getränke, das war ihm aus seinem früheren Leben geblieben. Für das Erste war er gesättigt. Dann überlegte er, was er als Nächstes tun würde.

Er spürte dass sich jemand seiner Burg näherte. Und dieser Jemand hatte eine riesige negative Aura. Er wurde ein wenig erregt, er wurde neugierig und schickte seine Kundschafter. Dann sah er Linas Werk und war zufrieden. Er erwartete sie ungeduldig. Auf so eine hatte er lange gewartet, vielleicht wird sie seine Auserwählte. Am Fenster stehend, sah er sie den Weg heraufkommen.

Er leckte sich seine Fang - und Beißzähne. Es trieb ihn dazu, sie gleich zu beißen. Sie war nach seinem Geschmack. Mit ihr konnte er viele Pläne verwirklichen. Und sie war geschaffen dafür, seine Gefährtin zu werden. Ungeduldig wartete er auf sie. Sie gefiel ihm, ihre Figur weckte alte Gefühle, die er noch als Sterblicher besaß. Sein Appetit wurde immer größer, ihr Blut zu kosten und sie dann zu seiner Gefährtin auszuwählen.

 

                              4. Lina

 

 

 

Sie musste ihren Hass kompensieren und zwar schnell! Sonst würde sie alles in ihrer Umgebung vernichten. Sie stand völlig unter Dampf.

Als Lina durch den Wald lief, beruhigte sie sich ein wenig und ihr wurde langweilig. Sie war frisch geboren und wollte etwas erleben. Ihre magischen Kräfte ausprobieren. Beim dahin laufen dachte sie darüber nach, was sie jetzt tun konnte. Weiter auf dem Pfad schritt sie durch den Wald. Spreizte ihre Finger vom Körper weg und sprach eine Zauberformel.

Alles neben ihr wurde dunkel, die Gräser, Büsche und Moos. Das alles verdorrte, wo sie entlang schritt. Dann wurde ihr das schnell langweilig.

Sie bemerkte einen Reiter, der an ihr im Trab vorbei ritt. Dann kam ihr eine Idee. Das Pferd scheute und rannte los. Der Reiter hatte Mühe im Sattel zu bleiben. Er bemerkte nicht wie sich eine Kletterpflanze quer vor ihm herunter ragte. Sie umschloss seinen Hals und wurde zu einer Schlinge. Er wurde vom Pferd gezogen und baumelte minutenlang an einem Ast. Bis seine Bewegungen aufhörten. Dann stoppte auch die Bewegung und das Knarren, des Astes hörte auf. Sein Pferd war schon lange verschwunden. Der Beobachter hätte erkannt, dass sein Genick nicht gebrochen war, er erstickte so qualvoll. Sie grinste wieder hämisch und schlenderte weiter. Bald erreichte sie eine Lichtung, hier begegnete ihr ein Reh. Sie brach mit Magie eines seiner Beine. Das Tier litt entsetzlich. Dem Hasen riss sie den Stummelschwanz aus. Eine Eiche spaltete sie in zwei Hälften.

Man hörte Stimmen. Sie lief in die Richtung aus der sie kamen. Eine Kutsche mit 8 Reitern war zu erkennen. Ein Rad der Kutsche brach. Und die Reiter gaben dem Kutscher die Schuld. Er wäre zu blöd, die Kutsche zu lenken. Mit seinem Sozi stürzte er sich auf die Reiter. Er und sein Sozi kämpften mit 5 Reitern auf Leben und Tod.

Sie waren wie von Sinnen. Alle sieben erschlugen sich gegenseitig. Der Waldboden war von ihrem Blut getränkt. Im Kampf wurden Arme, Beine und Köpfe abgetrennt. Die Schwerter hatten eine sehr scharfe Klinge. Die Funken sprühten, als die Klingen aufeinander trafen. Der Kampflärm war weit im Wald zu hören. Der Sozi kämpfte hervorragend. Er streckte gleich zwei der Reiter nieder. Den anderen wurden wie schon erwähnt die Glieder abgeschlagen. Der Kampf war kurz und heftig. Doch jeder findet seinen Meister, so töteten sich der Sozi und der letzte der Reiter mit einem Hieb. Der Eine traf die Halsschlagader und der Andere traf den Bauch und riss ihn weit auf. Als sie am Boden lagen kehrte wieder Ruhe ein. Nur das Blut trat in Schüben aus den Adern und die Gedärme schlängelten sich wie eine Schlange am Boden herum.

Die anderen drei Reiter sahen sich in der Zwischenzeit an und nickten. Sie lenkten ihre Pferde zur Kutsche und sprangen von ihren Pferden öffneten die Kutschtür und drangen ein. Hier saß eine junge Frau. Sie sah den Blick der drei Männer und ehe sie sich versah, hatte man ihr schon die Kleider vom Leibe gerissen. Die Blicke von ihnen lies nichts Gutes erahnen. Doch sie hatte Glück. Die Männer stritten wer zuerst wollte. Sie nutzte die Gelegenheit und sprang auf der anderen Seite aus der Kutsche. Ohne sich umzudrehen, rannte sie in den Wald. Sie wusste nachdem sie fertig waren mit ihr, würde man sie töten. Und das konnte dauern, denn die Reiter waren ausgehungert, so sahen sie jedenfalls aus. Also dann das kleinere Übel, fast nackt in den Wald laufen. Sie hörte noch die wütenden Schreie der Streitenden. Sie lief so schnell sie konnte.

Lina sah amüsiert zu und wurde dann abgelenkt, ein Bote vom Fürsten der Finsternis, schickte nach ihr.

Der Fürst hatte überall seine Späher, diese berichteten ihm von Lina.

Er war neugierig und beeindruckt und er ließ sie zu sich bringen. So eine wie sie konnte er gut gebrauchen.

Und den Fürsten sollte man nicht warten lassen. Das spürte sie instinktiv und vielleicht würde ihre Langeweile vergehen.

Sonia lief immer weiter durch den Wald. Zum Glück war kein Winter. Sie lief und lief. Dann stieß sie mit etwas braunem und weichem zusammen. Benommen richtete sie sich wieder auf. Ihre Augen weiteten sich entsetzt. Vor ihr lag ein Bär! Dieser wachte durch ihren Zusammenstoß auf. Sie war vor Schreck ganz starr. Der Bär gab sanfte Laute von sich und trat auf sie zu. Sie zitterte wie Espenlaub und glaubte ihre letzte Stunde hätte geschlagen. Sie erblickte einen großen Dorn in seinem Fell, dort wo er nicht hinkam, zog mit einem Ruck den Übeltäter heraus.

Der Bär sah sie nur an, brummte und tat nichts. Da wusste sie, dass sie nichts zu befürchten hatte. Er würde sie nicht töten. Er war der Bär Petz, der sanftmütig ist und einsam durch die Wälder streift. Eine Sage hat über ihn berichtet. In Agathron gab es viele Sagen und Legenden.

Sonia hatte Glück im Unglück. Mit ihm traute sie sich zur Kutsche zurück. Sie war verlassen. Als sie das Schlachtfeld sah musste sie sich übergeben. Köpfe, Arme, Beine und Eingeweide lagen herum. Einige Waldtiere kamen zum Fressen vorbei. Es half aber nichts, um an ihre Kleider zu gelangen, musste sie dort vorbei. In ihrer Truhe auf der Kutsche holte sie sich neue Kleider und verlies mit Petz den Ort. Irgendwie wollte sie nur ganz weit weg von hier. Der Waldboden war rotgetränkt vom vielen Blut. Man musste sich wundern, dass Menschen so viele Liter Blut in sich tragen. Sie holte sich ihre Kleider und verschwand mit Petz im Wald.

Auf ihrem Weg erreichte Lina eine Quelle, dort saßen zwei Angler und hofften auf einen guten Fang. Sie grinste und verzauberte den einen von ihnen. Dieser nahm den Stock und schlug auf seinen Kameraden ein. Er schlug so heftig zu, dass die Schädeldecke brach. Verwundert fiel dieser um. Nachdem er den Stock weggeworfen hatte beugte er sich über den Toten, nahm den Kopf in die Hände, beugte sich herab und schlürfte das noch zuckende Gehirn mit schmatzenden Geräuschen aus. Dann wischte er sich den Mund ab und band sich ein paar große Steine um den Leib und sprang in das Wasser. Nachdem die Luftblasen verschwunden waren, setzte Lina ihren Weg fort. Sie konnte die Burg schon erkennen als sie auf einen Holzfäller stieß. Ein tiefer Blick in seine Augen und ... er nahm die Axt von der Schulter, holte aus und schlug sich das linke Bein ab. Dann das andere und zum Schluss spaltete er seinen Schädel. Das Blut spritzte weit auf den Waldboden.

Auf einer Eiche saß ein Rabe, den visierte sie an und riss ihm als er losflog einen Flügel aus.Dieser stürzte mit einem krächzen zu Boden und blieb dort liegen. Lina trat auf den schwarzen Vogel zu und zertrat ihn dann mit langsamen Fußbewegungen.

Nun war sie  fürs erste befriedigt. Mit guter Laune schlenderte sie dem Weg zur Burg herauf. Sie fühlte sich prima. Gut, ja richtig gut!

 Lina kam wenig später auf der Burg an und besah sich alles. Irgendwie gefiel ihr dieser Ort. Er roch nach Tod und Verderben. Sie wartete gespannt auf den Fürsten.

Als er erschien, kniete sie ohne Nachzudenken nieder. Das gefiel dem Fürsten und mit seiner tiefen Stimme sagte er: > Du wirst meine Haupthexe werden. Du wirst nur mir zu gehorchen haben. Wenn Du aber nicht gehorchst, reiße ich Dich in Stücke! <

> Ja, mein Gebieter und Fürst < war ihre knappe Antwort.

Sie wartete auf seine Befehle, denn in ihr brannte es lichterloh. Sie wollte vernichten. ...

Der Fürst sah das und war zufrieden. > Bevor Du gehst um meine Befehle auszuführen gibt es da noch eins, das muss ich Dir zeigen. Komm her, meine Tochter < sagte er mit hypnotischer Stimme. Zögern näherte sich Lina und wartete. > Komm her! < Nun kam sie.

Er sah sie von oben bis unten an und betastete ihre Hände, dann nahm er ihren Kopf in die Hände und zog sie zu sich hin. Ehe sie es begriff, schlug er seine Zähne in ihren Hals und saugte drei Mal. Dann ließ er von ihr ab. Sie stöhnte vor Lust.

> So meine Tochter, nun sind wir für immer und ewig miteinander verbunden! <

> Ja, mein Gebieter. Kann ich jetzt gehen? Ich muss deine Befehle ausführen. >

Mit einer Handbewegung schickte er sie los. Und Lina ging auf ihrem zerstörerischen Weg. Eine Mischung aus Hexe und Vampir. Sie musste ihre neuen Kräfte ausprobieren.

 

 

5. Sali

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Sali saß an der Quelle, ihre Beine baumelten im Wasser und sie beobachtete  Fische, die vorbei huschten. Das Quellwasser war sehr klar und man konnte das bunte Treiben in ihm erkennen. Sie putzte ihre Flügel, einen nach dem anderen, bis sie alle wieder bunt schillerten. Auch die spitzen Ohren wurden gut gepflegt. Sie erschienen besonders spitz. Sie blickte ins Wasser und was sie im Spiegelbild sah gefiel ihr. So ist das nun mal bei den Feen. Die Feen wollen immer perfekt aussehende Flügel und Ohren haben. Eigentlich hatte sie sich für Mundaris zu Recht machen wollen. Aber der bemerkte sie überhaupt nicht. Ihn interessierte im Moment nur das schnelle Fliegen. Denn seine letzten beiden Flügel waren nun voll ausgebildet. Die wollte er jetzt erst mal ausprobieren. Er schoss mehrere Male an ihr vorbei, drehte Loopings und jauchzte vor Vergnügen. Sein Interesse galt nur seinen frischtrockenen Flügeln. Er sah sich um und flog seien Freunden nach, die mal wieder einen Wettstreit vorbereiteten. Es war immer das Gleiche, die Jungen wollten immer ihre Stärke testen. Oft auch im Wettstreit mit den Anderen. Sie sausten an ihr vorbei und lachten vor Begeisterung. Man rempelte sich im Fluge an. Man wollte wissen wer der Beste war.

Sie seufzte und lies ihre Hand durchs Wasser gleiten. Dann hörte sie ein vertrautes Schnauben und galoppieren. Ihr anderer Freund besuchte die Quelle, es war Ranntor, das Einhorn. Er trabte auf Sali zu und rieb seinen Kopf an ihrer Hand. Sie stand auf, strich ihm durch die Mähne, dann setzte sie sich wieder ans Ufer und ließ ihre Beine weiter im Wasser baumeln. Die Einhörner in Agathron konnten nicht sprechen. Dafür waren sie in der Lage Gedanken zu senden und zu empfangen. Wenig später hörten sie einen Flügelschlag und Umari, der Pegasus erschien.

Sali begrüßte auch ihn mit einem Omba! Dann sprach man in Gedanken miteinander. Sie beklagte sich über Mundaris und die Beiden dachten, dass es normal sei, wie er sich verhielt. Schließlich müsse er erst den Schleier von seinen Flügeln wegbekommen, damit er wieder normal werden könne. Außerdem stand er kurz vor der Transformation, so wie sie selbst. Sie seufzte laut und machte eine Welle im Wasser. Man „plauderte“ lautlos über belanglose Dinge.

Ein paar Minuten später hörten sie den Drachenruf. Er war noch leise, kam aber auf sie zu. Sie waren sehr gespannt. Drachenflieger! Die Elite der Flugkämpfer. Sie waren lange und hart ausgebildet worden 

Viele Entbehrungen und harter Schliff waren ihren Flügen vorausgegangen. Nun wo sie die Prüfung bestanden hatten, waren sie die Könige der Luft. Ihre majestätischen Kreise und Loopings konnte man auf den Paraden bewundern. Ein Drachenflieger war mit seinem Drachen ein Leben lang verbunden. Starb der Mensch, starb auch der Drache. Umgekehrt konnte der Mensch sich einen neuen Drachen auswählen. Doch dann musste er die Prüfung erneut ablegen. Das war aber sehr gefährlich, da es schon vorkam, dass so mancher Kämpfer oder Drache, die Prüfung nicht überlebte. Daher schieden, wenn ein Drache im Dienst starb, die meisten Krieger aus der Liga der Drachenflieger aus. Denn je älter man wurde, umso härter und lebensbedrohlicher wirkte die Prüfung.

Man sagte sich, dass die einen Drachen Feuer und die Anderen Eis speien konnten. Mit ihren riesigen Schwingen konnten sie einen starken Sturm entfachen. Kein Mensch konnte dem widerstehen. Er wurde weggeschleudert. Die Haut der Drachen war ledern, aber Schwertern, Speeren, Morgenstern und Armbrust- und Bogenpfeilen konnte sie widerstehen. Mit der Schwanzspitze steuerten sie die Richtung in der sie flogen und, und dass war das große Geheimnis: Sie luden ihre Feuerkraft bei schlechtem Wetter damit auf. Einen Speicher und Transformator besaßen sie auch. So konnten sie bei Bedarf Feuer speien. Wie das genau funktionierte, müsste man einen Drachenbiologen fragen. Mehrere Drachen flogen über Sali hinweg. Das Geschrei der Drachen war hier unten gut zu hören. Sie wirkten sehr imposant am Himmel.

Drachenkrieger!.mp3
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 Wieder träumte Sali vor sich hin, aber dieses Mal mit Ranntor und Umari. Dann ein paar Augenblicke später hörten die Drei ein lautes Krachen. Sie sahen sich an. Es wiederholte sich. Und noch ein drittes Mal krachte es, aber diesmal ziemlich nahe vor ihnen im Wald. Plötzlich bebte die Erde. Man hörte das Brechen und Knacken von Bäumen und Ästen. Die Drei sahen sich verwundert an. Was war geschehen? Ein Zyklop rannte brüllend auf sie zu. Sein Blick war hasserfüllt. Sein Auge schien zu sprühen. Der Zyklop wollte ihnen Leid antun. Er wollte sie, Sali und Ranntor zertreten. Dann versuchte er Umari zu fangen. Zum Glück reagierten die Drei schnell und verteilten sich in verschiedene Richtungen. So hatte es der Zyklop schwerer sie zu verfolgen. Er musste sich entscheiden, wen er zuerst fangen will. Das gelang ihm aber nicht. Und er brüllte vor Wut. Umari lenkte ihn ab und Sali, sowie Ranntor flüchteten aus seinem Blickfeld. Sie konnten sich in einer Höhle bei der Quelle verstecken. Sie warteten.

Umari jagte den Zyklopen in der Zwischenzeit. Der Riese wurde abgelenkt, so dass er nicht verfolgen konnte wohin Sali und Ranntor flüchteten. Immer wieder klatschten seine Hände zusammen, erwischten aber den Pegasus nicht. Geschickt entwischte Umari seinem Verfolger. Er spielte seinerseits mit dem Zyklopen und flog dicht vor seinem Gesicht herum. Der Zyklop wurde noch wütender. Dabei roch Umari den schlechten Atem des Riesen. Die Hände nahmen schon eine rötliche Färbung an. Der Zyklop bemerkte das, sah sie an und kratzte sich am Kopf. Dann versuchte er noch einmal ihn zu fangen und verlor die Lust. Dann verschwand er enttäuscht, stampfend und brüllend im Wald. Zyklopen haben wenig Ausdauer.

Nachdem die beiden Gefährten aus der Höhle krochen und sich mit dem Pegasus trafen, saßen sie zuerst schweigend nebeneinander. Man schaute sich nur betroffen an.

>Lasst uns nach Hause gehen < > Ja, lasst uns gehen <

 > Ja, genau <

> Zum Glück ist die Quelle nicht versiegt! <

Der Schreck steckte noch in ihren Gliedern. Sie waren gerade noch einmal davon gekommen. Jeder von ihnen zog sich zurück. Jeder war völlig verstört. So etwas kannte man in Agathron vorher noch nicht.

Durch den Einfluss des Fürsten ging die Saat des Verderbens auf.

Was der Fürst aber nicht wusste, dass die Quellen das Leben bildeten.

Wenn sie versiegten würde auch das ganze Leben vertrocknen. Es waren Lebensquellen. Jedes Lebewesen bezog seine Aura aus ihren Wassern. Dieses Geheimnis erfuhr er aber nie.

  

          

 6. Stranus

 

 

 und wie das Einhorn - Stranus.mp3
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Ginore führte den Befehl von Margun aus und rief nach Stranus. Er kam und landete vor Ginore. Stranus der Pegasus erwartete seine Instruktionen von ihr. Er wusste nicht wie sein Auftrag lauten würde. Und er wartete gespannt.

Er stand wartend da, als diese kleinen Dinger auftauchten.

Um ihn herum schwebten viele Feen, die ihn begrüßten. Sie flogen in kleinen Schleifen um ihn herum, unter seinem Bauch hindurch, über seinen Hals und tanzten am Schluss, im Wind vor seiner Nase auf und ab. Eine Fee war besonders frech, ihre Flügel kitzelten seine Nase, sie juckte und er nieste laut. Auch die Nase eines Pegasus war empfindlich, wenn sie gekitzelt wurde. Man zupfte an seiner Mähne.

Die bunten Flügel surrten, als sie ihn noch mehrmals umkreisten. Vor seinen Augen schwebten sie wie ein Kolibri in der Luft und lachten. Wieder und wieder kitzelten sie seine Nase, aber dieses Mal musste er nicht mehr niesen. Jetzt hatten sie genug vom Unsinn machen.

Die Feen lachten, flogen noch einmal um ihn herum und verschwanden dann in einer langen singenden Flugformation aus seinem Blickfeld.

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Feentanz.mp3
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Ja so war Agathron! Der Himmel war wie immer Purpur. Ungeduldig breitete er seine Schwingen aus und flog!

Dann rief ihn Ginore zurück. Er flog einen Bogen und landete vor ihr. > Du bekommst von mir einen Auftrag. Du wirst die Landschaft erkunden und alles was dir auffällt, dann gibst Du mir Bescheid. <

Ginore legte eine Kette mit einem Kristall um seinen Hals und fuhr fort > Dies ist ein Kommunikationskristall, er ist auf meine Gedankenfrequenz justiert. Du brauchst nur an mich zu denken, dann hast Du Kontakt. So, nun los! <

Stranus knickte die Vorderbeine ein und senkte seinen Kopf. Mit einer einfachen Handbewegung schickte sie ihn fort. Er erhob sich wieder in die Luft und flog davon. 

Er flog wie ein Adler, majestätisch auf und ab und schwebte mit den Aufwinden über die Bergspitzen. Er flog über das weite grüne hügelige Steppenland und die saftigen Täler. Die kleinen Orte und Städte der Bevölkerung. Über den purpurnen Himmel, der wie Feuer glühte. Seine Begleiter waren Flugdrachen, aber sie beachteten ihn überhaupt nicht. Sie spielten lieber fangen mit sich selber. Er sah das emsige Treiben der Frauen beim Waschen am Fluss und die Männer, die ihre Netze auswarfen, um ihr Mittagessen zu fangen. Die Kinder befriedigten ihre Neugierde, indem sie den Erwachsenen zusahen, was diese gerade taten. Dann spielten sie wieder im Gras.

Der Winter hatte einige Häuser beschädigt und die Zimmerleute besserten sie aus. Einige Fischer überprüften ihre Netze und reparierten sie. Die Frauen nähten. Die Alten verscheuchten aus Spaß die Kinder. Drei Männer zogen auf die Jagd. Sie wollten Fleisch besorgen, von Beeren, Obst und Gemüse hatten sie nun genug. Ein junges Liebespaar verschwand händehaltend auf der Wiese hinter einem Hügel. Eine Gruppe von Kindern folgte ihnen neugierig. Sie wurden aber schnell von den Beiden verscheucht.

Dann wurde es still im Dorf und alles lauschte: Manni, der Minnesänger war wieder mit seiner Gitarre angekommen, spielte und sang. Die schönen Harmonien erklangen und er sang zwei neue Kompositionen. Das eine Lied sang er in einer tiefen Stimmlage und das Andere in einer hohen Lage vor. In einer Lage, die ein Mann noch bequem singen konnte. Anschließend sang er noch ein paar alte Lieder von sich selbst. Und das Lied des Drachenfliegers, das wurde im Moment in jedem Dorf gesungen. Nach dem Applaus verneigte er sich noch vor den Leuten und man bot ihm ein Quartier und zu Essen an. Stranus stieg nun wieder hinauf und flog weiter.

An einem See, der an einer Weggabelung lag, landete er und trank erst einmal, bis er keinen Durst mehr verspürte. Es schmeckte irgendwie anders als Zuhause. Das Wasser war sehr klar. Man konnte die Fische in ihm schwimmen sehen. Mehrere Libellen flogen über das Wasser mit leichtem brummen ihrer Flügel, die bunt in der Sonne glänzten. Ein paar Frösche versuchten sie zu fangen. Als sie das nicht schafften, sprangen sie enttäuscht von einer Seerose zur anderen So erwischten sie zumindest ein paar Mücken.

Hier saß auch eine junge Frau und ließ ihre Hand durchs Wasser gleiten. Sie sah den Wellen nach und zog ihre Schuhe aus. Ihre Füße tauchte sie ins kühle Nass, planschte ein bisschen und hielt sie wieder still. Und sie sang eine wunderschöne Melodie. Die ganze Natur hörte ihrer Stimme zu, dabei kämmte sie ihr glänzendes Haar. Stranus lauschte andächtig. Und spitzte seine Ohren. Die Haare schwarz, weiße Haut, roten Mund, tiefblaue Augen und schlanke Taille, sowie wohlgeformte Beine, eine mittlerer Größe und kleine Füße. In ihrem Haar steckte ein rotes Haarband, das ihre Frisur ein bisschen zur Geltung kommen ließ. Ihr Kleid war bis zu den Oberschenkeln hochgezogen, damit es nicht nass wurde. Man erblickte ihre hellen Beine. 

> Wer bist Du und woher kommst Du? < fragte sie mit einer liebreizenden Stimme. Der Pegasus konnte ihrer Stimme nicht widerstehen. > Ich bin Stranus und komme von weit her. Ginore hat mich zum Kundschaften ausgeschickt. < > Na dann wird alles gut < war ihre Antwort und sie wendete ihre Aufmerksamkeit wieder den Wellen zu, die sie mit den Händen im Wasser erzeugte. Gerade erschienen zwei Einhörner, es war eine Stute mit ihrem Fohlen. Beide in weißem Fell und sie begrüßten Arania. Sie streichelte sie am Hals und sprach mit ihnen. Sie beherrschte nicht nur die Gedankensprache, sondern auch die Akustische. Sie war eine der wenigen, die in der Lage waren die Wörter auszusprechen. Ein Talent von ihr.

Die junge Frau war eine Auserwählte. Ihr Wesen wurde von allen Tieren und auch Menschen geliebt. Ihre helle Stimme war sehr angenehm zu hören und wenn sie sang, dann lauschte man verzaubert ihren Melodien und Texten. Auf der Menschenwelt – Erde, gab es einen bestimmten Namen für sie. Dort erwähnte man sie in einem Kindermärchen. Dort wusste man aber nicht, dass sie hier real war und in Agathron lebte.

Nun sah Stranus sich um und war fasziniert von den Farben, die um ihn herum existierte. Die bunten Blumenwiesen waren prachtvoll. Und erst die Insekten, die sich von den Blütenblättern erhoben, nachdem sie den Nektar mit ihren Rüsseln aufgesaugt hatten. Da war ein summen und brummen, das die Luft erfüllte. Soweit sein Auge reichte, sah er blühende Wiesen. Vor Freude und Aufregung schlug er kurz mit seinen Flügeln.

Er blickte von dem Einem Weg zu dem Anderen. Und er hörte Stimmen, die unbeschwert redeten und lachten. Sie kamen langsam näher. Irgendwie kannte er solche Stimmen, konnte sie aber im Moment nicht einordnen. Er stellte seine Ohren auf und war sehr neugierig, was da auf ihn zukam. Er scharrte ungeduldig mit den Hufen und beobachtete die Umgebung und lauschte. Es dauerte geraume Zeit, bis etwas geschah.

Der Gesang erregte seine Aufmerksamkeit, er richtete sich auf und war begeistert.

Etwa zwanzig Mädchen bogen singend und tanzend um die Ecke. Eine schöner als die Andere. Mit allen Haarfarben. Viele hatten Blumenkränze oder Blumen im Haar. Dick, dünn, groß, klein, kokett graziös und unscheinbar. Sie trugen Kleider die sie selbst entworfen und genäht hatten.

Es waren alle Farben des Regenbogens vertreten. Weiße Socken und passende Schuhe zu den Kleidern. Einige von ihnen liefen Hand in Hand, andere tanzten um einander herum. Andere wiederum schritten voran. Ihre hellen klaren Sopranstimmen klangen glockengleich durch die Landschaft. Sie strahlten eine Fröhlichkeit aus, die ansteckend wirkte. Man wollte gleich mitsingen oder tanzen. Trotz alle dem, erkannte man, das sie auf einer Passion waren. Eine Botschaft singend. Manchmal wild durcheinander tanzend und dann wieder geordnet, so zogen sie durch das Land. Die Mädchen beachteten ihn überhaupt nicht, sie waren mit sich selber zu sehr beschäftigt. Als sie vorbei gezogen waren, machte er sich auch auf den Weg. Er breitete seine Flügel aus und setzte seine Reise durch Agathron fort.

Mädchen wandern - Leben! (1).mp3
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Wie er so vor sich flog sah er unten eine große Brücke über einen breiten, wildfließenden Fluss. Die Konstruktion interessierte ihn. Das Holz sah noch nicht allzu alt aus. Sie schwankte nicht ein bisschen, wenn sie betreten wurde. Aber die Bretter waren nicht morsch. Das Geländer sah auch sehr stabil aus, es war ebenfalls aus dem Holz gebaut, so wie der Rest der Brücke.

Er landete und hörte das Wasser rauschen. Die Sonne war gerade unter dem Horizont gesunken, als er die Brücke betrat. Sie schwankte ein wenig bei seinem Gewicht. Auf der anderen Seite der Brücke erschien just in diesem Augenblick eine große dunkle Gestalt. Die Vögel verstummten und es wurde still. Grabeskälte schlug ihm entgegen. Die Gestalt trat langsam näher heran. Sein schwarzroter Umhang flatterte ein wenig im Wind. Diese dunkle Gestalt kam ihm bekannt vor!

Die Luft roch ein wenig nach Erde und Moder. > Das gefällt mir nicht < dachte Stranus.

> Hallo < sagte die Gestalt, sah Stranus nur an, bleckte seine Reiszähne und lachte. > Was willst Du? < fragte die dunkle Gestalt nur. Stranus antwortete nicht. Der Fürst breitete die Arme aus, sein Umhang flatterte im Wind, erhob sich langsam in die Luft und verschwand. Wieder auf der Jagd! Ihm folgte ein Schwarm von Fledermäusen.

Stranus kannte diese Gestalt und wusste ganz genau wer das war!

In vielen Büchern und Filmen war er zu sehen. Bei dem was er war lief es einem kalt den Rücken herunter und man bekam eine Gänsehaut. Seinen Namen mochte man nicht aussprechen, nur die Erwähnung seines Titels reichte. Wer das wohl war?

In der Menschenwelt, auf der Erde, nur eine erfundene Figur. Hier aber Realität. Und eine grausame dazu. Das was so gemunkelt wurde, stimmte zum größten Teil mit dem Wesen überein. Nur, dass er hier auch am Tage wandeln kann. Ein großer Blutsauger. Lebt nicht nur wenn es dunkel ist. Trinkt nur Blut. Liebt die Jagd. Kann fliegen und ist sehr stark. Na ja, den Rest kennt Ihr ja.

Bei den Muggs kannte man ihn nicht, aber fragt doch mal Harry.

 

 

                    7. der Minne – Sänger 

  

 

Die Zeiten wurden schlechter. Es kam Sturm auf. Auch der Himmel wurde langsam immer dunkler, das Heißt purpurner. Der Wind nahm an Stärke zu.

Manni sah auf seine Hände, sie waren klein und dick. Es waren keine Musikerhände. Denn diese waren schlank und lang. Doch trotzdem er war ein talentierter Musikus! Gitarre beherrschte er gut, obwohl er keine Musikschule besucht hatte. Er hatte sich das Singen, Gitarre spielen, sowie texten und komponieren selbst beigebracht. Autodidaktisch! Nun, erlernt ist gelernt! Ihm wuchsen einst kleine dicke Finger und nicht die üblichen langen schlanken für das Musizieren. Trotzdem klangen seine Griffe melodisch.

Ja die Zeiten wurden schlechter, aber für ihn jedoch besser. Überall wo er hinkam, in jedem Dorf, empfing man ihn herzlich und hörte seinen Weisen zu. Münzen bekam er kaum, dafür wurde er fürstlich bewirtet. Auch Logis verwehrte man ihm nicht.

Auf seiner Wanderung begegnete er Einhörnern, Pegasus und Feen. Die inspirierten ihn und er komponierte viel in diesen Tagen.

Er rieb seinen Kinnbart mit der Hand und wenn die Sonne auf ihn schien, schimmerte der Bart leicht rötlich. Seine Gestalt war untersetzt, die Haare lang. Sie wehten im Wind.

Er sang den Dorfbewohnern die alten Weisen
. Und noch viele andere. Die Dorfbewohner saßen  zusammen und sangen und klatschten zu seiner Musik. Durch Musizieren und Singen, schulte er sich. Er entwickelte immer kompliziertere Griffe und Tonfolgen. Es folgten:  und

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Er beschritt den Weg zum Meer. Jedes Dort, das auf dem Weg lag, stattete er einen Besuch ab.

Plötzlich aus heiterem Himmel erfolgte eine grelle und donnernde Explosion. Der Krieg war ausgebrochen! Der Krieg, den es in Agathron noch nie gegeben hatte. Es begann der Kampf zwischen den Hexen und Zauberern. Jeder versuchte sich in Sicherheit zu bringen. Über sich hörte er das Kreischen und Brüllen der Kämpfenden. Mit ihm zogen ein paar Menschen in das Gebirge. Hier wollten sie Schutz suchen. Das war ihr Glück, denn der Ort hinter ihnen, wurde völlig ausgelöscht. Als die Hexen, Zauberer und Drachen übereinander herfielen.

Manni verkroch sich mit den Leuten in einer Höhle und sah zu wie der Kampf von Maaron und Sirion begann. Er umklammerte seine Gitarre, die acht Saiten hatte und zog sich weiter in die Höhle zurück.

Eine junge Frau kroch zu ihm und er nahm sie in den Arm, sie zitterte vor Angst. Er hatte eine Ahnung warum. Sie schmiegte sich an ihn und Manni genoss ihre Nähe und das was sie dann tat. Nun begann er ihr über die Schultern und den Haaren zu streicheln, um sie ein wenig zu beruhigen.

Von Draußen blitze es und der Donner hörte nicht auf. Sturm kam auf, aber zum Glück geschah das alles weit weg von ihrem Standort. Der Boden erzitterte immer öfter. Kleine Gesteinsbrocken rieselten von der Decke herunter. Alle zogen sich tiefer in die Höhle zurück. Hoffentlich gab es einen Weg durch den Berg.

Dann bebte die Erde nochmals und der Eingang wurde mit lautem Getöse von Gesteinsbrocken verschüttet. Immer wieder wurde die Höhle erschüttert. Vor dem Berg musste ein großer Kampf stattfinden. Es half nichts, alle mussten einen anderen Weg durch den Berg antreten. Der Ausgang war versperrt. Je weiter sie in den Berg eindrangen, umso leiser wurde der Lärm und die Erschütterungen ließen nach. Man begann aufzuatmen. Erschlagen wollte keiner werden. Wieder stießen sie auf eine große Höhle, mit einem kleinen See. Hier wurde angehalten, Wasser aufgenommen, Feuer angezündet und gegessen.

Danach sang Manni ein paar alte überlieferte Weisen, so wie Leben, das Wunder und das Einhorn. Nachdem das Feuer niedergebrannt war, legten sich alle zum Schlafen hin. Es war kein Donner und kein Zittern mehr wahrzunehmen. Er hatte alle beruhigt, zumindest für den Augenblick.

Sie waren etwas über zwanzig Personen. Männer, Frauen und Kinder. Ein paar Hunde und vier Pferde, drei Kühe und einen Hahn mit seinen zehn Hennen hatten sie auch dabei.

Während sie schliefen kam ein Schmetterling durch den Gang der Höhle geflogen und kreiste über ihrem Schlaflager. Seine Flügel glänzten in leuchtenden Farben. Dann landete er am Ufer und trank Wasser. Die Fühler bewegten sich langsam. Keiner ahnte aus welcher Richtung er zu ihnen gestoßen war. Manni nahm seine Gitarre, spielte und sang seine neue Komposition dem Schmetterling vor. Dieser schlief auch ein und seine Flügel zuckten wenig im Schlaf.

 

Nachdem er erwachte, wartete er. Ganz leise verhielt er sich, damit er den Schlaf der Menschen nicht stören wollte. Er wollte sie durch einen Dimensionentransferer führen.

Sowie die Staffel der Drachenflieger, sollten sie ihr größtes Abenteuer erleben. Auch hier gab es einen versteckten Dimensionentransferer. Aber das ist eine weitere Geschichte.

 

Der Schmetterling wartete ... Das Summen in der Luft nahm stetig zu. Das geschah vor vielen Äonen und Sonnenumläufen auf Agathron.

Heute war ein sonniger Tag und der Himmel war in hellem Purpur. Manni, der Nachfahre von dem Minnesänger las in den Schriftrollen weiter. Die Sage berichtete, dass hier einmal die alte Bibliothek von Agathron gestanden haben sollte. Aber sie war bei dem großen Kampf verloren gegangen.

 

 

8. Maaron

 

 

Der purpurne Himmel veränderte sich. Er wurde langsam dunkler. Die Zeichen standen auf Sturm. Auf was für einen Sturm! Der Wind wurde stärker und heulte unangenehm laut.

Alle rückten an der Quelle zusammen. Dann sahen sie ihn in der Ferne: Ein Zentaur! Der Kriegsbote vom Maaron. Ihm folgte ein Zyklop. Ein richtiges Ungetüm. Er hatte die Größe einer alten Eiche und hatte ebenso mächtige Arme, wie eine Eiche starke Äste hatte.

Ja, es hatte begonnen, der Endkampf um die Herrschaft in Agathron. Der Zentaur und der Zyklop schritten langsam auf die Quelle zu. Der Boden erzitterte bei jedem Schritt des Zyklopen.

Sari und die Beiden verschwanden so schnell es ging. Denn wer mit einem Zentaur Bekanntschaft machte, überlebte das meistens nicht. Seit die neue Zeit angebrochen war, lebte man gefährlich hier in Agathron. Die nächste Sonnenwende stand an. 5000 Sonnenumläufe waren vorbei.

Und ein Zyklop liebte es  Pegasus und Einhörner zu jagen. Er griff nach ihnen, wenn sie im Flug waren. Bekam er sie zu fassen, zerquetschte er sie. Den Einhörnern erging es nicht besser, sie wurden von seinen großen Füssen zertreten, wie eine kleine Ameise. Zu erst die Wälder, Felder und Wiesen. Und nun das. Ihre Anzahl wurde stark reduziert.

Eine große Zahl von Elfen floh in Panik durch den Wald. Ihnen folgten ein paar Einhörner und auch Pegasus. Sie befanden sich auf der Flucht. Verfolgt von einer Horde Zentauren und Zyklopen. Doch wohin sollten sie fliehen?

Unter den Schritten der Zyklopen erbebte der Boden, Steine rollten, Bäume erzitterten und Sträucher bewegten sich. Die Zyklopen stampften immer weiter.

Und der Himmel wurde immer purpurner!

Aber das interessierten Umari und Ranntor überhaupt nicht. Im Moment waren sie mit sich selbst beschäftigt Sie hatten die nächste Lebensphase erreicht! Bei Umari war die Flugfähigkeit, durch die Schlagkraft der Flügel ausgereift und bei Ranntor waren die Muskeln und Sehnen seiner Sprunggelenke soweit. Nun konnten die Beiden durch Agathron fliegen oder laufen. Jetzt waren sie ausgewachsen und konnten alles durchforsten. Denn sie waren neugierig, sehr neugierig auf alles was es in Agathron zu erleben gab.

Endlich wurde ihre Geduld belohnt und sie konnten auf die Reise gehen. Wenn es da nicht ein klitzekleines Problem geben würde!

Der Himmel wurde immer purpurner! Und das verhieß nichts Gutes.

Sie hörten es schon, Arona die Königin der Feen und Ginore Königin von Agathron, riefen nach ihnen. Man brauchte sie. Und wieder konnten sie nicht ihre Kräfte ausprobieren, wieder mussten sie zu ihren Königinnen eilen, und wieder mussten sie dann einen Auftrag entgegen nehmen und erfüllen. Sie hatten im Moment überhaupt keine Lust einen Solchen auszuführen. Wiederwillig begaben sie sich zu ihren Königinnen.

Aber dann waren sie doch begeistert! Der Auftrag war sehr umfangreich. Sie sollten die Menschen beschützen und oder retten. Bei dem was jetzt kommen würde. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Beiden.

Und der Himmel wurde noch purpurner!

Margun und der Fürst setzten ihre stärksten Spielfiguren ein. Es erfolgte der Finalkampf in diesem Spiel.

Agathron veränderte sich endgültig. Die große Konjunktion begann! Ein gewaltiger Lichtblitz erfüllte die Gegend. Die Luft pulsierte und sie war mit Elektrizität geladen. Es roch nach Ozon. Blitze schlugen ein, zerstörten so manchen Baum. Felder und Hausdächer fingen Feuer. Das alles geschah aus heiterem Himmel. Es war Krieg! Ohne Vorwarnung!

  

 

Wo war man nur hingeraten. Drachen, Hexen und Magier bedeckten den Himmel. Es war so ein durcheinander, das man nicht erkennen konnte, wer mit wem kämpfte. Es war schrecklich! Einer nach dem Anderen stürzte als lohende Fackel zu Boden. Zwischendurch war das Kreischen der Hexen zu hören, gepaart von dem Zauberspruchgebrüll der Magier. Selbst die Flugdrachen sprühten Feuer und rissen sich in Stücke. Die Erde erbebte bei dem Aufprall ihrer schweren Körper. Immer wieder zeterten und heulten die Hexen, ihre Besen legten den Turbogang ein.

Man wollte überleben. Ihre Hüte waren schon längst davon geflogen. Die meisten Drachenflieger starben. Sie gerieten in einen Hinterhalt. Die Leiber der Drachen wurden zerfetzt und ihre Reiter stürzten aus großer Höhe in die Tiefe. Einen Fallschirm besaßen sie nicht. Ein Drache war ein sicheres Flugobjekt. Bis Heute! Die Zauberer und Hexen hatten ganze Arbeit geleistet um die Drachen auszuschalten. In mehreren Wellen griffen sie an und aus dem Hinterhalt schlugen sie die Schwänze ab. Das hatte zur Folge, dass der mit energieaufgeladene Körper aus der Balance geriet, explodierte und zerfetzte. Die aufgestaute Energie konnte nicht gezielt abgegeben werden.

Ein schwarzer Körper kreiste über einem Dorf und stürzte sich in die Tiefe, nachdem er ein Opfer erspäht hatte. Er landete und wollte gerade eine junge Frau ergreifen, als ein Mann zu ihm lief und flehte: > Nimm mich, lass sie am Leben <. Der Fürst der Finsternis ließ die Frau los, nun gut, wenn Du es so willst. Er ergriff den Mann und stieg in die Lüfte, es erregte ihn, wenn er im Fluge jemanden aussaugte. Nach dem Mahl ließ er den Körper einfach fallen. Niemand war da, um die Sauerei wegzuwischen. Jetzt stürzte er sich wieder hinunter und holte sich die Frau von vorhin, wer einmal sein Opfer war, blieb es! Die junge Frau wurde hinweg getragen und ausgesaugt. Ihr lebloser Körper machte ein leises Geräusch als er aufschlug. Und der Fürst der Finsternis lachte! Heute gab es ein wahres Festmahl! Wieder stieß er herab und holte sich dieses Mal einen Jüngling. Dieser erlitt das gleiche Schicksal wie die Beiden vorher. Und wieder lachte er! Der Fürst vergaß das Spiel und jagte weiter. Der Kampf mit Margun hatte etwas Positives.

Der Fürst der Finsternis war ganz berauscht von dem frischen Blut. Sein Lachen wurde vom Wind weit getragen und ließ vielen Leuten das Blut in den Adern gefrieren. Um die Schlacht kümmerte er sich nicht im Geringsten, es wirkte so als wenn es zu einem Plan gehörte. Er nutzte die Gunst der Stunde für seine Pläne und Gier.

Eine Angriffswelle folgte der Nächsten. Ein ewiges Hin und Her. Der Kampf wurde immer heftiger und im wahrsten Sinne des Wortes, flogen die Fetzen. Dann schien die eine Seite die Überhand zu gewinnen. Ein paar der Magier zogen sich zurück, gefolgt von ein paar Hexen. Doch dann kam der mächtigste aller Magier, er fegte nur mit seinen Händen, ohne Zauberstab, alles weg, was sich ihm in den Weg stellte. Nur mit seinen erhobenen Handflächen wirbelte er alles in seinem Umkreis wie ein Wirbelwind auf. Es war mittlerweile Nacht geworden. Und die große Konjunktion ließ die bleichen Sicheln der Monde glühen. Sie glühten ebenso so Purpurn wie der Himmel. Da stand der Obermagier, seine grauen Haare und sein Umhang wehte im Schlachtwind. Maaron war angekommen! Angst und Schrecken breitete sich unter den Menschen aus. Sie gerieten in Panik. Das genoss Maaron sichtlich. Er richtete sich noch einmal auf. Viele der Dorfbewohner flohen planlos in alle Richtungen. Sie wurden durch die Kugelblitze verbrannt.

Umari und Ranntor hatten alle Mühe die Menschen zu beschützen. Sie konnten immer nur wenige aus der Gefahrenzone retten. Zu groß war die Macht von Maaron, wenn er seine Blitze schleuderte.

Plötzlich verschwand das dämonische Lächeln vom Gesicht des Obermagiers, denn Sirion, der Mächtige, der Hüter des Lichts, erschien. Nur wenige hatten ihn zuvor gesehen. Seine Gestalt war imposant. Sein Fell war goldgelb und hatte die Statur eines mächtigen Löwen. Seine Flügel peitschten durch die Luft. Und sei Gebrüll schmerzte in den Ohren. Die Pranken waren mit messerscharfen Krallen ausgestattet, die eine Größe des legendären Tyrannosaurus Rex zur Ehre gereicht hätten.  

Der Kampf der nun begann, wurde noch heftiger und dauerte mehrere Tage an. Keiner wurde des Kämpfens müde. Die Intensität und brachiale Gewalt war nicht zu stoppen. Alles im Umkreis wurde zerstört, kein Stein blieb auf dem Anderen. Bäume wurden entwurzelt und ein Fluss trat über sein Ufer. Die Gebäude knickten wie Kartenhäuser zusammen. Sogar ein Berg wurde eingeebnet. Riesige Staubwolken breiteten sich aus und ohne Mundschutz konnte kein

Mensch mehr atmen. Die Sicht war stark getrübt. Äste und Zweige lagen auf den Wegen und Straßen herum, sie versperrten die Fahrwege. Die ganzen Blumen verschwanden von den Wiesen. Dort wo die Gräser verbrannten wurde alles schwarz. Zu guter Letzt brach noch der verloschene Vulkan Santoro aus. 

Die Eruptionen und deren Auswirkungen vernichteten den Rest des Landes. Wer ein wenig Glück hatte entkam dem Inferno. Familien wurden für immer und ewig getrennt. Die rote Lava suchte sich ihren Weg, den sie fand und alles unter ihr begrub. Nichts außer Lavagestein blieb nach.

Die Haare der Menschen wehten immer heftiger, denn der Sturm des Kampfes und vom Vulkan schwoll weiter an. Sie konnten sich kaum mehr fortbewegen und ihre Kleidung zerfetzte. Selbst die Zentaur und Zyklopen erhoben sich, wie durch eine fremde Macht, in die Luft, schwebten hierhin und dorthin, stießen zusammen, stürzten vom Himmel und platzten beim Aufprall in tausend Fetzen. Maaron zeigte kein Mitleid, er zerstörte sogar seine Getreuen.

Umari und Ranntor retteten wen sie nur konnten. Denn der Kampf zwischen Sirion und Maaron war so gewaltig, dass alles in ihrem Umkreis vernichtet wurde. Umari und Ranntor konnten aber nur ganz wenige retten, sie kamen meistens zu spät. Der Tod war schneller. Er war ihnen eine Nasenlänge voraus. Die Beiden konnten die schwarze Flut nur hier und da etwas abschöpfen. Das passierte zu jeder großen Konjunktion, alle 5000 Sonnenumläufe, hier auf Agathron.

Von der ganzen Bevölkerung haben nur ein paar Tausend den Kampf überlebt.

Wer sich von den noch lebenden Magiern und Hexen in den Weg gestellt hätte, wäre pulverisiert worden. Dieses Mal benutzte der Obermagier Maaron doch seinen Zauberstab. Aber die Flügelschläge von Sirion leiteten die elektrischen Kugelblitze ab. Der Kampf zwischen den Beiden verlagerte sich immer vom Boden in den Himmel und dann in das Weltall. Er schien den Beiden sichtlichen Spaß zu bereiten. Das Weltall bot eine Vielzahl von Möglichkeiten sich zwischen den Kometen, Asteroiden und Monden gegenseitig zu bekämpfen. Man konnte sich verstecken und aus einem Hinterhalt angreifen. Es war das blanke Chaos.

Dann versteckte sich Maaron hinter einem Mond und lauerte. Bald erschien Sirion und wieder warf er Kugelblitze auf Sirion. Der beachtete sie aber überhaupt nicht. Anschließend erhöhte Maaron die Heftigkeit des Kampfes beträchtlich.

Atmen brauchten die Beiden im luftleeren Raum kaum. Man brachte Monde aus ihrer Umlaufbahn und bewarf sich damit. Asteroiden wurden elektrisch aufgeladen und dann wie ein Hagelschauer abgefeuert. Die Asteroiden glühten blau aus ihrem Innern heraus und schlugen in den Schutzschild der Beiden ein. Die Bälle drehen sich um die Achse des Schildes und verschwanden in der Unendlichkeit des interstellaren Raumes.

Auf der Erde wurde um die Vorherrschaft gekämpft, also verlagerten sie wieder ihren Todeskampf zurück. Das Gesicht von Maaron wurde immer mehr zu einer Fratze. Er kannte keine Gnade, ihm war alles egal, rücksichtslos wütete er. Immer wieder war das Knistern der Kugelblitze zu hören und es donnerte wenn die Blitze auf dem Boden einschlugen. Als die Beiden Rivalen nochmals in der Luft kämpften, war es schwer zu beschreiben, weil sie sich außer Sichtweite des Betrachters befanden. Viele Menschen verloren dabei ihr Leben. Der Krieg zwischen Maaron und Sirion war gewaltig. Umari und Ranntor gingen über ihre Leistungsgrenze, um noch mehr Menschen zu retten.

Die noch lebenden Menschen hatten kaum noch Hoffnung .Und doch! Menschen hatten schon von Sirion gehört und Hoffnung breitete sich unter ihnen aus. Sie bildeten Kreise oder Ketten und hielten sich an den Händen. Man spendete Trost und machte sich Mut. Sie standen zum Teil im Auge des Sturmes, fingen an sich zu bewegen und zu singen. Sie sangen die Legende vom Selbst das kleinste Kind kannte den Text schon auswendig.

Hüter des Lichts!.mp3
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Alle, ob Kind, Frau oder Mann, alle sangen aus Leibeskräften. Und die Elben, die den Menschen helfen wollten, zogen und sangen ebenfalls mit.

Alle wollten den Wächter des Lichtes herbei rufen. Alle wollten ihr Schicksal ändern. Alle wollten sich Mut und Hoffnung geben. Sie wollten endlich frei sein! Und wollten in Frieden ohne den Fürsten, Hexen und Zauberer leben. Und dafür waren sie bereit alles zu geben! Und das taten sie. Sie gaben ihre mentale Kraft. Und der Wächter des Lichts war erschienen, in Gestalt von Sirion!

Der Gesang halte über Berg und Tal, über Wiesen und Wälder, über Dörfer, Flüsse und Straßen. Wie bei den Mädchen mit den roten Blumen in der Hand. Immer stärker und kräftiger. Die Menschen gingen Schritt für Schritt vorwärts und die Magier und Hexen wichen vor ihnen zurück. Der Gesang wurde lauter und lauter, dabei marschierten die

Leute immer mutiger werdend auf die Magier und Hexen zu. Der Gesang schwoll immer weiter an. Der Rest der Magier und Hexen geriet in Panik. Hoffnung breitete sich im ganzen Land unter dem Volk aus. Überall traten die Menschen den Peinigern entgegen, sangen und kämpften. Ihre ganze Wut und Kraft warfen sie in die Schlacht der Äonen. Alle Lebewesen waren im Kampf.

Silberne Schwerter, Hellebahren, Speere und Kugeln strecken die Bösen nach und nach nieder. Ihre Leichen pflasterten die Wege und keiner entkam den Menschen, die immer noch zorniger und wütender wurden. Das gepeinigte Volk rächte sich für die Tyrannei und Unterdrückung. Wie eine riesige Tsunamiwelle wogte die Bevölkerung durch Agathron. Als ein riesiger Flächenbrand wüteten die Bewohner von Agathron. Der ganze Hass entlud sich jetzt gegen die Hexen und Magier und deren Bediensteten. Die Magier, Zauberer und Hexen bekamen so viel Angst, dass sie vergaßen ihre Zaubersprüche anzuwenden. Sie liefen und flogen in Panik davon.

Man bedenke, nur noch ein paar Tausend Menschen, gegen 23 Zauberer und Hexen.

Im Hintergrund standen Margun, Ginore von Agathron, das Einhorn, Stranus und Arona, die Königin der Feen. Sie beobachteten das grausame Treiben. Griffen aber nicht ein. Sie blickten nur ausdruckslos zu der Schlacht der Schlachten. > Ich habe meinen Teil getan! Nun kommt es auf Sirion an. < sagte Merlin hoffnungsvoll.

Maaron hob seinen Stab und ein blauer Energielaserstrahl schlug in das goldgelbe Fell von Sirion ein. Der schüttelte sich noch nicht einmal. Wieder hob Maaron seinen Stab und drehte ihn in der Luft und war seine ganze magische Kraft gegen seinen Gegner. Aber nichts geschah! Keine Verletzung! Millionen von Leuchtkugeln schossen auf Sirion zu, aber nichts passierte. Sie prasselten von seinem Fell ab. Er schüttelte sich einmal nur.

Als wenn der Sirion  genug von dem Spiel hatte, holte er zu seinem mächtigsten Streich aus und zerfetzte den Obermagier. Er hatte die ganze Energie von Maaron auf gefangen, verstärkt und zurück geschleudert. Dieser explodierte dann mit einem ohrenbetäubenden Knall. Seine Reste flogen in den mit Spannung geladenen Himmel, wo die Vögel das als üppiges Mahl betrachteten. Sie stürzten sich auf die „Nahrung“ und fraßen bis nichts mehr von Maarons Resten übrig blieb.

Selbst die Reste der anderen toten Magier und Hexen wurden pulverisiert, oder verbrannten. Wobei man sagen musste, das die Körper, die verbrannten, zu dem Volk des Herrn der Finsternis gehörten. Der Wind verstreute ihre Asche in alle vier Windrichtungen. Und ihre Asche würde den Erdboden gut düngen. Das wird beim Wiederaufbau Agathrons von nützen sein

.

Leichte Rauchschwaden zogen durch das gebeutelte Land. Überall wüten lodernde Feuersbrünste. Wo erste Bemühungen stattfanden, diese zu löschen. Die Welt kam langsam wieder zur Ruhe. Man atmete auf. Endlich gehörte Agathron wieder den Menschen. Es würde lange dauern bis die letzten Spuren der Vernichtung beseitigt waren. Sehr, sehr lange, aber mit vereinten Kräften würden die Bewohner Agathrons das schon schaffen. Es war ein neuer Anfang, worüber sich die Baumeister freuen konnten, denn nun hatten sie die Gelegenheit zu beweisen wie kreativ sie im Entwerfen und Gestalten waren.

Der Fürst der Finsternis verschwand spurlos. Seine noch lebenden Untergebenen folgten ihm, die Fledermäuse.

Dies war nicht der letzte Kampf und erst recht nicht die letzte Schlacht. Der Krieg dauerte an. Denn Lina hatte auch überlebt und sie setzte ihr Werk fort.

> So hatte ich nicht gerechnet. Das alles vernichtet wurde, lag nicht in meiner Absicht. Der Fürst hat wirklich einen der grausamsten Magier eingesetzt. Das Spiel hat eine Dimension angenommen, bei der man mit Allem rechnen muss. < sagte Margun besorgt. Aber die Anderen waren voller Zuversicht.

Die Verluste waren hoch. Nur 2785 Menschen überlebten. 8 Pegasus, 16 Einhörner, 6 Elefanten, 2 Zyklopen, 2 Zentauren, 32 Feen, 22 Elfen und Elben, nur 6 Drachen, 4 Riesenadler und 12 Schmetterlinge. Mit diesen Lebewesen musste Agathron nun wieder aufgebaut werden. Man konnte nur die wenigen Riesenadler retten, sie waren bei dem Fürsten in Gefangenschaft gewesen. Es waren die letzten ihrer Art. Die anderen Riesenadler wurden den Zyklopen zum Mahl vorgeworfen. Und viele starben in Gefangenschaft.

Darüber berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich alle erholt haben.

Es breitete sich eine Elegie aus. Alle noch lebenden Wesen sangen das Klagelied für ihre getöteten Liebsten. Und das Hoffnungslied wurde angestimmt, jene Weise die Manni komponieret hatte. Der Gesang schwoll auf und ab. Er war in jedem Tal zu hören. Doch Manni, der Minnesänger konnte diese nicht hören, denn er war ebenfalls verschollen.

Agathron hatte überlebt, aber um welchen Preis? Die letzten Agathroner sammelten sich und berieten, was sie nun tun würden.

Margun stand vor seinen Verbündeten und Freunden, hob seinen Stab und eine riesige Seifenblase, die bunt schillerte, erschien. Sie umhüllte ihn und er schwebte mit ihr ganz langsam über die Köpfe seiner Freunde. Ein Abschiedsgruß und dann verschwand Margun.

Der laue Südwind begleitete ihn.

Seine neue Aufgabe in dem Spiel war noch nicht definiert und seine Reise setzte er fort.

Langsam schwebte er immer höher über Agathron, bald konnte er Flüsse und Berge sehen. Über Wiesen und Täler schwebte er immer weiter davon. Er nahm Abschied. Würde es ein Abschied für immer sein? Nein, das wusste er nicht. Und die Kugel stieg langsam höher bis in die Schwärze des Alls.

Margun hätte noch nicht abreisen sollen, denn die dunklen Mächte waren noch am Werk. Es hatte den Anschein, dass Agathron nun friedlich aufgebaut wurde. Mensch und Tier vermehrte sich und die Tage waren idyllisch. Es war die Zeit der Sonnenwende. Doch der Schein trog. Es begann die Zeit des Schattenreiches. Denn Lina wurde zur Gebieterin der Finsternis und sie holte den Fürsten zurück. Und sie bauten ihr Schattenreich auf. Ein Schattenreich das 5000 Sonnenumläufe existieren wird.

Manni legte die Schriftrolle bei Seite, gähnte, streckte sich und lief in die Küche. Nachdem er mit dem Abendbrot fertig war, legte er sich zu Bett. Das Lesen in der alten Sprache war anstrengend. Er gähnte noch einmal, drehte sich mehrmals von einer Seite auf die andere und schlief ein. Wilde Träume verfolgten ihn              

Finale - die Legenden von Agathron.mp3
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9. Frühlingsmorgen!

 

 

Frühlingsmorgen! Ein schöner Frühlingsmorgen, die Morgenröte zog sich über dem Himmel und machte der Sonne Platz, die langsam über den Horizont stieg. Alles erwachte zu neuem Leben, nachdem der erholsame Schlaf ein Ende hatte. Die Blumen öffneten ihre Kelche, die Sonne gebührend zu begrüßend und den Bienen für ihre emsige Arbeit einen Landeplatz zu geben. Man schrieb ... der Sonnenwende auf Agathron.

Manni, Sänger Urenkel von Manni, dem Minnesänger, schaltete den Radiowecker aus und erhob sich aus seinem Bett. Er gähnte und reckte sich. Anschließend ging er ins Bad und frühstückte, trank einem Becker Kaffee und aß ein Toastbrot. Als er fertig war, rief er seinen Hund Lucky und fuhr mit ihm, in seinem Wagen, in den nicht weit entfernten Wald.

Nachdem er geparkt hatte, stieg er aus und die Beiden liefen tief in den Wald hinein. Von allen Seiten hörte er die Vögel zwitschern. Entfernt war auch ein Flugzeug zu hören. Sogar das Motorengeräusch der Trucks hörte er von der weitentfernten Straße. Ein ausgetretener Weg führte zu dem Ausflugsziel, welches den meisten Waldbesuchern bestens bekannt war. Er sah, das Laub von den Bäumen, aus dem vorherigen Winter, war teilweise immer noch nicht vergangen. Auf seinem Weg kam er an einer Liegewiese vorbei. Leider war sie von vielen Maulwurfshügeln übersäht. Von ihrem schönen Anblick aus dem letzten Jahr war nicht mehr viel zu sehen.

Er dachte:

Ein wunderschöner Morgen. Genau das Richtige um den Tag zu beginnen.

Es war kurz vor acht Uhr als er im Wald auf die Lichtung trat, wo der kleine idyllische See im Morgenlicht lag. Die ersten Knospen erblühten an den Sträuchern und einige Blätter begannen schon an den Bäumen im satten Grün zuwachsen. Etwas war heute anders als sonst. Er hatte aber keine Ahnung was das war!

Ein paar Reiter kreuzten seinen Weg, als er an einer langen Rhododendronhecke vorbei schritt, an der schon einige Knospen zu wachsen begannen.

Plötzlich stand ein Reh in der Waldschneise und beobachtete vorsichtig es die Umgebung. > Leise Lucky < flüsterte Manni und

hielt den Hund am Halsband fest. Das Reh war näher gekommen, sodass er seine Augen erkennen konnte. Es wirkte kein bisschen scheu auf ihn. Dann drehte der Wind, das Reh hob den Kopf zum Wittern und verschwand wieder im Wald. < Schade > sagte er, < Ich hätte das Reh noch gern ein bisschen beobachtet, wann bietet sich so eine Gelegenheit. >

Er erinnerte sich wie er im Wildpark spazieren ging und plötzlich ein ausgewachsenes Wildschwein vor ihm stand. Man konnte beiden ansehen, wie sich der Andere erschrocken hatte. Jeder zuckte vor Schreck zusammen und das Wildschwein lief quiekend davon.

Manni, der Sänger war nicht sehr groß. Er maß 1 Meter 78 cm und wog 95 Kg. Hatte einen kleinen Bauch. Mittelblonde Haare und eine untersetzte Gestalt. 37 Jahre war er alt. Seine Ohren waren nicht besonders groß, aber er konnte mit ihnen sehr gut hören, besonders, wenn es sich um Musik handelte. Töne konnte er gut filtern. Zum Lesen aber benötigte er eine Brille, die Augen waren auch nicht die Besten.

Er schlenderte zu der Holzbank hin und setzte sich. Sichtlich zufrieden genoss er das Panorama und die Waldgeräusche. Ein Kuckuck rief und ein Specht baute an seinem Nest. Das Klopfen hallte weit durch den Wald. Er verschränkte seine Arme hinter dem Kopf, holte tief Luft, seufzte und lauschte.

Bei dem Blick in den Papierkorb fand er eine Zeitung von gestern. Er holte sie heraus und las sie von vorn bis hinten durch. Beim Blättern schüttelte er manchmal den Kopf. Das was er las, gefiel ihm nicht. Es gefiel ihm überhaupt nicht. Die Neuigkeiten waren wohl nicht sehr positiv. Nachdem er fertig war, warf er sie wieder in den Papierkorb.

Nun streckte er seine Beine aus, schlug sie übereinander, lehnte sich ein wenig nach hinten und verschränkte seine Arme im Nacken. Es war jetzt keiner da, mit dem er ein bisschen reden konnte. Er war hier ganz allein. Sonst traf er meistens jemanden, aber heute wohl nicht. Kein Jogger oder Spaziergänger in Sicht. Aber dann, von Weiten sah er ein paar Leute vorüber gehen. Sie beachteten ihn nicht. Diese waren mit sich selbst zu beschäftig, sodass sie ihn bei ihren Gesprächen gar nicht bemerkten.

Heute fühlte er sich ein wenig einsam und hätte gern mit ein paar Leuten unterhalten. Er blickte auf den Schatten, den seine Füße warfen.

Die Sonne schickte ihre Strahlen auf die erwachende Erde herab. In den Wellen, des Waldsees, spiegelten sie sich wieder. Ein laues Lüftchen wehte und die Vögel sangen ihr Morgenlied. Die Enten schnatterten und schwammen auf den Mann zu. Sie kannten ihn schon und wollten nach Futter betteln. Doch ihr Begehren blieb erfolglos. Heute hatte er nichts für sie.

Plötzlich huschte ein kastanienfarbiges Eichhörnchen von der nahe stehenden Eiche herab und lief vorsichtig auf die Holzbank zu. Es sah den Mann mit erwartungsvollen Knopfaugen an. Dieser hielt eine kleine Haselnuss, die er mitgebracht hatte, vor das Eichhörnchen. Er kannte den kleinen Gesellen schon eine lange Zeit und hatte sich mit ihm angefreundet. Aber heute wollte das Eichhörnchen nicht auf seine Hand springen. Na, egal! Dann eben nicht. Manni warf die Nuss vor das Eichhörnchen. Es hob die Nuss auf und verschwand schnurstracks wieder auf der Eiche. Oben angekommen fraß es die Nuss genussvoll auf.

Keinen Augenblick zu spät! Denn Lucky erschien mit wedelndem Schwanz, freudigem Bellen und wollte spielen. Manni warf einen Stock, den er mitgebracht hatte, in das Wasser des Sees, der zum Teil mit Entenflott bedeckt war. Und er dachte:

> Der könnte auch mal gereinigt werden. < Der Hund sprang freudig bellend in den See und schwamm dem Stock nach. Erschrocken stoben die Enten in alle Richtungen auseinander. Der weiße Schwan jedoch zog weiterhin majestätisch seine Bahn. Sein Gefieder glänzte im Morgenwind. Der Kopf wandte sich würdevoll in alle Himmelsrichtungen und er beobachtete sein Revier ganz genau. > wie idyllisch < dachte Manni.

Nun stand er auf und ging langsam um den See herum, immer wieder den Stock in den See werfend, wenn sein Hund ihn apportiert hatte. Schwimmen und Stock apportieren, das liebte Lucky über alles.

Auf einmal verdunkelte sich der Himmel, Wind kam auf und selbst die Vögel verstummten. Die Windstärke nahm zu und die Äste bogen sich. Manni wunderte sich, dass das Wetter sofort wieder umschlug und die Sonne schien warm vom blauen Himmel. So wie das Unwetter gekommen war, ist es auch wieder vergangen. > Sehr eigenartig, war das eine Laune der Natur oder? < sinnierte er. Selbst die Waldtiere gingen wieder ihrer Beschäftigung nach. Irgendwie musste er an Margun, den Zauberer, denken.

> Zum Glück haben wir wieder gutes Wetter, Lucky! < sagte er dann zu Lucky.

Dieser legte den Kopf schief und hechelte. Es sah so aus als wenn er sein Herrchen verstanden hätte.

Manni kratzte sich am Kopf, klopfte kurz seine Hose ab und ging ein kleines Stück des Weges entlang, bis er auf eine neue Lichtung kam, die in Sonnenlicht gebadet war. Das Licht überflutete die ganze Wiese. Die Hasen tollten auf ihr herum, während einige von ihnen den Klee und Löwenzahn grasten. Auf einer Ameisenstraße zogen die Ameisen vorbei, beladen mit allerlei Dingen, wie Blätter, Grashalmen, Holzsplitter und einen Käfer, der zu ihrer Beute wurde. Auch ein paar Blattläuse trieben sie vor sich her.

Der Weg zu ihrem Bau war nicht mehr weit. Er lag am Rande der Lichtung. Selbst das Moos erschien ihm hier grüner als wo anders. Halt! Was ist das! Er konnte es nicht fassen, ein Waschbär, ein ausgewachsener Waschbär! Der hier herumsprang. Er war auf der Suche nach Nahrung. Schnell huschte er wieder fort und verschwand in einem Loch auf einem Baum. Der war neu hier.

Das emsige Treiben beobachtend, holte er tief Luft und stieß sie beim Herumschauen geräuschvoll aus. Er rieb sich die Hände und dachte: > Wie ist das wunderbar! <

Die Ameisen hatten ihren Bau, der ziemlich groß war, 1 Meter 50 cm, erreicht und verschwanden in ihm.

Entzückt von diesem Anblick betrat er die Lichtung, sah sich noch einmal um und blickte aufwärts zu der Sonne. Die Hasen ergriffen die Flucht als sie ihn und Lucky bemerkten. Er setzte sich an einen umgestürzten Baumstamm auf das grüne Moos. Er achtete auch darauf die Pilze nicht zu erdrücken. Er überlegte warum die Fliegenpilze wohl giftig waren.

Morcheln und Steinpilze konnte er entdecken. Pfifferlinge und Champignons fehlten. Trotzdem er seine Augen schützte, konnte er nicht lange in die Sonne schauen. Sie schien sehr hell auf ihn herab. Er lehnte sich gemütlich an den Baumstamm. Sichtlich genoss er die warmen Sonnenstrahlen und beobachtete die Schatten, die von der Sonne geworfen wurden. Der gelbe Ball stand hoch über den Wipfeln und schien immer intensiver zu leuchten.  

Er nickte kurz ein: 

Mannis Kopf fiel auf die rechte Schulter und davon wachte er auf. Benommen schüttelte er den Kopf, leckte sich die Lippen, fuhr mit der Hand über das Gesicht und war ein bisschen irritiert. Mit einer Handbewegung wischte er den Traum hinweg.

> Es gefällt mir hier! < sagte er und krempelte sich die Ärmel seines Hemdes auf. Sein Labrador bestätigte das, in dem er hier herumtollte. Öfters die Nase auf den Boden presste, schnupperte und nieste.

Der Mischwald war grün und alles fing an zu erblühen. Ganz langsam wuchsen die Knospen. Man hörte das Rauschen des Windes in den Bäumen. Einige Baumkronen bewegten sich im Winde.

Was für ein schöner Frühlingsmorgen! Bis auf Fuchs und Dachs war er vielen Waldbewohnern begegnet. Nun hatte er genug und begab sich auf den Heimweg. Er rief nach Lucky, stieg in sein Auto und fuhr nach Hause. Dort angekommen, stellte er den Kombi in der Garage ab und ging in die Küche. Setzte Wasser für einen Pulverkaffee auf und überlegte was er heute noch unternehmen wollte. Er hatte nämlich Urlaub. Garage anmalen, Fenster putzen, Steuererklärung machen oder einfach nur die Seele baumeln lassen? Er wusste es noch nicht genau, also trank er erst mal seinen Kaffee. Dabei überlegte er. Wollte er lesen? Ein gutes Fantasiebuch, er liebte diesen Genre. Also ging er ins Wohnzimmer und holte sich die alten Aufzeichnungen aus Agathron vor, die er per Zufall gefunden hatte. Auf dem Sofa nahm er Platz und begann er zu lesen. Musik hörte er nicht, da die ihn ablenken würde. Es verging Stunde um Stunde, er bemerkte es nicht, wie die Zeit verging. So zogen ihn die Legenden in Bann. Er bemerkte erst, als er nach der Legende Geburt des Schattenreiches griff, wie viel Zeit vergangen war. Als die Dämmerung hereinbrach lief er wieder in die Küche, setzte Teewasser auf und bereitete sich das Abendbrot. Er sah gelangweilt aus dem Küchenfenster, als die Nacht hereinbrach. Im Radio brachte der Sender auch keine vernünftige Musik. Manni schaltete das Radio aus.

Keiner seiner Freunde hatte heute Zeit für ihn. So was kam manchmal vor. Es störte aber ein wenig. Die Geselligkeit fehlte ihm Heute.

 Wieder sagte er zu sich selber: > Was für ein schöner Tag! <

Lucky hechelte nur und legte sich auf seinen Schlafplatz im Flur. Mit sichtlichem Wohlbehagen schloss er seine Augen, und man vernahm nur noch gleichmäßige Atemzüge von ihm.

Nachdem er gegessen und getrunken hatte, las er noch die Zeitung und betrat das Wohnzimmer. Er überlegte kurz und schaltete mit der Fernbedienung den LCD Fernseher ein. Legte sich auf die Wellnessliege, sah kurz die News und zappte dann die Sender durch, aber auf den anderen Kanälen gab es auch nichts, genauso wie im Radio.

Er ging gefrustet ins Badezimmer, putzte seine Zähne mit der Zahncreme die Kieselerde enthielt. Sah in den Spiegel und grinste sein Ebenbild freundlich an und winkte ihm noch einmal zu. > Bis Morgenfrüh < sagte er zu sich selbst. Wenn er alleine war, dann benahm er sich manchmal ein bisschen seltsam.

Anschließend legte er sich zu Bett, blickte auf den Radiowecker, und hatte noch ein komisches Gefühl in der Magengegend, knurrend ignorierte er es und schlief gleich ein und träumte.

Spät in der Nacht wachte er auf und hatte Durst. Der Traum ließ ihn nicht los. Er trank und schlurfte müde auf die Terrassentür zu und öffnete sie. Die Tür quietschte, > Die muss ich wohl mal ölen < dachte er, als er auf die Terrasse trat.

Wie er dort stand, blickte er in den Himmel. Das Firmament war schwarz? So sah es wenigstens aus. Am Tage leuchtete der meist wolkenlose Himmel Purpur.

Manni trug nur ein T-Shirt und eine Boxershorts, fror aber nicht. Es war eine laue Nacht. Die Bäume rauschten sacht im Wind. Ein Uhu rief in der Dunkelheit. Oder war es ein Kauz? Sein Labrador, der ihm gefolgt war, verhielt sich ruhig. Der saß nur da und blickte umher. Nichts! Keine Bewegung, auf die er aufmerksam wurde.

Alles war still und er stellte sich vor das:

Am Ende seines Grundstückes führte ein Weg in die Dunkelheit. Wenn man dem Weg folgte, wurde dieser immer dunkler und Nebel stieg auf. Man konnte seine Hand vor Augen nicht sehen. Je weiter er sich aus seinem Garten entfernte, desto dunkler und unheimlicher wurde es. Er hatte den Eindruck, als wenn er einen Übergang betrat, der ihn in eine andere Zeit brachte. Er wurde immer gespannter und der Weg immer dunkler. Bis er dann gar nichts mehr sah. Die Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Die Hände ausgestreckt und kleine Schritte machend, bewegte er sich voran. In der Ferne erblickte er etwas Weißes und stolperte darauf zu...

 

Frau von Agathron.mp3
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Manni wurde sehr müde und legte sich wieder in sein Bett und schlief ein.

Er wachte auf und war noch ganz benommen. Seinen Traum hätte er gern jemandem erzählt.

Im Wohnzimmer zündete er, vor sich hin seufzend, eine Kerze mit einem Streichholz an, denn ein Feuerzeug besaß er nicht. Er war kein Raucher. Der Schatten der Kerzenflamme wurde von der Decke des Raumes reflektiert. Und die Fantasie konnte daraus einige Bilder erkennen lassen. Die Hi Fi Anlage spielte leise seine Lieblingsmusik, Wetterleuchten von Novalis und auf den Meeren von Karat, als er sich dann auf das Sofa legte, einen Schluck Wasser trank und seine Augen schloss. Er schlief aber nicht ein und dachte nach, er erinnerte sich wie er einmal an die See gefahren ist, an das Meer, die Dünen und an den Strand.

Sein Brustkorb hob und senkte sich, als er die Schatten an der Decke und an den Wänden musterte. Er lag noch eine Weile mit offenen Augen da. Er wurde wieder müde und zog sich die Decke über die Schulter und schlief nochmals ein.

Manni, der Sänger erwachte auf dem Sofa. Die Morgenröte war längst vergangen. Ein paar Sonnenstrahlen berührten sein Gesicht und andere breiteten sich im Wohnzimmer aus. Er warf die Wolldecke bei Seite und gähnte. Lucky tapste ins Zimmer und begrüßte ihn mit einem lauten tiefen Wuff! Sein Schwanzwedeln war im Raum laut zu hören. Er peitschte die Luft mit seiner Rute. Dann drehte er um seine eigene Achse und lief zu der Terrassentür. Er wollte in den Garten und sein Revier inspizieren.

Manni hörte in der Ferne die Kirchenuhr schlagen. Es war gerade acht Uhr. Er öffnete die Tür und Lucky sprang freudig bellend in den Garten. Es war ein besonders schöner Morgen.

Er trat auf die Terrasse, streckte sich und zog die klare Frühlingsluft geräuschvoll ein, reckte sich und beobachtete die Natur. Eine Hummel summte an seinem Kopf vorbei. Dann folgte ein Schwarm von Hornissen. Sie sahen genau wie Bienen aus, nur ein bisschen größer und sie schienen die Hummel zu jagen.

Er setzte sich an den Rand von seiner Terrasse, schloss die Augen für einen Augenblick und genossdas bunte Treiben.                                                                                                             

> Ach, ja! < sagte er ergriffen. Erhob sich und schritt seinen Garten ab. Dann traf er seinen Nachbarn Oliver, sie plauschten miteinander und Tanja, seine Frau, erschien ebenfalls im Garten. Sie war neugierig geworden. Wenn sich unterhalten wurde, wollte sie dabei sein. Als Frau mochte sie an Gesprächen gerne teilnehmen. Sie luden Manni auf eine Tasse Kaffee ein und verschwanden wieder in ihrem Haus. Etwas war besonders schön Heute. Er blickte ihnen nach und lauschte den Umgebungsgeräuschen.

Die Vögel sangen ihr Morgenlied und dieses Mal war alles in Ordnung. Der Morgenwind war kaum zu spüren. Ein Rotkelchen setzte sich neben einen Zaunkönig auf den Sichtschutz und blickte in seine Richtung, piepste kurz und flog wieder davon. 

Überhaupt Meisen, Drosseln, Raben, Tauben, Elstern, Sperlinge und die Schwalben zogen an ihm vorbei, als ob sie ihn begrüßen wollten. Er konnte alle Vogelarten der Gegend sehen.

Ja, es war Frühling! Der Lenz war eingetroffen!

Manni rief nach Lucky und sie fuhren wieder in den Wald und gingen gemeinsam an den See und dieses Mal …

 

 Ende des I. Teils

 

 der Teil wird fortgesetzt

 

 

 

 

 

  

 

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